Rezension: Der Kessel

Hallo, Ihr Lieben, es gab schon viel zu lange keine Rezension mehr, was wohl daran liegt, dass ich derzeit nicht so zum Lesen von Büchern komme. Doch es gibt ja auch noch etwas, was für diese stressigen Zeiten, in denen man eher zwischendurch mal ein bisschen was Schmökern will, die richtige Lektüre ist: Zeitschriften! Und inzwischen sogar ein deutschsprachiges Magazin für Hexen, Heiden und Naturverehrende: den Kessel.

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Jede Ausgabe hat ein übergeordnetes Thema, das Thema der dritten Ausgabe ist „Dornen“. Im Heft finden sich Artikel zu Hexenkunst, Göttern, Naturverehrung, Magie, aber auch Rituale und Rezepte und viele schöne Bilder, die das Ganze untermalen. Die Texte sind alle von unterschiedlichen Autoren, sauber lektoriert, und im Ton mal eher wie jemand, der einem eine persönliche Anekdote erzählt und dann wiederum auch mal sehr tiefsinnig und philosophisch, teilweise schon wirklich anspruchsvoll für eine Zeitschrift. Ich finde es spannend, all die unterschiedlichen Blickwinkel der Autoren kennenzulernen und ihre Denkanstöße mitzunehmen, wobei ich persönlich tatsächlich eher die nicht ganz so abstrakt-philosophischen Themen mag, die sich mit der Natur, Ritualen, magischen Orten und Momenten beschäftigen, mit der Hexenkunst oder die was für mich als Küchenhexe sind. Aber so findet in diesem bunt gemischten Kessel jeder die Zutaten, die er gerne mag.🙂

Mit 15 Euro ist das Magazin nicht ganz günstig, zugegeben, aber dafür hat man auch etwas in der Hand, ein liebevoll aufgemachtes Werk, in dem man immer wieder blättern und weiterlesen kann – gerade auch für mich, die ich momentan nicht mehr so gern auch in der Freizeit am PC sitze, ideal. Ich wünsche dem Projekt viel Glück, möge aus dem Kessel immer nur Gutes geschöpft werden!

Naturmagie

Kennt ihr das, bei einem Spaziergang draußen an allen Ecken irgendwas Besonderes zu sehen, das euch verzaubert? Euch zu einem bestimmten Baum, einer bestimmten Pflanze hingezogen zu fühlen? Aus einer Eichel, etwas Kiefernrinde und einer Feder, die ihr auf dem Waldboden finden, spontan einen ganz eigenen Zauber zu weben? Die Hände und Füße auf das Moos zu legen, die Erde zu spüren und euch gleich viel gestärkter zu fühlen?

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(Mehr magische Bilder von meinen Streifzügen durch die Natur unter: https://www.instagram.com/selenophile_witch/)

Kleine Rituale, viel Liebe

Erstmal möchte ich mich für die große Resonanz auf den letzten Artikel bedanken! Entschuldigt bitte, dass ich derzeit nicht immer zeitnah dazu komme, Kommentare freizuschalten und zu beantworten, mein Arbeitspensum übersteigt derzeit oft meine Zeit- und Kraftreserven. Aber da euch das Thema „zu wenig Rituale, Feste, magische Praktiken“ so angesprochen hat, möchte ich es jetzt fortführen und ein paar kleine Vorschläge machen, wie ihr wieder ein bisschen mehr Magie in euren Alltag einbringen könnt. img_1267Dabei stellen sich aber erstmal ein paar Fragen: Vor allem natürlich, ob ihr das Gefühl habt, dass euch etwas fehlt, ob ihr die Rituale und das Ganze drumherum vermisst? Wenn nicht, wenn ihr eure Spiritualität ganz im Innern auslebt oder euch ein Spaziergang völlig reicht, um euch magisch zu fühlen, was ich ja auch im letzten Artikel schon als vollkommen in Ordnung bekräftigt habe, dann könnt ihr theoretisch auch aufhören zu lesen.😉 Wenn ihr allerdings ein bisschen unzufrieden damit seid, dass die magische Praxis fehlt, dann folgt schon die nächste Frage: Warum fehlt sie?

Vielleicht fehlt euch einfach die Zeit. Arbeit, Studium, Familie, Freunde, Haushalt, Papierkram und und und … wie soll man sich da noch hinsetzen, einen Altar errichten, einen Kreis ziehen, ritualisieren, davor noch runterkommen, in die richtige Stimmung kommen, f156425752später noch alles wieder aufräumen? Klar, dass das irgendwie dann einfach immer hintenrunter fällt. Versuch es lieber mit ganz, ganz minimalistischen Ritualen. Nutze nicht mehr als 2 Dinge, das kann eine bunte Kerze und eine Stecknadel sein oder eine Feder und eine Kordel. Lass alles weg, was dich stresst und behindert. Überleg dir eine Zeit, in der du wirklich ZEIT hast für DICH – Sonntagabende sind oft ziemlich gut geeignet.

Vielleicht fehlt dir aber auch die Kraft. Machen wir uns nichts vor: Es gibt schlimme Krankheiten wie Depressionen, Burn-Out oder auch einfach „nur“ sehr anstrengende Lebensabschnitte. Hier rate ich dir, nichts zu erzwingen und dir keine Vorwürfe und keinen Druck zu machen. Überleg dir, was dir an Ritualen, an hexischen Dingen immer am meisten Spaß gemacht hat, vor allem von den kleinen, einfachen Dingen, die nicht viel Energie gefressen, aber dein Herz zum Hüpfen gebracht haben. Mochtest du es, Kräuter und Harze zu räuchern? Dann mach doch ein bisschen Kohle an und pack deine Lieblingsräucherwerke drauf, vielleicht ist es genau das, was du gerade brauchst. Mochtest du es zu chanten? Dann chante für dich, so lange es sich gut anfühlt. Vielleicht magst du Tarotkarten? Dann zieh doch mal wieder eine und sieh sie dir in Ruhe an.

Oder fehlen dir die Schwestern? Dann schau doch, ob du ein paar magische Freundschaften in deiner Umgebung knüpfen kannst, es gibt superviele offene Rituale inzwischen. Oder ist es die Inspiration? Dann wühle dich ein bisschen durch Blogs, durch Pinterest und Instagram, es gibt so viele interessante magische Wege, Rituale und Personen! Was auch immer es ist, sei nicht zu streng, zu ungeduldig mit dir – alles kommt irgendwann allein (wieder) zu dir.

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Die Magie in und um uns

Manchmal kann man ja ins Zweifeln kommen. Ewig kein Jahreskreisfest mehr mit Ritual gefeiert, ewig überhaupt kein Ritual gemacht, nicht diviniert, gar nichts. Macht das dich weniger zu einer Hexe? Nö.

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Nicht so lange du in dir und um dich die Magie fühlen kannst. Musst du ein großes Fest feiern, um die Sonne und die Ernte um Lammas zu genießen, um mitzubekommen, dass etwas sich wandelt, dass die Tage kürzer, dunkler werden? Nein. (Ist es toll, es dennoch zu tun, wenn es sich ergibt? Ja!). Musst du ein Ritual abhalten, wenn es eigentlich gerade

nicht notwendig ist, wenn es dir an sich ziemlich gut geht, wenn sich alle Wünsche auch einfach durch schnöde Arbeit oder Warten erfüllen lassen? Nein. Wenn du wirklich ein bisschen MEHR Hilfe brauchst, wirst du auch zu deiner Magie greifen, aber es ist nicht schlimm, es eine ganze Weile lang nicht zu tun. Tarotkarten, Kristalle, Kreise, Athame, Pentagramm, Kerzen – alles Beiwerk, alles nicht das, was eine Hexe ausmacht und wenn es mal eine Weile verstaubt, dann ist das in Ordnung. Wichtig ist nur, offen zu sein – merkst du, wann die Luft sich ändert, wann sie irgendwie herbstlich riecht und sich anfühlt, auch wenn die Blätter noch nicht bunt sind? Weißt du, ohne den Himmel anzuschauen, dass der Vollmond bald da ist? Spürst du, ohne ein riesiges Ritual abzuhalten, mit wem oder was du verbunden bist, egal ob Götter, Ahnen, Elemente, Energien? Versuchst du, deinen Weg zu gehen, niemandem zu schaden, und strebst nach deinem Glück, geschaffen durch dich selbst? Das reicht oft schon aus. Und wenn du dennoch mal Lust hast, das wallende Kleid anzuziehen, den Kreis zu ziehen, hexisch zu dekorieren, auf das ganze Drumherum: wunderbar, tu es!

Ich habe darauf nach langer Zeit, in der ich über Magie, Spiritualität und meinen Weg nachgedacht habe, tatsächlich mal wieder Lust. Erst einmal allein, aber da mich immer wieder Anfragen erreichen, ob ich nicht für liebe LeserInnen dieses Blog etwas organisieren möchte, an dem sie teilnehmen dürfen, würde ich vielleicht auch ein etwas offeneres Ritual organisieren, wenn tatsächlich noch Interesse besteht. Ein bisschen wilde Magie zusammen praktizieren, wie klingt das?

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Demeter

Die einen schreiben Hymnen für die Götter, formen Statuen aus Stein oder Ton, malen wundervolle Gemälde – doch meine Kunst ist die Fotografie, die ich nichtsdestotrotz nun auch nutzen möchte, um mich mit den Göttern und Göttinnen zu beschäftigen. Beginnen wir mit Demeter. Vielleicht auch Ceres, wenn ihr es eher mit den Römern haltet als mit den Griechen.😉

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Demeter ist eine Göttin der Ernte, der Fruchtbarkeit, des Getreides, auch eine Muttergöttin, nämlich die Mutter von Persephone, die von Hades entführt wurde.

Ihre Attribute sind Weizen, Gerste und Mohn, auch Bienen und Samen. Ebenso auch die Doppelaxt, aus zwei (Mond-)sicheln geformt, die jedoch wohl weniger eine Waffe als vielmehr ein Erntewerkzeug darstellt. Geburt und Tod, Saat und Ernte, der Kreislauf des Jahres und des Lebens selbst – Demeter kümmert sich um all diese Aspekte und ist in dieser Zeit gerade jezt, in der die heidnischen Erntefeste bevorstehen, sehr wichtig. Die letzte Getreidegarbe der Jahresernte wurde Demeter genannt und symbolisch in Frauengewänder gehüllt bei früheren Erntefesten der Griechen.

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Vollmond und Sommersonnenwende

In die Zeit vom 20./21.6. fällt die Sommersonnenwende, der längste Tag, die kürzeste Nacht des Jahres. Und schon schwindet das Licht danach wieder kaum merklich jeden Tag ein bisschen mehr. Wie schnell das Jahresrad sich immer wieder dreht! Und nicht nur das, wir haben zugleich Vollmond, einen Erdbeermond. Dass dies zusammentrifft, passiert gar nicht so häufig – wenn ihr könnt, dann feiert also Esbat (den Vollmond) und Sabbat (Litha/die Sonnenwende) ausgiebig. Die Kraft der Sonne, genauso wie die des Mondes! Welchen Aspekt ihr dabei besonders betonen möchtet, steht euch frei – das Feuer, die Stärke, das Licht der Sonne, das männliche Prinzip? Oder die Kraft des geheimnissvollen, gefühlvollen, süßen Mondes, das weibliche Prinzip? Natürlich könnt ihr auch beide in Einklang bringen, wenngleich es ja für den Vollmond in dieser Nacht und in unserer Hälfte der Welt doch nur ein kurzer Auftritt wird.

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Schwesternschaft

Huch, alles neu? Ja! Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich nicht mehr so viel gebloggt habe, weil der Blog auch nicht mehr so ganz gepasst hat, wie ein Kleidungsstück, das man mal liebte, das aber inzwischen hier und da zu eng geworden ist und auch schon das ein oder andere Loch hat. So ganz will man sich nicht davon trennen, aber irgendwie wird es doch Zeit für etwas Neues. Auf Facebook habe ich den Seitennamen schon länger geändert – Wild Moon Sisterhood, die Schwesternschaft des wilden Mondes. Der Mond ist für mich konstant – obwohl er sich so wandelt – ein geliebter, wichtiger Begleiter. Wenn ich traurig bin, gehe ich spazieren und suche den Mond. Wenn es Vollmond ist, tanze ich gern ausgelassen in seinem Licht. Wann immer ich nachts draußen bin, wandert mein Blick automatisch zum Himmel, um zu sehen, welche Mondphase wir haben und weil mich der Mond genauso anzieht wie das Meer. Daher musste der neue Name den Mond beinhalten – und die Wildheit, die sich auf die innere wilde Frau genauso wie auf die geliebte Wildnis der Natur bezieht.

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Und die Schwesternschaft? Lasst euch gesagt sein, dass ich damit nicht die Männer ausschließen will (auch wenn die Mehrheit meiner LeserInnen weiblich sein dürfte). Jedoch spielt in meiner Spiritulität Schwesternschaft seit jeher eine große Rolle. Es waren immer Frauen, die mich auf meinem Weg ein Stück weiter geführt, geschubst oder begleitet haben. Es waren immer rein weibliche magische Zirkel, denen ich angehört habe. Und das war auch immer ein Raum, der ein ganz neues Gefühl von Freiheit, Ausgelassenheit, aber auch Sicherheit und Magie vermittelt hat. Ohne Stutenbissigkeit, ohne Konkurrenzkämpfe, ohne Neid, ohne Eitelkeiten – die Schwesternschaften, die ich im heidnischen/spirituellen Bereich kennenlernen durfte, waren ganz überwiegend geprägt von Offenheit, Empowerment, Heilung und weiblicher Kraft. Und das hat mir, die ich ansonsten auch viele Männerhobbies verfolge und dadurch viel in männlicher Gesellschaft verbracht habe, einiges beigebracht, das ich nicht mehr missen möchte. Natürlich gibt es auch tolle gemischte Heidengruppen und vielleicht werde ich eines Tages auch in einer solchen neue Erfahrungen sammeln! Bis dahin allerdings behalte ich all die magischen Frauen im Herzen, die ich kennenlernen durfte, all die magischen Momente in der Schwesternschaft, die ich erleben durfte. Und hoffe, dass ich noch viele weitere Frauen treffe, die ich als Schwestern im Geiste und Herzen erkenne, die mich inspirieren – oder ich sie – mit denen ich heilen, tanzen, lachen und Magie wirken kann.