Die Magie in und um uns

Manchmal kann man ja ins Zweifeln kommen. Ewig kein Jahreskreisfest mehr mit Ritual gefeiert, ewig überhaupt kein Ritual gemacht, nicht diviniert, gar nichts. Macht das dich weniger zu einer Hexe? Nö.

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Nicht so lange du in dir und um dich die Magie fühlen kannst. Musst du ein großes Fest feiern, um die Sonne und die Ernte um Lammas zu genießen, um mitzubekommen, dass etwas sich wandelt, dass die Tage kürzer, dunkler werden? Nein. (Ist es toll, es dennoch zu tun, wenn es sich ergibt? Ja!). Musst du ein Ritual abhalten, wenn es eigentlich gerade

nicht notwendig ist, wenn es dir an sich ziemlich gut geht, wenn sich alle Wünsche auch einfach durch schnöde Arbeit oder Warten erfüllen lassen? Nein. Wenn du wirklich ein bisschen MEHR Hilfe brauchst, wirst du auch zu deiner Magie greifen, aber es ist nicht schlimm, es eine ganze Weile lang nicht zu tun. Tarotkarten, Kristalle, Kreise, Athame, Pentagramm, Kerzen – alles Beiwerk, alles nicht das, was eine Hexe ausmacht und wenn es mal eine Weile verstaubt, dann ist das in Ordnung. Wichtig ist nur, offen zu sein – merkst du, wann die Luft sich ändert, wann sie irgendwie herbstlich riecht und sich anfühlt, auch wenn die Blätter noch nicht bunt sind? Weißt du, ohne den Himmel anzuschauen, dass der Vollmond bald da ist? Spürst du, ohne ein riesiges Ritual abzuhalten, mit wem oder was du verbunden bist, egal ob Götter, Ahnen, Elemente, Energien? Versuchst du, deinen Weg zu gehen, niemandem zu schaden, und strebst nach deinem Glück, geschaffen durch dich selbst? Das reicht oft schon aus. Und wenn du dennoch mal Lust hast, das wallende Kleid anzuziehen, den Kreis zu ziehen, hexisch zu dekorieren, auf das ganze Drumherum: wunderbar, tu es!

Ich habe darauf nach langer Zeit, in der ich über Magie, Spiritualität und meinen Weg nachgedacht habe, tatsächlich mal wieder Lust. Erst einmal allein, aber da mich immer wieder Anfragen erreichen, ob ich nicht für liebe LeserInnen dieses Blog etwas organisieren möchte, an dem sie teilnehmen dürfen, würde ich vielleicht auch ein etwas offeneres Ritual organisieren, wenn tatsächlich noch Interesse besteht. Ein bisschen wilde Magie zusammen praktizieren, wie klingt das?

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Demeter

Die einen schreiben Hymnen für die Götter, formen Statuen aus Stein oder Ton, malen wundervolle Gemälde – doch meine Kunst ist die Fotografie, die ich nichtsdestotrotz nun auch nutzen möchte, um mich mit den Göttern und Göttinnen zu beschäftigen. Beginnen wir mit Demeter. Vielleicht auch Ceres, wenn ihr es eher mit den Römern haltet als mit den Griechen.😉

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Demeter ist eine Göttin der Ernte, der Fruchtbarkeit, des Getreides, auch eine Muttergöttin, nämlich die Mutter von Persephone, die von Hades entführt wurde.

Ihre Attribute sind Weizen, Gerste und Mohn, auch Bienen und Samen. Ebenso auch die Doppelaxt, aus zwei (Mond-)sicheln geformt, die jedoch wohl weniger eine Waffe als vielmehr ein Erntewerkzeug darstellt. Geburt und Tod, Saat und Ernte, der Kreislauf des Jahres und des Lebens selbst – Demeter kümmert sich um all diese Aspekte und ist in dieser Zeit gerade jezt, in der die heidnischen Erntefeste bevorstehen, sehr wichtig. Die letzte Getreidegarbe der Jahresernte wurde Demeter genannt und symbolisch in Frauengewänder gehüllt bei früheren Erntefesten der Griechen.

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Vollmond und Sommersonnenwende

In die Zeit vom 20./21.6. fällt die Sommersonnenwende, der längste Tag, die kürzeste Nacht des Jahres. Und schon schwindet das Licht danach wieder kaum merklich jeden Tag ein bisschen mehr. Wie schnell das Jahresrad sich immer wieder dreht! Und nicht nur das, wir haben zugleich Vollmond, einen Erdbeermond. Dass dies zusammentrifft, passiert gar nicht so häufig – wenn ihr könnt, dann feiert also Esbat (den Vollmond) und Sabbat (Litha/die Sonnenwende) ausgiebig. Die Kraft der Sonne, genauso wie die des Mondes! Welchen Aspekt ihr dabei besonders betonen möchtet, steht euch frei – das Feuer, die Stärke, das Licht der Sonne, das männliche Prinzip? Oder die Kraft des geheimnissvollen, gefühlvollen, süßen Mondes, das weibliche Prinzip? Natürlich könnt ihr auch beide in Einklang bringen, wenngleich es ja für den Vollmond in dieser Nacht und in unserer Hälfte der Welt doch nur ein kurzer Auftritt wird.

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Schwesternschaft

Huch, alles neu? Ja! Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich nicht mehr so viel gebloggt habe, weil der Blog auch nicht mehr so ganz gepasst hat, wie ein Kleidungsstück, das man mal liebte, das aber inzwischen hier und da zu eng geworden ist und auch schon das ein oder andere Loch hat. So ganz will man sich nicht davon trennen, aber irgendwie wird es doch Zeit für etwas Neues. Auf Facebook habe ich den Seitennamen schon länger geändert – Wild Moon Sisterhood, die Schwesternschaft des wilden Mondes. Der Mond ist für mich konstant – obwohl er sich so wandelt – ein geliebter, wichtiger Begleiter. Wenn ich traurig bin, gehe ich spazieren und suche den Mond. Wenn es Vollmond ist, tanze ich gern ausgelassen in seinem Licht. Wann immer ich nachts draußen bin, wandert mein Blick automatisch zum Himmel, um zu sehen, welche Mondphase wir haben und weil mich der Mond genauso anzieht wie das Meer. Daher musste der neue Name den Mond beinhalten – und die Wildheit, die sich auf die innere wilde Frau genauso wie auf die geliebte Wildnis der Natur bezieht.

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Und die Schwesternschaft? Lasst euch gesagt sein, dass ich damit nicht die Männer ausschließen will (auch wenn die Mehrheit meiner LeserInnen weiblich sein dürfte). Jedoch spielt in meiner Spiritulität Schwesternschaft seit jeher eine große Rolle. Es waren immer Frauen, die mich auf meinem Weg ein Stück weiter geführt, geschubst oder begleitet haben. Es waren immer rein weibliche magische Zirkel, denen ich angehört habe. Und das war auch immer ein Raum, der ein ganz neues Gefühl von Freiheit, Ausgelassenheit, aber auch Sicherheit und Magie vermittelt hat. Ohne Stutenbissigkeit, ohne Konkurrenzkämpfe, ohne Neid, ohne Eitelkeiten – die Schwesternschaften, die ich im heidnischen/spirituellen Bereich kennenlernen durfte, waren ganz überwiegend geprägt von Offenheit, Empowerment, Heilung und weiblicher Kraft. Und das hat mir, die ich ansonsten auch viele Männerhobbies verfolge und dadurch viel in männlicher Gesellschaft verbracht habe, einiges beigebracht, das ich nicht mehr missen möchte. Natürlich gibt es auch tolle gemischte Heidengruppen und vielleicht werde ich eines Tages auch in einer solchen neue Erfahrungen sammeln! Bis dahin allerdings behalte ich all die magischen Frauen im Herzen, die ich kennenlernen durfte, all die magischen Momente in der Schwesternschaft, die ich erleben durfte. Und hoffe, dass ich noch viele weitere Frauen treffe, die ich als Schwestern im Geiste und Herzen erkenne, die mich inspirieren – oder ich sie – mit denen ich heilen, tanzen, lachen und Magie wirken kann.

Frühlingsmagie

Der Frühling ist für mich immer eine besonders magische Zeit. Im Frühling liegt sowohl das Thema das Werdens – alles erblüht, ergrünt, wächst, sprießt, erwacht – als auch das Thema des Vergehens – letzte Woche noch blühte alles in schönster Pracht, die letzten Kirschen und Magnolien, die Tulpen, nun liegen die Blütenblätter am Boden und der prachtvolle Anblick ist für ein Jahr wieder fort. Zu Beltane erwachen Frühlingsgefühle, es ist eine Zeit, das Haus zu verlassen, aus sich heraus zu kommen, um zu Tanzen und die Lust am Leben und allem, was schön ist, wiederzuentdecken, ein bisschen im Geiste von Persephone, die nach einer langen, dunklen Zeit in der Unterwelt wieder in die obere Welt zurückkehrt und alles zum Erblühen bringt.

Frühlingsmagie draußen

Noch blüht so einiges – schau dich doch mal um. Hier ist der Flieder, der gerade prächtig blüht und vor allem duftet. Welche Bedeutung hat die Blüte für dich? Wofür steht ihre Farbe? Woran erinnert dich ihr Duft? Welche Geschichten ranken sich um diese Pflanze? Welche Heilwirkungen hat sie vielleicht? Wenn du dich damit beschäftigst, dann kommt dir vielleicht auch eine Idee, welche Magie du um diese oder mit dieser Pflanze wirken kannst. Die violette Farbe des Flieders steht für mich für Spiritualität, ihr Duft erinnert mich an Hoffnung, denn ich erinnere mich daran, wie ich in einer Vollmondnacht Kirschblüteextrem niedergeschlagen war und dann an einem blühenden und duftenden Fliederbusch vorbeikam, von dem ich dachte, er wäre schon tot, und das gab mir neue Zuversicht. Auch Schönheit verbinde ich mit Flieder, seiner üppigen Blütenpracht und dem betörenden Duft. Trotz des süßen, lieblichen Duftes ist Flieder allerdings voller Bitterstoffe und schmeckt dementsprechend. Flieder soll in der Naturheilkunde fiebersenkend und schmerzlindernd sowie für die Verdauung wirken. Flieder wird mit der Liebe, insbesondere der unschuldigen, in Verbindung gebracht, in der Volksmagie aber auch mit Schutz und Reinigung. Was machen wir nun also mit all diesen Gedanken zum Flieder? Nun, vielleicht einfach unter einem Fliederbusch sitzend meditieren, um Frieden zu finden und die Seele mit Liebe zu füllen. Vielleicht zupfen wir auch dankbar ein paar Blätter, um sie für Räuchermischungen und Mojos zu trocknen. Oder wir planen ein Ritual an einem Fliederbusch, in seinem Schutz und umgeben von seinem betörenden Duft? Wie immer sind den Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Schaut euch doch mal um, was bei euch so blüht und was ihr damit machen könnt! Vergesst natürlich auch nicht die vielen tollen Kräuter, die nicht blühen und somit manchmal schwerer zu entdecken und bestimmen, aber nicht minder magisch sind.

Frühlingsmagie in der Küche

Viele Blüten kann man essen, wusstet ihr das? Kirschblüten, Magnolienblüten, Rosenblüten, Gänseblümchen, Holunderblüten, Löwenzahn, Schafgarbe, Lavendel, auch Flieder (aber wie wir schon wissen: der ist bitter!). Ich bin ja ein großer Fan vom Kochen mit ein bisschen Magie und so besondere Zutaten machen das Ganze nochmal etwas spezieller, zumal vielen dieser Blüten in der Volksmagie große magische Wirkung zugeschrieben wird – die Schafgarbe zum Beispiel steht in Verbindung mit Venus, Freundschaft, Magie und Frauenthemen können mit ihr bearbeitet werden und sie macht sich lecker in verzauberten Frühlingssalaten. Ihr solltet aber immer vorsichtig und vorher Google fragen, welche Blüten essbar sind welche nicht – Maiglöckchen beispielsweise sind giftig (und sehr leicht mit dem wiederum leckeren Bärlauch zu verwechseln!), auch Pfingstrosen oder Goldregen und diverse andere.

Sei die Hexe, die du sein willst

Bloggerinnen, Autorinnen, Workshopleiterinnen, selbst Roman- oder Filmfiguren malen oft ein ganz bestimmtes Bild davon, was eine Hexe so tut, wie sie sich fühlt, wie sie aussieht, wie sie denkt. Aber denke immer daran: es ist okay, total anders zu sein.

Auch wenn alle Hexen, die du kennst, ein positives Leuchten verbreiten und total hippie-esk und zufrieden mit sich und der Welt wirken, ist es für dich okay, wenn du eher eine grummelige, skeptische, sarkastische Hexe bist. Umgekehrt darfst du auch dann bunt und fröhlich sein, wenn alle im Zirkel plötzlich nur noch schwarz tragen, sich erhaben geben und sich mit silbernen Pentagrammen schmücken. Auch wenn plötzlich alle schamanisch reisen und ihr Krafttier kennen, ist es für dich okay, zu sagen, dass dich das Thema nicht anspricht. Auch wenn es scheint, als hätte jede Hexe ihr Lieblingstarotset und könnte dieses weise deuten, ist es okay, sich rein gar nicht für das Thema zu interessieren. Finde deine eigenen Stärken. Sei deine eigene Art von Hexe. Definiere deine eigene Art von Magie. Hol dir Input, aber lass dich nicht verleiten zu glauben, es gebe einen Weg, der richtig wäre und auf diesem müsste man jenes mal gemacht haben und dieses gut beherrschen und so weiter. So ist es nicht. Erlaube dir, du selbst zu sein, dich selbst zu finden. In einem festen Zirkel oder auch einer Tradition, in der du dich ausbilden lässt, kann das schwierig sein, denn oftmals gibt es da vorgeschriebene Rituale und Themen, aber auch hier solltest du versuchen, möglichst viel von dir selbst einbringen zu können. Hör auf deine Intuition (die dir vielleicht auch sagen mag: okay, Gruppen sind eigentlich gar nichts für mich, auch das ist okay!).

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Was macht dich als Hexe aus, worin unterscheidest du dich von den anderen Hexen, die du kennst, und worin findest du dich wieder? Was willst du lernen, was lieber sein lassen? Das sind Fragen, die auch mich gerade beschäftigen und ich finde durchaus erste Antworten. Ich bin keine grundpositiv eingestellte Hippiehexe – vor allem nicht vor dem ersten Koffeinschub. Ich sehe vieles kritisch, ich grübele viel, ich bin oft wütend, sarkastisch sowieso. Aber ich versuche, Probleme zu lösen, die Welt zu verbessern und freue mich sehr bewusst über glückliche Momente und schöne Dinge. Ich kann mit Schamanismus tatsächlich nichts anfangen und mein Krafttier ist mir auch schnuppe. Ich mag Küchenmagie, handfeste Rituale, wildes Singen und Tanzen, das Arbeiten mit Kräutern, Farben, Elementen, mit Dingen, die ich berühren, riechen und schmecken kann, mit Mojos, Kerzen, Tränken, Sigillen. Ich mag Tarot und ich habe ein zwiespältiges Verhältnis zu Runen und kann mit einem Pendel nicht viel anfangen. Ich bin oft echt miserabel im Meditieren. Ich liebe den Mond. Ich feiere gern die Jahreskreisfeste – aber manche davon lieber als andere. Ich liebe total üppig geschmückte Altare. Ich mag kleine Gruppenrituale mit Menschen, die ich gut kenne, aber ich arbeite am wirksamsten allein. Ich trage bei Ritualen am liebsten wallende Kleider und offenes Haar. Ich habe ein echt bunt gemischtes Pantheon. Ich tanzen nach Ritualen gern zu Loreena McKennitt. Ich bin meine eigene Art von Hexe. Und du?

Schneemagie

Wenn es schneit, sieht die ganze Welt an sich ja schon verzaubert aus – warum also nicht IMG_7158_R1webzaubern mit Schnee? Du könntest:

  • dich achtsam mit einer Portion frischem Schnee abreiben, wenn du dich wütend oder müde fühlst, um dein Herz abzukühlen und deinen Geist zu erfrischen
  • einen meditativen Schneespaziergang machen – spürst du, wie anders, wie viel leiser sich die welt anfühlt, wenn es schneit?
  • etwas Schnee in einer dunklen Schale sammeln für eine Wasserdivination
  • Sigillen (Wunschmagie), Runen und Symbole rituell in den Schnee schreiben
  • einen Schneemann/eine Schneefigur bauen und wie eine magische Puppe für ein Ritual nutzen