Ernährung und Spiritualität

Gestern um Mitternacht überkam mich das Backfieber (wieder einmal), jedoch hatte ich weder Eier noch Milch im Haus. Also beschloss ich, einen veganen Kuchen zu backen. Ich war wieder einmal überrascht, wie man auch ohne teure und nicht jedermanns Geschmack treffende Sojaprodukte u.ä. ein leckeres veganes Gericht schaffen kann. Was das Ganze nun mit Spiritualität und Magie zu tun hat? Nunja, mir fiel beim Backen wieder ein, dass es unter Hexen, Heiden und Energiearbeitern eine Menge Leute gibt, die vegetarisch oder vegan leben und der Meinung sind, ihre Spiritualität sei dadurch „besser“, „richtiger“. Stimmt das?

Schwer zu sagen. Ich persönlich esse durchaus Fleisch, jedoch nur selten.

Ich bin auf einem kleinen Bauernhof aufgewachsen, für mich ist das einfach natürlich. Außerdem finde ich es ignorant, wenn Leute behaupten, Tiere seien lebendig, hätten eine Seele und Empfinden und deshalb dürfe man sie nicht essen. Denn dann dürfte man – meiner Meinung nach – auch Pflanzen nicht essen. Alles ist beseelt. Nur von Luft und Liebe kann man nicht leben, es sei denn, man hat herausgefunden, wie das mit der „Lichtnahrung“ tatsächlich funktioniert, da bin ich jedoch arg skeptisch. 😉

Allerdings denke ich, dass es tatsächlich nicht gut für uns ist, Fleisch zu essen, das aus Massentierhaltung oder sonstigen tierunwürdigen Umständen kommt; ebenso wie es nicht gut ist, sich Kosmetik ins Gesicht zu tun, die an Tieren getestet wurde oder Pelzmäntel zu tragen, die aus eigens zu diesem Zweck gejagden, möglicherweise vom Aussterben bedrohten Tierarten zu tragen. Für mich hängt da einfach zu viel negative Fremdenergie dran.

Ganz zu schweigen davon, dass es irgendwie heuchlerisch ist, sich naturreligiös zu nennen, aber nichts dafür zu tun, um Mutter Erde und all das Leben, das sie hervorbringt, bestmöglich zu schützen und heilig zu halten. Leider ist es gar nicht so einfach herauszufinden, ob die fröhlich grasenden Kühe, die auf den „Bio“-Verpackungen prangen, auch tatsächlich frei und fröhlich grasen durften und ob die „Bio“-Hühner, von denen man seine Eier hat, nicht doch zerrupft und krank waren und in Käfige gepfercht wurden.

Sollte man deswegen ganz auf Fleisch, Eier und Milch verzichten? Ich denke nicht. Eine gute Idee wäre es aber, seine Produkte auf dem Wochenmarkt oder beim Bauern zu kaufen, statt im Supermarkt und regionale sowie saisonale Produkte zu bevorzugen. Wer vom Land kommt oder dort Verwandtschaft hat, kann natürlich eventuell sogar auf die Eier der eigenen Hühner oder das Fleisch gut umsorgter Tiere zurückgreifen.

Es kann auch nicht schaden, sich bewusst zu machen, dass für mein Überleben ein anderes Wesen gestorben ist. Dankbar zu sein. Sich zu überlegen, wie viel Fleisch man essen würde, wenn man die Tiere selbst erlegen oder jedenfalls schlachten müsste. Sich zu überlegen, dass man da nicht nicht eine Scheibe Wurst auf dem Brot hat, sondern ein Teil von einem Schwein, einer Pute, einem Tier, das geatmet und gefühlt hat. Viele Menschen heutzutage essen jeden Tag Fleisch, was weder nötig noch gesund ist.

Gerade bei der Generation meiner Eltern kursiert die Ansicht, Gemüse allein würde ja nicht satt machen – warum Kartoffeln dann als „Sättigungsbeilage“ bezeichnet werden, entzieht sich wohl ihrem Verständnis. Ich möchte da auch gar nicht missionieren – ich schaffe für mich einen kleinen Ausgleich, indem ich weitestgehend auf Fleisch verzichte und es nur mit Bedacht verzehre. Ich bin keine militante Vegetarierin (da ich ja überhaupt kein Vegetarier bin) und auch keine Ernährungsterroristin. Ich bin ich, und ich bin verantwortlich für mein Handeln, für meine Ernährung und für meinen Umgang mit Mutter Erde.

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