Rezension: Die Göttin im Büro von Zsuzsanna Budapest

Bei all den vergangenen und künftigen Veröffentlichungen im Bereich Hexen, Heiden, Magie und Esoterik ist es schwer, den Überblick zu behalten und die Spreu vom Weizen zu trennen. Deshalb gibt es künftig hier immer mal wieder Buchbesprechungen, damit greife ich auch ein altes Hobby bzw. Eine alte Profession wieder auf, was mich sehr freut.

Beginnen werde ich mit dem von mir kürzlich gelesenen „Die Göttin im Büro“ von Z Budapest – ein eher unbekanntes Buch einer wahnsinnig bekannten und umstrittenen Hexe. Z beschreibt hierin, wie eine Arbeitswoche im Büro erfolgreich gemeistert werden kann und wie man das Wochenende am besten nutzen kann – beides unter dem Aspekt, einerseits eine bodenständige Arbeitskraft, andererseits eine spirituell erfüllte Frau zu sein. Jedem Tag der Woche widmet sie ein Kapitel, macht Vorschläge, welche Farben, Düfte oder Steine an diesem Tag helfen, von welchen Göttern/Planeten die einzelnen Tage regiert werden und was dies für einen Einfluss auf unsere Arbeitswelt haben kann, welche Zauber und Rituale sich anbieten und wie man mit der „wilden Frau“ umgeht. Diese wilde Frau, man kennt sie auch aus anderen Büchern von Z, ist der Grund dafür, wenn wir uns während oder nach der Arbeit ausgelaugt und unzufrieden fühlen, denn sie kann mit Disziplin, mit Akten und Ordnern und Büroalltag nichts anfangen. Es gilt, sie zu besänftigen und zu unterhalten und ihr das zu geben, was sie braucht, damit wir uns ihre Energie und Weisheit zu nutzen machen können – dies kann man erreichen, indem man ihre Bedürfnisse nach Spiritualität, Sex, Nahrung und Natur befriedigt und regelmäßig in Kontakt zu ihr tritt.

Normalerweise lese ich Z’s Bücher doch eher kritisch – sie neigt zu einem Feminismus, der mir ungerecht und übertrieben erscheint. Aber sie ist zweifellos eine gute Hexe und Autorin sowie eine bewunderswert starke, kämpferische und lebensbejahende Frau und man kann durchaus einiges Wissen aus ihren Büchern ziehen. „Die Göttin im Büro“ ist vielleicht das zugänglichste ihrer Bücher. Sie gibt dutzende wirklich gute, leicht umsetzbare Tipps, sehr schöne Vorschläge für einfache, aber wirksame Rituale und Zauber und viel nützliches Wissen, wobei für erfahrene Hexen da eher wenig Neues dabei sein wird. Ob nun eine magische Reinigung des Büros, Farb- und Aromatherapie zur Bekämpfung oder Erleichterung typischer Probleme im Arbeitsalltag (Stress, Panik, Wahrnehmung seitens der Kollegen) oder ein Zauber für eine Gehaltserhöhung – es wird ein breites Themenspektrum mit Herz und Verstand behandelt.

Dabei fokussiert Z aber nicht ganz so sehr auf das Weibliche wie sonst – zwar richtet sich das Buch durchaus an Frauen, aber sie versäumt es nicht, auch männliche Gottheiten in ihre Beschreibungen einzubeziehen und die feministischen Passagen sind angemessen (sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sowie Ungleichbehandlung sind nunmal immer noch Realität und da darf man sich als Hexe mE durchaus selbst helfen und sollte für seine Rechte kämpfen!) und gleiten nicht in eine Doppelmoral zu Lasten der Männer ab. Das ist natürlich alles Ansichtssache und manch einer wird sich vielleicht trotzdem von Z’s Ansichten vor den Kopf gestoßen fühlen – dennoch hat das Buch weit mehr zu bieten. Es ist nämlich gar nicht so leicht, die spirituelle Entwicklung voranzutreiben, wenn man einen Job hat, der einen kontinuierlich einnimmt, ganz zu schweigen davon, dass vielleicht auch noch Mann und Kinder sowie weitere Pflichten vorhanden sind und beachtet werden wollen. Wenn man nicht lernt, das Magische mit dem Gewöhnlichen zu verbinden, die Spiritualität als Bereicherung für Alltag und Beruf zu empfinden, dann bleibt dies irgendwann auf der Strecke, weil man nicht mehr die Kraft oder Zeit dafür findet. Oder aber, was noch schlimmer ist – man verliert sich derart in esoterischen Studien, dass man abhebt und einem das handfeste Leben aus den Händen gleitet. Dabei ist es wirklich nicht schwer, eine Bürohexe oder eine Göttin im Büro zu sein, wie Z auch aufzeigt.

Das Buch ist in Deutschland Out of Print, aber gebraucht bekommt man es sehr günstig. Die englische Ausgabe („The Goddess in the Office) ist noch lieferbar.

Ich vergebe 4 von 5 Eulen für ein inspirierendes Werk, das die Verzauberung des Berufslebens ermöglicht.

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2 Gedanken zu “Rezension: Die Göttin im Büro von Zsuzsanna Budapest

  1. Danke für diese interessante und inspirierende Rezension. Ich habe mir das Buch direkt via Amazon bestellt – zusammen mit zwei anderen.
    Dazu bin ich noch über ein Buch gestolpert, welches ich mir 2011 gekauft aber noch nicht gelesen habe – manchmal muss die Zeit einfach erst reifen, damit man ein Buch, das man zwar gekauft und ins Regal gestellt hat, auch hervornehmen, lesen und spüren kann.

    • Das passiert mir auch manchmal. Ich glaube, manchmal ahnen wir auch, dass ein Buch (und damit oft eine Lektion) irgendwann mal für uns wichtig werden könnte und nehmen es daher schonmal mit, damit es im Regal auf uns warten kann. (Vielleicht sage ich das aber auch nur, um meinen Buchsammeltick zu rechtfertigen ;)).

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