Rezension: Das kleine Zauberbuch von Claire Seifert

Claire gehört zu den bekannteren deutschen Hexen; neben mehreren Büchern, die sie bereits veröffentlicht hat und die auch schon in mehrere Sprachen übersetzt wurden, betreibt sie auch sehr erfolgreich einen Blog, einen Online-Lehrgang und einen Youtube-Kanal mit interessanten Videos zum Thema Karten legen und Hexentum. „Das kleine Zauberbuch“ ist wohl das praktischste ihrer Werke. Hier werden keine Grundlagen der magischen Arbeit erörtert, es geht sofort ans Eingemachte mit zahlreichen Vorschlägen für Zauber und Rituale, Öle, Mojos, Amulette, Altargestaltung, usw. Dabei gibt Claire jedoch auch so manch praktische, gänzlich unmagische Ratschläge, wie man mit Problem umgehen kann. Behandelte Themen sind unter anderem „Liebe und Freundschaft“, „Finanzen und Erfolg“, „Home sweet Home“ und „Spirituelle Stärke“. Daneben gibt es noch interessante Exkurse wie „Magie ins Leben einbeziehen“, in denen Claire ihre (Lebens-)erfahrung nicht nur in Sachen Spiritualität teilt. Im Anhang finden sich dann noch eine sehr umfangreiche Liste zum Thema Basisöle sowie Allroundtalente im Bereich der Pflanzen und Edelsteine und natürlich die für ein solches Buch obligatorischen Korrespondenzlisten.

Claire ist eindeutig eine eklektische freifliegende Hexe, die oft über den Tellerrand hinausblickt – sie holt sich für ihre magische Arbeit Anleihen immer daher, wo sie es passend findet. So findet man Honigglasmagie und magische Bäder, die den afrikanischen Völkern entlehnt sind oder es wird beschrieben, wie man Ganesha, den indischen Gott, für sein Glück becircen kann. Auch die asiatischen Glückskröten werden bemüht. Ansonsten arbeitet Claire auch ganz schlicht mit aufrichtigen Gebeten und Opfergaben, die man für seine Zwecke an Wegkreuzungen tätigt. Für jeden sollten in diesem Buch Rituale dabei sein, die den Geschmack treffen – sofern man vorgefertigte Rituale denn mag. Aber auch wenn dies nicht der Fall ist, kann man sich hier doch einige Anregungen holen und die vorgestellten Rituale selbst verändern und erweitern oder als vage Grundlage für etwas gänzlich eigenes nutzen. Manko ist hier jedoch, dass Claire – wohl nicht absichtlich, da sie durchaus zu eigener Ritualgestaltung anregt – es einem diesbezüglich schwer macht. Denn nicht immer listet sie das „Warum“ einer Zutat für ein Ritual auf und diese findet sich auch nicht in den Korresponzlisten – so ist es schwer, nachzuvollziehen, welche Bedeutung sie haben mag und es bleibt nichts übrig, als dies entweder hinzunehmen und den Zauber wie beschrieben auszuführen oder aber diesen Vorschlag gänzlich zu verwerfen, um etwas für sich stimmiges zu finden.

Anfängern ist das Buch eigentlich nicht zu empfehlen, da Claire über Grundtechniken und -wissen der Magie nicht mehr viel sagt, man sollte also schon Vorwissen haben. Sie gibt aber noch viele nützliche Tipps, denen man ihre Tätigkeit als spirituelle Lebensberaterin und Lehrerin anmerkt, und schreibt auch häufig dazu, welche Tage und Mondphasen günstig sind, um den jeweiligen Zauber zu wirken.

Fazit: Kreative Rituale, mal etwas aufwändiger mit viel Bastelei drumherum, mal unglaublich schlicht und leicht in den Alltag zu integrieren. Ich finde, es ist Claire gut gelungen, ein Bild von althergebrachter Volksmagie zu vermitteln und es gleichzeitig mit modernen Aspekten und vielen verschiedenen kulturellen Einflüssen anzureichern. Immer wieder schön ist zudem, dass sie vermittelt, dass Liebe, Wille und Glaube die wichtigsten Zutaten der Magie sind und dass man seinen eigenen Weg finden muss.

4 von 5 Zauberbeutelchen

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5 Gedanken zu “Rezension: Das kleine Zauberbuch von Claire Seifert

  1. Finde ich klasse, dass es zu dem Buch eine Rezension gibt- und damit noch jemandem, dem es gefällt. Ich mag alle Bücher von ihr bisher, erwarte auch sehnsüchtig ihre Neuauflage von „Kerzenzauber“ sowie das neue Buch, das mehr auf den Alltag mit Magie eingeht. Überlege ernsthaft, mich zu einem ihrer Kurse anzumelden…
    Gibt es noch mehr Bücher, die du empfehlen kannst, und die vielleicht so ähnlich wie die von Claire sind? Also nicht so stark Wicca- belastet?

    • Hi Sara! Ja, auf „Kerzenzauber“ bin ich auch schon sehr gespannt, das ist ja auch eines meiner magischen Lieblingsgebiete. Ich habe viele der Bücher gelesen, die Claire in ihren eigenen Werken und auf ihrer Seite empfiehlt und fand diese bisher auch alle ganz empfehlenswert, besonders Gerina Dunwich mag ich, leider gibt es nur 2 ihrer Bücher auf Deutsch, dabei hat sie viele tolle zu verschiedensten magischen Themen geschrieben. Scott Cunningham ist auch empfehlenswert, seine „Wicca“-Bücher mag ich weniger, aber die allgemeinen Magiebücher wie „Natur- und Elementarmagie“ oder die Bücher über (magisch verwendbare) Kräuter und Steine sind super. Sehr schön sind auch die Bücher von Jan Fries, wobei das eher in die Richtung nordische Magie, Schamanismus, u.A. geht.

      • Klingt gut! Ja, an ihren Empfehlungen versuche ich mich im Moment auch. Werde demnächst „Die zwölf wilden Schwäne“ lesen, habe schon viel Gutes gehört. „Herrin der Dunkelheit, Königin des Lichts“ war mir dagegen extrem zu feministisch bzw. dianisch. Das traf leider so gar nicht meinen Geschmack. „Wicca“ habe ich „natürlich“ auch gelesen 😉 So bin ich damals erst auf den Geschmack gekommen, und es hat sich bis heute gehalten, dass ich mich auf diesem Gebiet einfach zu Hause fühlen kann.

      • Ja, „Die zwölf wilden Schwäne“ arbeite ich auch gerade durch, daran kann man durchaus lange seine Freude haben. Dass dir das andere Buch zu feministisch war, kann ich mir vorstellen. Mir ist auch vieles negativ aufgestoßen, aber als Zeitdokument und für einen mal anderen Blickwinkel fand ich es sehr interessant. Die anderen Bücher von Z sind auch nicht ganz so extrem, „Göttin im Büro“ mag ich zum Beispiel sehr, sehr gern wegen der vielen schönen Zaubereien und Tipps. Auch ganz toll für einen Blick über den magischen Tellerrand ist übrigens „Jambalaya“ von Luisa Teish – da geht es um modernen Hoodoo/Voodoo, und, wie auch Claire meinte: Das Buch hat einfach Soul! Ist aber auch wieder etwas feministisch.

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