Rezension: Mein magischer Alltag von Stefanie Glaschke

Der Alltag macht auch vor Hexen nicht Halt und liefert ihnen – wie jedem anderen Menschen auch – so manche kleine oder große Herausforderung, sei es im Berufsleben, bei der Kindererziehung oder Haushaltsführung. Wie man sich diesen Alltag mit Magie schöner oder einfachen gestalten kann, möchte Stefanie Glaschke in ihrem neuen Buch „Mein magischer Alltag“ aufzeigen. Immer wieder untermalt von kleinen Geschichten und Gedichten über die Natur und ihre Wesen erzählt die Autorin vieles über Grundsätze für ein magisches Leben, die Stationen innerhalb eines Hexenjahres, Gesundheit, ein magisches Zuhause und Magie in Bezug auf immer wieder wichtige und problematische Themen wie Geld, Liebe oder Familie.

Schlägt man das Buch auf, fällt einem sofort die liebevolle, verspielte Gestaltung auf: eine hübsche Typographie ziert „Mein magischer Alltag“ ebenso wie viele kleine Katzen, Hexenhüte oder Kürbisse. Trotz dieser niedlichen Aufmachung richtet sich das Buch aber nicht primär an eine junge Zielgruppe, sondern eher an Frauen (und auch Männer) mittleren Alters. Dabei finden sich nicht nur viele Rituale, Korrespondenzen und Meditationen, sondern auch so manch ganz unmagischer Haushalts- oder Kosmetiktipp, um beispielsweise die Gardinen ordentlich zu weißen oder Fenster zu putzen, was doch häufiger die Frage aufkommen lässt, ob man hier nicht einen antiquierten Hausfrauenratgeber statt eines Hexenbuches gegriffen hat. Dieser Eindruck wird auch durch zahlreiche Rezepte untermauert. Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen, denn das Buch scheint allgemein etwas überladen, wodurch zwar viele unterschiedliche Themen angeschnitten werden, der Tiefgang aber leider fehlt.

Trotzdem bietet „Mein magischer Alltag“ einen Fundus an schönen Inspirationen nicht nur für die magische Praxis, sondern vor allem auch für eine Lebensweise und Spiritualität, die sich an der Natur orientiert. Negativ fällt leider auch ein Hang zu Verallgemeinerungen auf. Bei Sätzen wie „Da wir Hexen ja weitesgehend auf Weizenmehl verzichten […]“ oder „Hexen feiern gern und üppig.“ oder auch „Die Familie ist für Hexen etwas Heiliges […]“ mag die ein oder andere Leserin den Kopf schütteln, denn „die Hexe“, das gibt es nicht, es gibt nur eine Menge individueller, unterschiedlicher Frauen und Männer, die ihre eigene Spiritualität ausleben, wie sie es für richtig halten – und die dabei vielleicht völlig konträr denken und handeln als der Prototyp der Hexe, wie Stefanie Glaschke ihn in ihrem Buch vorstellt.

Alles in allem vergebe ich 5 von 10 schwarzen Katzen für „Mein magischer Alltag“ und empfehle es vor allem jenen, die eine klare Linie und eindeutige Vorgaben in einem magischen Ratgeber suchen und auch von hausfräulichen Tipps nicht abgeschreckt werden.

 

Titel: „Mein magischer Alltag – Das Hexen-Handtaschen-Buch“

Autor: Stefanie Glaschke

Verlag: Kamphausen/Lüchow

Seiten: 120

ISBN: 978-3899014419

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