Frauentag

Meinen lieben Leserinnen wünsche ich heut einen angenehmen Frauentag!

Blickt stolz auf das, was Ihr und Frauen vor Euch bereits erreicht habt – und vor allem, hört hier nicht auf! Gleichberechtigung ist immer noch ein Soll-, kein Ist-Zustand. Ich sehe es gerade im Rechtsbereich: Männer, Männer, Männer in den gehobenen Positionen. Und nicht nur dort ist es so, keine Frage.

Würde ich den Fernseher einschalten (wenn ich noch einen hätte), was würde ich dort sehen? Heidi Klum, die junge Mädchen terrorisiert, bis sie alles von ihrer Persönlichkeit (und ihres Gewichts) soweit abgelegt haben, dass sie perfekte wandelnde Kleiderständer ergeben? 16-Jährige, die sich verzweifelt eine Brust-Vergrößerung wünschen, dafür lieber sparen als für ihr Studium? Frauen, die gegeneinander um die zweifelhafte Gunst eines „Bachelors“ kämpfen, sich untereinander beinahe zerfetzen, sich dem eitlen Hahn gegenüber aber anbiedern? Sicher, es ist fast alles gescriptete Realität heutzutage, aber es lässt mich dennoch den Kopf schütteln. Entkommen kann man dem ja leider auch nicht, selbst ohne TV.

Und wenn ich jetzt einkaufen gehen würde, was würde ich da sehen? In der Kinderabteilung viel rosa für Mädchen, viel hellblau für die Jungs. Mädchen sollen Prinzessinnen werden, keine kämpfenden Ritter. Sie sollen Babypuppen pflegen, nicht mit Autos spielen. Man kann sich nur wünschen, dass viele Eltern und Kinder einen eigenen Kopf haben.
Von den „Frauentagsangeboten“ wie Küchenutensilien, Handtaschen und Kosmetik fange ich gar nicht erst an …

Heute abend gibt es jedenfalls ein Gläschen Wein für mich, eine Pause von meiner Abschlussarbeit und dann lausche ich Hannelore Elsner, die „Machiavelli für Frauen“ von Harriet Rubin liest.

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6 Gedanken zu “Frauentag

  1. Achja, da rennst Du offene Türen bei mir ein. 🙂 Ende letzten Jahres habe ich einen Artikel gelesen (im Focus oder Spiegel, wo genau, weiß ich nicht mehr), wo es um die für 2012 prognostizierten Gehalterhöhungen ging. In einer 2 Seiten langen Statistik waren die unterschiedlichsten Berufe aufgelistet, dazu das (jetzige) durchschnittliche Gehalt von Frauen und Männer im jeweiligen Beruf und daneben das durchschnittlich künftige Gehalt. Ich habe das mal überschlagen und kam zu dem frustrierenden Ergebnis, dass das Gehalt von Frauen, obwohl gleicher Beruf!, im Durschnitt mindestens 200,- bis 500,- € niedriger war und auch in 2012 sein wird.

    Hab einen schönen Abend! Ich sage „Prost“ mit einer schönen selbstgemachten Schokolade (mein Seelenstreichler), gewürzt mit Vanilleschote und Zimtstange, Anis, Kardamom und einer Spur Nelke

  2. Wie recht du hast! Auch ich hoffe, dass wir in dieser Hinsicht noch eine andere Zeit erleben werden, doch leider wird vieles immer wieder gerne unter den Teppich gekehrt und ignoriert. Es liegt in unserer Hand. 🙂

    Liebe Grüsse
    Joanna

  3. Eben. Amala (Schlampengoettin.de) hat das sehr treffend formuliert: „Gleichberechtigung wird es solange nicht geben, wie wir Frauen darauf warten, daß die Männer sie uns gnädigerweise kredenzen.“

    Alles Liebe,
    Liath

  4. Ja, die Unterschiede sind wirklich haarsträubend. Ich wusste, dass Frauen gehaltsmäßig und auch in anderen Bereich (ich sehe das an meiner Krankenversicherung, zahle von vorneherein mehr als mein Mann, ob ich nun ein Kind habe oder nicht ist egal) immer noch benachteiligt werden, aber dass die Differenz zum „männlichen“ Gehalt so gravierend ist, das hätte ich wirklich nicht gedacht. Und ja, Amala hat recht, wenn wir eine Änderung wollen, müssen wir das selbst in die Hand nehmen. Leider stellen Frauen sich in dieser Hinsicht oft selbst ein Bein. In meinem Bekanntenkreis erlebe ich, dass über diese Ungerechtigkeit zwar geseufzt wird, frau dann aber doch „um des lieben Friedens willen“ oft lieber den Mund hält als sich dagegen zu wehren.

    Liebe Grüße, Lailokeny

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