Rabentochter

Im Wochenrückblick erwähnte ich es ja kurz, ich hab mal wieder gebastelt/genäht (das geht bei mir immer so Hand in Hand). Letztes Jahr bekam ich einen großen Beutel schwarzer Federn geschenkt. Sie lagen lange Zeit einfach nur so herum, weil ich nicht recht wusste, was ich damit machen sollte. Die Idee eines Federkleides geisterte mir zwar im Kopf herum, aber letztlich taten mir die Tiere leid, die ihre Federn lassen mussten. Wiederum wollte ich die Federn auch nicht so einfach in einer Ecke gammeln lassen, das empfände ich als sinn- und respektlos.

Also hab ich mich doch an ein halbes Federkleid (für ein ganzes reichte es nicht) gewagt. Ging an sich auch ganz leicht, die Federn ließen sich sehr gut vernähen und den schwarzen Faden sieht man da ja auch gar nicht.

Der Arbeitstitel lautete „Rabentochter“ – ich fand das irgendwie aus mehreren Gründen passend. 😉 Während der Arbeit daran dachte ich häufiger an die Morrígan … muss aber zugeben, dass diese zu den Göttinnen gehört, vor denen ich zu viel Ehrfurcht habe, als dass ich mich nähern wollte. Interessant ist sie aber allemal.

So sieht das Ganze übrigens obenrum aus (danke für das Foto an die wunderbare Fotografin Lydia aka Black Silence):

IMG_2574
Ich werde damit demnächst mal schamanisch reisen und versuchen herauszufinden, wie ich mich für das Federgeschenk bedanken kann. 🙂

Plan für die nächsten Jahre ist übrigens viele, viele Federn aller Art zu sammeln und mir daraus ein buntes tierleidfreies Kleid zu machen. Da ich allein hinter dem Haus, in dem wir leben, jeden Tag einige Federn finde (die Rentner, die hier leben, füttern halt gern die Vögel und Eichhörnchen), dauert es vielleicht ja gar nicht so lang, bis es fertig ist.

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11 Gedanken zu “Rabentochter

  1. Guten Morgen Liath (ein wunderschöner Nickname übrigens!)

    Ich finde die Idee eines Federkleides total klasse- ich wollte mir sowas mal für’s LARP nähen. Das was ich da von dir sehe, ist echt hübsch geworden.
    Deine Bedenken betreffend Morrigan verstehe ich- ich habe das gleiche Gefühl bei Kali. Ich glaube, ich würde mich ihr eher nicht nähern, obwohl sie einige sehr interessante Aspekte hat.
    Ein schönes Wochenende!

  2. Wow das sieht toll aus!
    Ich fühle mich der Morrigan schon seit Jahren sehr verbunden und bin ihr auch schon mehrfach in Meditationen oder auf Reisen begegnet. Sie hat ja nicht nur ausschliesslich zerstöererische Aspekte. Außerdem bedeutet Zerstörung und Tod im Endeffekt ja auch nur Transfomration und Auflösung der Illusion, vergleichbar mit Kali 🙂
    LG
    Karmi

  3. @Sea: Danke dir!
    Für’s Larp ist es natürlich auch eine tolle Idee und wie gesagt, es geht erstaunlich gut. Wenn die Federn allerdings eher klein und flauschig sind, verliert man sie auch schnell wieder, da wärst du dann eine Larperin in der Mauser. 😉 Oh ja, Kali ist sicher auch nicht ohne.

    @Karmi: Dankeschön!
    Du hast natürlich Recht, aber ich fürchte, ich lasse mich da ganz gern von Bildern einschüchtern (aus diesem Grund sehe ich auch nie Horrorfilme ;)), obwohl ich bisher auch bei den dunkleren oder kriegerischen Göttinnen – Hekate oder Durga zum Beispiel – oft eines besseren belehrt wurde. Mal sehen, vielleicht begegnet mir Morrigan ja auch noch.

    Alles Liebe an euch beide,
    Liath

  4. WOW – sieht absolut toll aus, was man da auf dem Foto sieht!!!
    Ich wollte mir mal aus Krähenfedern einen Federumhang à la Freyja nähen, aber nähen ist so gar nicht mein Ding, also blieb es nur beim Plan.
    Tipp: Ende April/Anfang Mai sind die Krähen in der Mauser. Da kann man unter ihren Nestern tütenweise Federn einsammeln, wenn man vor den Straßenkehrern unterwegs und der Boden nicht matschig ist.
    LG Alruna

  5. Dankeschön, auch für den Tipp, da leg ich mich mal auf die Lauer! Mir geht’s mit dem Stricken und Häkeln so, da nehm ich mir auch immer vor, dieses und jenes mal zu machen, aber irgendwie scheint es nicht so meins zu sein.

    LG
    Liath

  6. Wow, was für ein schönes Foto. Wirklich bemerkenswert. Ich habe vor kurzem auch eine Fotografin gebeten ein paar „Waldfotos“ von mir zu machen. Mal schauen was dabei raus kommt.

    Schon lange sammel ich Raabenfedern…mein Krafttier ist unter anderem auch der Raabe und an der Uni liegen genug Raabenfedern herum. Wollte daraus erstmal einen großen Fächer für Räucherungen machen. Vielleicht noch mit Bergkristall, Onyx und Lapislazuli geschmückt. Mal sehen….Vielleicht können wir uns diesbezüglich ja nochmal austauschen.

    lg Sabrina

    • Da wünsche ich gute Fotos (gute Fotografen haben ja meinen tiefen Respekt, mE ist das eine Kunst und gerade die Fotos, die in den typischen Studios so aushängen, finde ich einfach nur langweilig und seelenlos)!

      Dasmit dem Fächer klingt toll, ich hoffe du zeigst den dann auch!

  7. Schliesse mich an. Tolles Bild.

    Ein Bild ist ein Spiegel der Seele. Als einstiger Fotograf weiß ich das. Es ist ein Moment der Seelenverwandschaft, der eingefangen wird. Und das erfordert viel vom Gebenden (neudeutsch Model) und dem Auge, Kopf und Herz des Nehmenden (Fotografen).

    Sonst bleibt es bei der oberflaechlichen Effekthascherei, die Sabrina zurecht in den leeren Hochglanzbildern des Nichts kritisiert. Und auch ein Federkleid wird von der Tragenden getragen – nicht vom Federeffekt.

    Gruß Pepper

    • Da hast du Recht, Pepper! Ich kenne viele Fotografen und ich bewundere die Kunst, die das ist. Es kommt nicht auf eine gute Kamera an, sondern auf den feinsinnigen Blick eines Künstlers für das Besondere, für die Seele eines Menschen – und eines Ortes. Das in Kombination mit dem technischen Know-How schafft Werke, die ich genauso intensiv und schön finde wie eine Malerei von Van Gogh. 🙂

      LG

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