Hoodoo Hintergründe II

Wie schon angekündigt, gibt es wieder mal ein bisschen zum Thema Hoodoo von mir, der afro-amerikanischen Volksmagie mit den unzähligen Wurzeln.

Hoodoo kennt keine Hierarchien – auch wenn es durchaus von einem Lehrer an einen Schüler weitergegeben werden mag, gibt es keine Initiationen, keine HohepriesterInnen. Hoodoo basiert auf der magischen Kraft des Anwenders und ist nicht zwingend an eine Religion gebunden (auch wenn verschiedene Heilige, Engel, Spirits oder Götter durchaus traditionell zu manchen Rezepten gehören, ebenso wie beispielsweise Bibelverse), sodass man Hoodoo-Praktiken gut in die individuelle magische Praxis einbinden kann. Natürlich gibt es auch hier einige sehr starrsinnige Rootworker, die meinen, es sei gänzlich unmöglich, den christlichen Gott oder Maria beispielsweise durch Isis oder Pan zu ersetzen oder statt die Bibel zu zitieren eigene Spells zu erdenken – diese Engstirnigkeit jedoch hat keinen trifftigen Grund und kann daher bedenkenlos ignoriert werden. 😉

Aus der weiten afrikanischen Götterwelt findet sich im Hoodoo vor allem eine „Gottheit“ (bzw. Spirit, Orisha oder Loa) wieder, die in fast allen kulturellen Gruppierungen bekannt ist, zum Beispiel als Papa Legba, Ellegua, Eshu, Pomba Gira oder Nbumba Nzila. Es ist der Gott der Wegkreuzungen, der Geist, der den Weg öffnet und bewacht und der Wissen lehrt. Es ist der „Dunkle“ oder „Schwarze“ Mann, manchmal auch mit dem Teufel gleichgesetzt, manchmal ein Trickster, oft auch der Vermittler zwischen den Welten, ähnlich wie Hermes. Wegkreuzungen selbst spielen im Hoodoo (und in anderen magischen Traditionen ebenso, man denke nur an Hekate) auch eine wichtige Rolle, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Wie in vielen anderen volksmagischen Praktiken arbeitet auch ein Rootworker mit Pflanzen (ganz besonders auch mit Wurzeln), Mineralien (besonders magnetische) sowie auch persönlichen Habseligkeiten oder Körperflüssigkeiten von Personen. Auch Erde oder Staub spielen eine wichtige Rolle, ob sie nun von Friedhöfen, vom Fußabdruck der zu behexenden Person oder von einer Wegkreuzung stammen. Öle, Kerzen, Bilder und Symbole sind natürlich auch Bestandteil des Rootworking und zahlreiche Alltagsgegenstände können es ebenso sein. Schnaps und Tabak sollte man übrigens auch immer zur Hand haben, um helfende Geister anzulocken. 😉

Zwar sind durch Einflüsse aus Europa durchaus auch astrologische oder numerolische Einflüsse in die Hoodoo-Praxis gelangt, dennoch sind es vor allem moderne und urbane Rootworker, die ihre Rituale mit den Mondphasen oder astrologischen Tageszuordnungen abstimmen, traditionell spielt dies keine allzu große Rolle. Während viele von ihnen mit einem Altar arbeiten, kommen Athame, Pentakel, Kessel o.Ä. ebenso nicht zum Einsatz.

Auch Divination ist wichtig und wird von Rootworkern auf unterschiedliche Art und Weise betriben. Das Lesen von Teeblättern, Karten (allerdings eher nicht das typische Tarot, das wir kennen), Knochen (Hühner/Opossumknochen), Pendeln mit einem speziellen Mojo und vor allem auch die divinatorische Traumdeutung spielen eine große Rolle.

So, für heute reicht’s (ich will ja nicht schwafeln!), beim nächsten Mal gibt es mehr zum Thema Mojos und Öle und mal wieder ein Rezept.

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2 Gedanken zu “Hoodoo Hintergründe II

  1. Hat dich Hoodoo grade gepackt?
    Mich hat der Ruf vor ein paar Jahren ereilt und ich durfte da ganz viel für mich lernen. Im Moment bin ich grade wieder etwas weg davon, Hekate hat mich nämlich grade stark im Griff 🙂
    LG Alruna

    • Definitiv! Seit ich „Jambalaya“ von Luisa Teish in den Händen hielt und mit wachsendem Interesse gelesen habe, fasziniert mich die afrikanische und afro-amerikanische Magie sehr. Gleichzeitig komme ich aber auch nicht vom griechischen Pantheon weg, das mir auch sehr am Herzen liegt. Und Hekate, die treffe ich an der nächsten Wegkreuzung hoffentlich auch mal wieder … grüß sie ganz freundlich. 😉

      LG
      Liath

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