Ein unterstützenswertes Projekt: Das Valashu-Epos

Wie vielleicht einige von euch wissen, lese ich unheimlich gern und viel, unter anderem auch Fantasyromane. Dabei bin ich kein Fan von Elfen, Orks und Zwergen, die sich Knüppel um die spitzen Ohren hauen, sondern mag es eher, ausgeklügelte, phantasievolle Welten zu erkunden, faszinierende Protagonisten zu begleiten, in schöner Sprache zu schwelgen oder auch mich von einer ausgefallenen Idee begeistern zu lassen. Kurzum: Ich mag eben auch bei der Fantasy gute Bücher (von einigen wenigen Guilty Pleasures abgesehen :D).
Heute möchte ich euch ein Projekt ans Herz legen, dass der Vollendung einer Reihe dient, die man als spirituelle Fantasy bezeichnen kann.

Es geht um den letzten Band des Valashu-Epos von David Zindell, einer recht außergewöhnlichen Fantasy-Reihe, die es leider bisher nicht geschafft hat, vollständig ins Deutsche übersetzt zu werden, was sich nun ändern soll. Unabhängig vom Buch an sich finde ich das Projekt einfach großartig. Ich kann zwar durchaus auch englische Bücher lesen, ärgere mich aber dennoch maßlos, wenn Übersetzungen einer Reihe plötzlich wegen schlechter Verkaufszahlen eingestellt werden – und jene, die kaum Englisch lesen können, werden da wohl noch enttäuschter sein, nie das Ende einer Reihe lesen zu dürfen. Vielleicht ist dieses Projekt ja ein Vorreiter, der auch anderen unvollendet übersetzten Serien die Komplettierung ermöglicht? Oder aber es ermöglicht Büchern, die zu besonders sind, als dass ein Verlag das wirtschaftliche Risiko einer Übersetzung und Veröffentlichung eingehen wollte, ebenjene?

Aber genug von mir, Susanne Gerold, die Übersetzerin des Valashu-Epos selbst (die mE ganz, ganz wunderbar übersetzt und mit ganzem Herzen Einsatz zeigt) steht hinter dem Projekt und hat auch viel treffender umschrieben, worum es geht:

„Worum geht es also?

Es geht um …

eine Geschichte, die so unbedingt erzählt werden wollte, dass sie sich einen Träger suchte. Über Berg und über Tal wanderte sie, fragte mal hier, mal da, und wurde doch ein ums andere Mal vertröstet und weitergewinkt. Dann endlich, nach langer Zeit – einer Ewigkeit, wie es ihr schien – geriet sie an einen, der sich ihrer erbarmte – nein, nicht der sich ihrer erbarmte, sondern der sich aufrichtig darüber freute, von ihr auserwählt worden zu sein.
Und die Geschichte war stolz. Endlich jemand, der sie verstand. Endlich jemand, der ihr seinen Mund und seine Ohren lieh, ja, der ihr überhaupt seine sämtlichen Sinne gab und sie aus den düsteren Katakomben befreite, in denen sie so lange ein klägliches Dasein gefristet hatte.
Es waren glückliche Zeiten, lichte Zeiten, die sogar noch strahlender wurden, als sie erfuhr, dass andere Träger sie in anderen Sprachen erzählen wollten. Flugs eilte die Geschichte in diese anderen Welten und suchte nach Übersetzern, eins, zwei, drei, und voller Glück beobachtete sie, wie sie erneut Gestalt annahm, erneut geboren wurde. Oh, dachte die Geschichte, wer weiß, wenn ich einmal richtig groß bin …
Aber die Geschichte wurde nicht groß. Der böse Zauberer kam und nahm ihr alles weg, oder vielleicht nicht alles, aber in der einen Sprache, da raubte er ihr ihr ganzes Glück. Ihre Perspektive. Ihre Zukunft.
Der böse Zauberer stahl ihr ihr Ende.
Die Geschichte weinte. Und rief, aus den tiefsten Schichten der Katakomben, in die sie mit drei von vier Bänden verbannt worden war, um Hilfe.
Die Übersetzerin hörte.
Die Übersetzerin wollte helfen.
Aber die Übersetzerin war allein nicht stark genug, und konnte daher nichts tun.
Bis sie eines Tages von einer interessanten Möglichkeit erfuhr. Wenn nur genug Menschen wollen würden, dass es die Geschichte gab … dass dem bösen Zauberer das Ende wieder entrissen wurde, das er sich gestohlen hatte, dann konnte es klappen. Dann konnte die Geschichte ihr Happy End vielleicht doch noch finden.
Gesagt, getan. Die Übersetzerin machte sich an die Arbeit und die Geschichte schöpfte neue Hoffnung. Denn die vielen Menschen mussten ja überhaupt erst erfahren, dass sie gebraucht wurden. Dass ihr Geld gebraucht wurde, damit die Übersetzerin, während sie die Geschichte übersetzte, etwas zu essen hatte. Damit sie die Geschichte, wenn sie sie übersetzt hatte, für all die vielen Leute, die sie haben wollten, drucken lassen konnte. Damit sie sie den Leuten geben konnte, nachdem sie sie gedruckt hatte.
Die Übersetzerin wusste, dass es nicht leicht werden würde. Aber die Übersetzerin war niemand, die leicht aufgab. Zumindest versuchen konnte man es. Und außerdem … gab es immer einen Weg. Hatte sie mal gelesen. Hatte die Geschichte selbst gesagt.
Der Weg, fand die Übersetzerin heraus, nannte sich Crowdfunding, und er bestand darin, ganz viele Leute zu suchen, die alle ein mehr oder weniger kleines Scherflein dazu beitrugen, dass ein Projekt Wirklichkeit werden konnte, das einer – oder eine – allein nicht stemmen konnte. Viele kleine Teilchen, die ein nettes Sümmchen ergaben, mit dem sich etwas anfangen ließ.
Wie zum Beispiel einer Geschichte ihr Ende zu retten.
Nun war das Sümmchen, das die Übersetzerin brauchte, nicht gar so klein, denn die Geschichte – selbst das Ende – war lang, und sie wollte auch nicht huschdichmäßig übersetzt werden, sondern genauso gut wie am Anfang. Also brauchte die Übersetzerin viele viele Leute. Und so tat sie alles, was sie tun konnte, um diese vielen Leute zu finden. Sie machte eine Homepage über die Geschichte und die Geschichte der Geschichte – www.valashu-epos.de. Sie machte einen Blog – www.gelingendes-leben.de. Sie ging zu Facebook und Twitter und Google+ und sonstwohin und erzählte überall davon, dass es diese Geschichte gab, die Hilfe brauchte. Und natürlich ging sie zu dieser Plattform, Startnext – www.startnext.de/valashu-epos.de -, und baute ein Projekt, wo man diese Hilfe leisten konnte. Sogar ein Video drehte sie dafür, das auf der Homepage steht und auf der Seite von Startnext.
Und dann schrieb die Übersetzerin ganz viele Mails an ganz viele Leute und hoffte, dass wenigstens ein paar von ihnen Mitleid mit der armen Geschichte hatten.
Einer Geschichte, die von Mitgefühl handelte. Von Erkenntnis und Erleuchtung und bösen Zauberern. Die davon handelte, wie man die bösen Zauberer vertrieb, ohne selbst zu einem zu werden. Die auch erzählte, wie man so böse werden konnte und was man tun konnte, um nicht so böse zu werden. Und wie man, wenn man böse geworden war, trotzdem auch immer noch göttlich war und daher auch wieder gut werden konnte. Ja, die Geschichte erzählte alles, was mit dem Menschen, mit der conditio humana zusammenhing, und wieso der Mensch das Göttliche finden konnte, finden musste, denn das, das sagte die Geschichte, ist es, worum es wirklich im Leben geht, das Göttliche zu finden, in ihm und um ihn herum, in allem, was er atmet und sieht und riecht und spürt …
Natürlich vergaß die Übersetzerin auch nicht, allen zu erzählen, wie es vor sich ging. Zum Beispiel, dass sie erst einmal 100 Menschen brauchte, die nichts anderes tun mussten, als auf die Crowdfunding-Plattform startnext.de/valashu-epos zu gehen, sich zu registrieren und auf einen Button zu drücken, auf dem „Fan“ steht.
Fan werden, sagte die Übersetzerin, bedeutet nur, dass man sagt, dass dieses Projekt es wert ist, überhaupt ausprobiert zu werden. Weiter nichts. Keinen einzigen Cent muss – kann – in dieser Phase den Besitzer wechseln. Und überhaupt, auch wenn später, in der zweiten Phase, Geld fließt, wird der Supporter es nur los, wenn die angestrebte Projektsumme in ganzer Höhe zustande kommt. Wenn nicht, kriegt er, kriegt sie, das Geld zurück. Jeden einzelnen Cent.
Aber das mit dem Geld, sagte die Übersetzerin, kommt erst später. Oder das mit den Dankeschöns, mit denen sie sich bei den Supportern für ihre Unterstützung bedankt und zu denen natürlich unter anderem auch das deutsche Ende der Geschichte gehört. Oder warum das ganze eine Spende ist, über die sich das Finanzamt gar nicht freut, die Unterstützer aber um so mehr. All das, sagte die Übersetzerin, hat Zeit bis später. Jetzt geht es wirklich erst einmal darum, in möglichst kurzer Zeit 100 Leute zusammenzukriegen, die sagen: ja, ich finde, dass versucht werden soll, dass diese Geschichte ihr Ende kriegt. Ihr ganz persönliches Happy-End.
Vier Wochen Zeit hatte die Übersetzerin, um diese 100 Leute zu finden, obwohl ihr selbst zwei Wochen lieber waren. Aber natürlich konnte sie ihre potenziellen Supporter nicht drängeln. Sie konnte höchstens vorsichtig anfragen. Darauf hinweisen. Dass. Es. Schön. Wäre. Wenn. Man. Falls. Man. Überhaupt. Bereit. Wäre. Als. Fan. Zu. Unterstützen. Es. Möglichst. Schnell. Tun. Könnte.“

In der Anfangsphase, die noch 2 Wochen dauert, geht es also nur darum, erstmal Fan zu werden, damit verpflichtet man sich noch nicht zu irgendwelchen finanziellen Unterstützungen. Ein paar Fans braucht das Projekt noch und wer mag, der kann sich ja einfach fix einen Ruck geben und Fan werden – das hat übrigens trotz der Formulierung nix mit Facebook zu tun (auch wenn man sich per Facebook einloggen könnte, wenn man dies will) und man kann das auch völlig anonym tun.

Wer die Bücher übrigens noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass es dir ersten Bände im Antiquariat oft spottbillig gibt und dass es sich lohnt, mal hineinzuschauen. Und wer sie kennt, der mag das Projekt vielleicht ohnehin unterstützen.

Fan werden kann man nun also hier: http://www.startnext.de/valashu-epos

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