Das dreifache Gesetz

Bestimmt habt Ihr das irgendwo in ähnlicher Form schon gelesen: Alles, was tust, kehrt dreifach zu dir zurück. The threefold law oder das dreifache Gesetz wird dieser Grundsatz auch genannt. Ich habe früher daran geglaubt, so als Teenager – das klingt doch auch gerecht, nicht wahr, dass man alles Gute und Böse vielfach zurückbekommt? Nur, was genau ist eigentlich gut und böse, gibt es das überhaupt? Sieht das nicht jeder anders, gibt es nicht Rechtfertigungsgründe, die für uns legitim sind, für andere nicht? Die Welt besteht aus bunten Farben und vielen Graustufen, sie ist nicht in schwarz-weiß gemalt und gut und böse, das sind Schubladen, in die man ziemlich beliebig etwas einsortieren kann.

Aber auch wenn man dieses Schema mal weglässt, kann es ja immer noch sein, dass alles, was man aussendet, mit der gleichen oder stärkeren Kraft zu einem zurückkehrt, oder? Meiner Erfahrung nach ist dem aber nicht so. Wortwörtlich kann man solche Grundsätze ja ohnehin nicht sehen – wenn ich jetzt einem anderen per Fluch den Arm gebrochen hab (nicht, dass ich das je tun würde, das Beispiel ist nur schön bildlich ;)), dann breche ich mir selbst daraufhin nicht beide Arme und ein Bein. Woher die 3 im dreifachen Gesetz kommt, kann ich übrigens ohnehin nur raten (es ist eine magische Zahl, eine Zahl der Manifestation? Weiß da wer mehr?). Letztlich denke ich, man bekommt immer das zurück, was man glaubt bekommen zu müssen.

Nehmen wir also an, ich helfe jemandem magisch (oder sonstwie) und bin fest überzeugt davon, dass Universum wird mich dafür belohnen. Ich male mir sogar schon aus, wie diese Belohnen aussehen könnte. Ich fokussiere dann meine Gedanken darauf, etwas Tolles zu bekommen – und damit wirke ich ja auch wieder Magie, bewege etwas mit meinem Denken und es ist nicht verwunderlich, wenn ich dann tatsächlich „belohnt“ werde.

Wenn ich nun davon überzeugt bin, etwas Böses getan zu haben und dafür bestraft zu werden, läuft das ähnlich. Wobei das natürlich nochmal besonders tricky ist. Wenn ich jemandem magisch schaden will, dann muss man dafür idR eine ganze Menge negativer Energie aufbauen, meist fließt da eine Menge Hass, Wut, Trauer und Schmerz herein. Und diese Energie muss man dann auch komplett wegschicken können – ansonsten bleibt sie bei einem oder fällt tatsächlich auf einen zurück und man muss mit üblen Konsequenzen leben. Und natürlich sollte man sich davor hüten, eine andere Hexe irgendwas anhexen zu wollen – wenn die klug ist, spiegelt sie das nämlich einfach und dann bekommt man tatsächlich zurück, was man ausgesendet hat (vielleicht auch eine Erklärung, woher dieser Grundsatz kommt?).

Letztlich denke ich, dreht sich alles darum, Verantwortung für sein Handeln zu nehmen, statt sich von kosmischen Gesetzen richten zu lassen. Für fast alles, was wir wollen, müssen wir einen Preis zahlen – manchmal gibt es was geschenkt, klar, aber das ist mehr Ausnahme als Regel. Jedes Handeln hat Konsequenzen (für irgendjemanden oder irgendetwas zumindest), jede Aktion provoziert eine Reaktion und daher sollte man sich vorher überlegen, welche Folgen unser Tun heraufbeschwören könnte. Leider ist es nicht immer so einfach, wie die dreifache Regel einen glauben machen will – nur weil man jemandem hilft, heißt das nicht, dass man dafür belohnt wird und nur weil man jemandem schadet, heißt das nicht, dass man dafür bestraft wird. So zumindest mein Denken und meine Erfahrung – und was meint ihr dazu?

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7 Gedanken zu “Das dreifache Gesetz

  1. also, ich hab auch nicht die erfahrung gemacht, daß dinge, die ich aussende, dreifach zurückkehren. ich denke, es kommt darauf an, wie ich dem, was ich aussende, emotional und gewissenstechnisch gegenüberstehe. wenn ich jemandem die pest an den hals wünsche und finde, daß mein handeln gerechtfertigt ist und daß er es verdient, dann wird sich das meiner erfahrung nach nicht gegen mich wenden.

    so oder so, schilden ist der trick. welche sich magisch unsichtbar machen kann (ich meine auf energetischer ebene – stofflich ist mir das bisher eher leidlich geglückt, denn offenbar falle ich auf, egal was ich tu^^), ist ganz gut geschützt.

  2. Ich denke, die „Drei“ ist einfach als magische Zahl da, und die Einteilung in gut und böse funktioniert schonmal gar nicht. (Die meisten Menschen sind nicht böse, sondern dumm. Und/oder überarbeitet.)

    Aber es stimmt schon – alles, was man tut, hat Konsequenzen. Nur wie die dann aussehen…

  3. Meiner Meinung nach darf man diesen Satz nicht streng wortwörtlich nehmen, nach dem Motto: ich hexe dir jetzt die Pest an den Hals und bekommen dann die Cholera zurück oder auch ich wünsche dir 1 Million Euro und bekomme dann selbst 3 Millionen. Das sind eher Harry Potter Kindereien. Ich denke, die Formulierung dieses Gesetzes will einfach auch simpel gestrickten Leuten ein fundamentales, universales Gesetz nahe bringen. Ob man das jetzt Karma nennt oder Gesetz der Anziehung oder sonstwie ist irrelevant. Und dieses Gesetz greift meiner Erfahrung bzw. Beobachtung nach auf jeden Fall. Dabei bezieht es sich nicht explizit auf bestimmte magische Handlungen. Vielmehr akkumulieren sich hier die Handlungsweisen und Intentionen, magische und nicht-magische – einfach die gesamte Lebensart, über viele Jahre bzw. Jahrzehnte hinweg, bis das“Schicksal“ quasi zuschlägt – ob nun im „Positiven“ oder im „Negativen“.
    Das dreifache Gesetz ist für mich einfach eine Aufforderung für selbstverantwortliches Handeln, das uns an die Konsequenzen des eigenen Tuns erinnern soll – egal ob im magischen oder im alltäglichen Leben.

    • das kommt meinen vorstellungen sehr nahe. ich denke auch, dass es ein sinnbild dafür ist, dass wir „ernten was wir sähen“. und das ist ja etwas was uns so oder so ähnlich eigentlich in beinahe jeder religion oder philosophie und sogar in der physik begegnet. was wir aussenden kommt auf uns zurück. worauf wir uns fokussieren, dass ziehen wir an. auf aktion folgt reaktion.
      dabei kann die folge sehr direkt sein. (ich lächle jemand an und er lächelt zurück.) manchmal ist das ganze aber subtiler und vielschichtiger und vielleicht nicht immer so einfach zuzuordnen.

  4. @Amala: Das sehe ich ähnlich wie du. Stofflich unsichtbar machen wäre sehr praktisch, aber ich fürchte, wenn mir niemand einen Tarnumhang schenkt, werde ich das auch nicht hinbekommen. ^^

    @Diandra: Habe noch gelesen, dass mit 3 die drei Ebenen „Körper, Geist, Seele“ gemeint sind, auf denen man dann den Rückschlag bekommt, aber ob da was dran ist, weiß ich auch nicht.

    @Varis: Ich glaube an alle die Gesetze wie Karma und Co, gar nicht – aber ich weiß, es gibt genug, die das tun und das ist auch okay. Für mich ist das auch zu sehr wie man dem Prinzip der Sünde – prinzipiell bemühen sich da viele (nicht alle) dann nicht darum, das „Richtige“ zu tun und niemandem zu schaden, weil sie es selbst so wollen, sondern weil sie Angst vor Strafe/Gottes Zorn/schlechtem Karma/dem dreifachen Übel haben.

    @Ima: Prinzipiell denke ich zwar auch, dass diese Gesetze in vielen Fällen Anwendung finden. Aber: Wenn ich einen Ball werfe, dann habe ich in jedem Fall die Konsequenz, dass er von mir fortfliegt. Dass er zu mir zurückkommt, ist nicht unbedingt der Fall, es sei denn, jemand spielt ihn zurück oder er prallt gegen etwas, das ihn zurückwirft oder ich hole ihn mir selbst wieder. Dieses Beispiel kann man auf viele andere Lebenssituationen übertragen. Insofern ist für mich (!) gerade das Gesetz, dass wir zurückbekommen, was wir aussenden, eben nicht universell.

    Alles Liebe an euch
    Liath

    • Wenn das Wort „Karma“ fällt, denken die meisten an die fernöstliche Bedeutung bzw. an eine Art „Strafe“ für „falsches“ Handeln. Das ist es jedoch nicht. Alles im Universum steht miteinander in Wechselwirkung und bildet ein Ganzes. Und jeder Teil dieses Ganzen beeinflusst den Rest davon mit jedem Tun, mit jedem Gedanken etc., was wiederum zu einer entsprechenden Reaktion führt. Es geht hier nicht darum etwas Bestimmtes zu tun, nur weil man es für „richtig“ hält. Es geht auch nicht darum, „bestraft“ oder „belohnt“ zu werden oder – wie das im fernöstlichen Raum oft gelebt wird – um eine Art demütige Passivität, um ja nichts falsch zu machen. „Karmisch“ gesehen, ist wohl gerade letzteres „falsch“, weil Stagnation nicht zu einer Weiterentwicklung führen kann. „Karma“ ist nichts anderes als des Wechselspiel des Lebens und bezieht sich nicht zwangsweise auf einzelne, isolierte Handlungen. Auch kann man sich selbst in Bezug auf „Karma“ nicht getrennt von seiner Umwelt sehen. Das Beispiel mit dem Ballspiel ist da ganz passend. Wenn ich mich als separates, abgetrenntes Individuum sehe, dann wird mir niemand den Balll zurückspielen, wenn ich ihn werfe. Wenn ich mich aber als Teil eines Ganzen – im Beispiel des Ballspiels als Teil meines Teams sehe – dann wird mir der Ball zugespielt oder auch jemand anderem etc. Aber ob ich mit meinem Team nun gewinne oder verliere, hängt davon ab, wie ich und mein Team spielen – sprich, das Endergebnis hängt von einer Vielzahl an Einzelhandlungen ab, für die ich z.T. direkt verantwortlich bin und z.T indirekt dadurch, wie ich anderen den Ball zuspiele. Und „Karma“ ist auf das Leben übertragen nichts anderen – es ist einfach das Wechselspiel im Netzwerk des Lebens.

      • wieder kann ich mich varis ausführungen anschließen. 🙂
        bei dem beispiel mit dem ball ist es ja auch so, dass ich damit immer etwas auslöse, was das ist, das hängt natürlich vor allem von der intention des werfers ab. ist es innerhalb eines spiels wie varis beschrieb, wirft man den ball jemand an den kopf, wirft man ihn auf eine stark befahrene straße, wirft man ihn gegen eine wand oder in einen teich oder wirft man ihn einfach nur weg, wirft man fest oder sanft, mit viel anstrengung oder wenig …
        ich glaube das alles verbunden ist, das wir alle teil eines großen ganzen sind. ein riesiges mehrdimensionales netzwerk. da ist es für mich ganz logisch, dass alles was wir tun eine auswirkung hat auch wenn uns diese vielleicht nicht direkt bewusst wird. alles was wir tun und denken hat ja bereits eine wirkung in uns, das ist nicht zu unterschätzen.
        wenn ich den ball gegen etwas schleudere, dass ich dabei verletze oder beschädige, dann muss es nicht zwangsläufig heißen, dass mir gleich drei bälle entgegen kommen, die mich entsprechend treffen und verletzen, aber wer will überblicken was die tat an sich in mir auslöst. wie sie meine haltung verändert. meine gefühle und mein denken. und das mag viel „schlimmer“ sein.
        das ist natürlich im positiven genauso. wenn ich einen menschen herzlich anlächle, dann heißt das nicht, dass mich dafür nun drei menschen herzlich anlachen werden. aber diese geste löst auch in mir ein gutes gefühl aus und bereichert mich.
        kurz heißt das, das die reaktion vielleicht nicht immer die ist die wir erwarten oder vorher sehen, vielleicht nehmen wir sie nicht einmal bewusst wahr, aber das bedeutet für mich nicht, dass es keine reaktion gibt.

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