„Sowas macht eine Feministin nicht!“

Ich finde es interessant, wie sehr sich manche Menschen selbst in eine Schublade stecken, sich Zwänge und Regeln schaffen und ihnen gehorchen und versuchen, sie auf „Gleichgesinnte“ zu übertragen. Ich bin eine Feministin. Mir ist es wichtig, dass Frauen nicht als Männern untergeordnet wahrgenommen oder behandelt werden (und wer glaubt, dass dies doch hier in Deutschland längst nicht mehr so sei, schaue sich als auffälligstes Beispiel nur mal die unterschiedlichen Gehälter von Männern und Frauen an). Mir ist wichtig, dass kleine Mädchen (und Jungs) nicht mit Spielzeugbügeleisen in klischeehafte Geschlechterrollen gedrängt werden (ein Stichwort, für dass es neulich wieder ein gutes Beispiel gab: Pinkifizierung). Mir ist es wichtig, dass Frauenhass ausgemerzt wird. Und und und – es ist noch viel zu tun, es läuft noch viel verkehrt.

Dennoch gibt es viele, die meinen, ich sei doch eher eine Anti-Feministin (hö?), weil ich mich beispielsweise schminke, Röcke trage und gern für den Freund und mich koche. Und andere Frauen, die ich kenne, tun genau diese Dinge nicht mehr oder nur heimlich, weil sie fürchten, dafür nicht mehr ernst genommen zu werden. Ganz ehrlich, das ist doch auch Unsinn! Warum sollte man eine „schlechte“ Feministin sein, wenn man ein Faible für Make-Up hat? Für mich ist das durchaus auch eine Form der Kunst – das Gesicht ist die Leinwand und man kann sie in bunten Farben bemalen oder ein paar dezente Linien setzen. Ich mag die Kreativität, die man beim Schminken walten lassen kann – auch wenn ich das meist tatsächlich nur zum Vergnügen zuhause mache und ungeschminkt vor die Tür gehe. Auch Röcke und Kleider trage ich nicht, um mich damit als Sexobjekt oder kleines Liebchen zu präsentieren, sondern weil ich sie bequemer finde, Punkt. Einen passenden Rock kaufe ich in 10 Minuten, eine passende Hose finde ich manchmal nicht einmal in 2 Stunden … Ich finde übrigens, es ist auch nichts dabei, wenn man sich über die Pinkifizierung kleiner Mädchen aufregt und selbst pink mag – es ist nunmal ein Unterscheid, ob man sich als erwachsene, aufgeklärte und selbstbestimmte Frau dafür entscheidet, ein rosa Kleid zu tragen oder ob man als Mädchen eines aufgedrängt bekommt, weil es zu dem Geschlecht passen soll, es ohnehin nichts anderes gibt und das vielleicht favorisierte Blau ja eher was für Jungs wäre. Das ist nämlich einfach nur blanker Unsinn!

Ich könnte mich hier sicher noch länger Auslassen, aber ich glaube, mein Standpunkt kommt bereits rüber. Besser als sinnlos gegeneinander zu wettern, sollte man miteinander für Frauenrechte einstehen. Und besser als heimlich seinen Leidenschaften zu fröhnen, sollte man dazu stehen, andere aufklären und den Mythos vom oberflächlichen Schmink- und Modepüppchen, der auch nichts anderes als eine Degradierung von Frauen ist, zerschießen.

Advertisements

5 Gedanken zu “„Sowas macht eine Feministin nicht!“

  1. Die berüchtigten Schubladen… damit kann man sich unheimlich gut davon abhalten, wirklich wichtige Dinge zu tun. Und solange wir über Rocklängen streiten, kümmern wir uns nicht um den Rest der Welt. ^^

  2. Ich verstehe dich nur zu gut! Sagt man heute man sei Feministin, dann glauben alle man sei eine Männerhassende, Frauendingen feindlich gegenübergestellte Person….Wieso eigentlich? Ich mag Männer, auch ich schminke mich und Kochen tue ich auch gerne (ja auch für Männer) 😉

    Nun ja, was solls…Schubladen? Kenn ich nicht! 😉

    Liebe Grüsse
    Joanna

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s