Das Raunen der Runen

Lange habe ich keinen Zugang zu allem gehabt, was irgendwie in Richtung nordisch-germanische Mythologie/Spiritualität geht. Obwohl ich die Leute aus dem Asatru-Bereich, die ich kennen lernen durfte, extrem sympathisch und ihre Art ihre Religion zu leben sehr interessant, ehrlich und schön finde, war es nie meins. Doch dann kam in einem Forum der Vorschlag einer Runen-AG auf und irgendwie dachte ich, vielleicht probiere ich es doch noch einmal. Und siehe da, sie haben mich voll und ganz erwischt!

Vielleicht bin ich es damals falsch angegangen. Man kann nicht einfach ein Buch über Runen lesen und dann offenbaren sie sich dir. Runen müssen erlebt, gefühlt, erkundet werden. Natürlich komme ich als Buchwurm und Wissensdurstige dennoch nicht umhin, das Thema auch zu erlesen. Es geht aber mehr um Hintergründe. Nicht darum also, was irgendein moderner Esoheini Fehu für magische, spirituelle Kräfte zuschreibt (womit ich nicht sagen will, dass das alles Quatsch sei). Sondern darum, herauszufinden, was die Rune wohl wirklich bedeutet hat und sich dann diesem Thema zu nähern. Wenn Fehu also für Vieh steht, was für Vieh hatten die Germanen damals? Welche Bedeutung hatte es für sie? Und was ziehe ich daraus für mich?

Neben der Theorie kommt natürlich die Praxis. Man kann auf so viele Arten mit Runen arbeiten, ist mir in der AG klargeworden. Ich kann sie intonieren, bei mir tragen, mir aufzeichnen, ich kann sie stellen, bereisen. Ich kann Runenkekse backen und sie essen. Ich kann sie tanzen, flüstern, schreien, was mir eben einfällt und passend erscheint. Und es wirkt bisher schon ganz erstaunlich …

Wichtig ist für mich dabei vor allem, mir Zeit zu lassen – jede Rune verdient 1 bis 2 Wochen (mindestens!), um sich mit ihr anzufreunden, sie kennen zu lernen. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt und wie ich mich dabei entwickle.

Habt ihr auch schon eure Erfahrungen mit Runen gemacht?

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9 Gedanken zu “Das Raunen der Runen

  1. hej, das ist ja spannend: geht mir ähnlich. ich hab Mitte der 90er schon mal mit Runen zu tun gehabt, habs aber dann wieder sein gelassen, weil ich für mich damals passendere Sachen gefunden hab. Und nun kommen sie seit einem jahr wieder mehr und mehr zurück:)

    Grüßlis
    irka

    • Ich hatte ganz am Anfang auch ein bisschen Runenkontakt (damals mit einer feministischen Sicht auf die Runen), aber dann auch spannendere, passendere Sachen gefunden. Es gibt eben für alles die richtige Zeit und jetzt ist die der Runen, scheint es. 🙂

  2. Ja, ich habe sie auch nach und nach kennengelernt, durch aufmalen auf die Haut oder als Amulett getragen, immer mindestens 2 Wochen lang. Das „Runenyoga“ hat mir nichts gebracht, aber die Intonation dafür umso mehr.
    Meine Schattenbücher schreibe ich in Runenschrift. Das fühlt sich für mich richtig an.
    Und am Daumen trage ich schon seit Jahren einen Ring, in den die Runen des älteren Futhark graviert sind. Den nehme ich nur zum Kochen ab 🙂
    LG Alruna

    • Beim Runenyoga bin ich auch sehr skeptisch … hab mich bisher doch noch nicht dazu durchringen können, weil das ganze irgendwie auch so einen braunen und zu modernen Einschlag für mich hat. Intonieren mag ich auch mehr,

      LG
      Liath

  3. ich wünsche dir viel freude bei deiner entdeckungsreise mit den runen 🙂 die runen kommen mich immer mal wieder besuchen.
    mein krassestes runen-erlebnis: mein mann und ich sitzen im auto. ich erzähle ihm, daß ich in der nacht zuvor (rauhnächte) ur intoniert habe und demonstriere direkt, wie. schließlich tönen er und ich: uuuuuuuur. uuuuuuuuur!
    tja, und auf einmal rennt eine riesige wildsau zwei meter vor uns über die straße. so eine große, lange, hohe, riesige wildsau hab ich noch nie gesehen. ich denke, wir haben sie um haaresbreite verfehlt – rein physikalisch war das eigentlich gar nicht möglich. herzrasen!
    aber klar, wenn wir rufen, dann passiert auch was….

  4. Wichtig ist für mich dabei vor allem, mir Zeit zu lassen – jede Rune verdient 1 bis 2 Wochen (mindestens!), um sich mit ihr anzufreunden, sie kennen zu lernen. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt und wie ich mich dabei entwickle.

  5. Pingback: Uruz und Thurisaz « Wege der Magie

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