Wasser

Momentan nutze ich die wärmeren Tage des sich anschleichenden Herbstes nochmal, um im See schwimmen zu gehen. Das habe ich im Sommer so oft wie möglich gemacht. Zum einen, weil es der Sport ist, den ich am meisten mag, zum anderen, weil ich mich im kühlen Nass im Sommer am wohlsten fühle, zum letzten weil es gratis ist und wesentlich besser als das Schwimmbad. Kein Chlor, mehr Widerstand, mehr Reinigung – ich fühle mich trotz all des trüben Wassers so richtig sauber und erfrischt, wenn ich ein bis zweimal den See durchschwommen habe. Nach einigen Bahnen im Schwimmbad muss ich dagegen erstmal das Chlor wegschrubben.

Im Sommer ist das Wasser für mich auch ein guter Ausgleich zu all dem Feuer, wenn die Tage heiß und zäh sind, selbst wenn ich keine Badekleidung dabei habe oder es sich nicht um einen Badesee handelt, muss ich wenigstens bis zu den Knien ins Wasser oder ein bisschen am Ufer sitzen und mit den Füßen planschen. An heißen, hektischen Tagen brauche ich das Fließen des Wasser, diese Beruhigung. Meditieren in einem See? Wunder, wunderbar. All die Hektik, der Stress, fließen aus mir heraus und sinken auf den Wassergrund oder werden weggespült. Bewusstes Wassertreten läd die Batterien wieder gut mit einer ganz besonderes Kraft auf.

Im Herbst gibt es keinen Mangel an Wasser – bis Oktober gehe ich oft noch ins Wasser und wenn es nicht warm und sonnig genug dafür ist, regnet es ja oft. Die Luft ist feucht, aber auch erdig. Der Wind bläst gern und stark. Im goldenen Herbst gibt es auch genug Wärme, genug Feuer. Ich mag diese Ausgeglichenheit der Elemente, ich mag den Herbst.

Aber er macht mich auch etwas melancholisch … bald wird es kein Schwimmen im See mehr geben. Bald keine gemütlichen Spaziergänge in der wärmenden Sonne mehr, dann müssen Mütze, Handschuhe und Stiefel ausgepackt werden. Kein Grün mehr vor dem Fenster. Schnee ist auch Wasser, aber im Schnee höre ich nicht das Lachen der Undinen.

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2 Gedanken zu “Wasser

  1. So gerne ich den Herbst habe, an der Wehmut wegen des Abschieds vom Sommer komme ich auch nie vorbei. Abends nach der Arbeit nicht mehr im Garten sitzen zu können, in der Früh im Dunkeln zur Arbeit fahren und im Dunkeln zurückzukommen… Und trotzdem ist auch der Winter schön.
    LG Alruna

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