Freundschaft

Irgendwie ist das ein Thema, das mit den Jahren (bei mir zumindest) immer schwieriger wird. Als Kind – in einem Dorf, wo es nur eine Handvoll anderer Kinder in meinem Alter gab – war es leicht: Entweder hast du dich fix wieder mit deinen Freunden vertragen, wenn es mal Krach gab, oder du hast deine ganze freie Zeit allein verbringen müssen. Und so dauerte der Zank nie allzu lang, denn auch wenn man durchaus in den Wäldern und Feldern spielen und Geborgenheit finden kann, funktioniert z.B. eine Runde MauMau mit einer Birke nicht so gut.  😉

Und heute (ich lasse mal die Teenagerzeit aus, die war in Sachen Freundschaft mit all ihren Cliquen, Oberflächlichkeiten und Hormonen eh ein Graus!) hat man die Wahl, gerade in der Großstadt. Ein Freund hat etwas getan, dass ich nicht gut fand – warum den Konflikt mühevoll lösen, wenn doch so viele andere warten, die vielleicht viel bessere Freunde werden können? Warum die Mühe, Zuneigung und Kompromisse in ein tiefes freundschaftliches Band investieren, wenn es so viele oberflächliche Bekanntschaften gibt, die man knüpfen kann? Ist doch auch für’s Netzwerken viel besser. Freundschaften werden heutzutage binnen einer Sekunde beendet – da muss man nur noch den entsprechenden Button auf Facebook drücken. Und geknüpft werden sie natürlich genauso schnell …

So richtig komme ich mit dieser Einstellung nicht zurecht. Ich hätte gern enge, bedeutsame Freundschaften – welche, in denen Verbundenheit, Loyalität, Vertrauen vorherrschen. Freunde, bei denen ich mich angekommen fühle und genau so sein kann, wie ich bin, in all den (manchmal schwierigen) Facetten. Aber irgendwie mag mir das nicht so recht gelingen. Es fällt mir schwer, mich tatsächlich zu öffnen und so fällt es wahrscheinlich auch meinem Gegenüber schwer, mit mir ein Band zu knüpfen. Es fällt mir schwer, jemandem wieder zu Vertrauen, der dieses Vertrauen einmal verletzt hat, auch wenn ich mich sehr bemühe. Ich habe Probleme damit, Kontakte zu pflegen – oftmals bin ich so beschäftigt, mit dem Studium, mit kreativen Projekten, mit Spirituellem oder mit Träumen, dass ich vergesse, mich zu melden, jemandem zu antworten, nachzufragen oder dass mir die Kraft dafür fehlt. Dazu kommt, dass ich oft Angst habe, aufdringlich zu sein oder das Bedürfnis, mich einfach nur zurückzuziehen.

Alles nicht die besten Voraussetzungen für enge Freundschaften … ich hoffe dennoch, dass ich daran arbeiten kann und auf Menschen treffe, die das Gleiche suchen wie ich, die gleiche Einstellung zu Freundschaft haben, die eben nicht nur Zweck- oder Spaßgemeinschaften sein sollen, die beendet werden, wenn sie keinen materiellen Mehrwert liefern oder kompliziert werden. Bis dahin finde ich Vertrauen, Geborgenheit, Freundschaft zum Glück immer noch draußen, unter Bäumen, in Tälern, an Flüssen …



„Es gibt wenig aufrichtige Freunde. Die Nachfrage ist auch gering.“ – Marie von Ebner-Eschenbach

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22 Gedanken zu “Freundschaft

  1. Da gibt es nur ein Weg – raus gehen und Menschen treffen, kennenlernen und dann Freundschaften schliessen.

    Du musst einfach Deine Hindernisse, welche Du in dem Post aufgeführt hast überwinden und dich einfach auf Menschen einlassen.

    • Da hast du natürlich recht und ich gehe durchaus häufig aus und lerne verhältnismäßig viele Menschen kennen, dafür dass ich recht introvertiert bin.

      Nur: Menschen kennen lernen und Freunde finden sind leider zwei paar unterschiedliche Schuhe. Selbst wenn ich meine Hindernisse weitestgehend überwinde, muss der andere ja immer noch ein paar für mich unverzichtbaren Ansprüchen an einen Freund (loyal, offen für mich, zuneigungsvoll, vertrauenswürdig, konfliktfähig) gerecht werden … und da hapert es dann oft im Laufe der Zeit und man wird sich wieder fremd.

      LG
      Liath

      • Reden wir von Freundschaft oder Beziehung?

        Man kann auch keine Freunde finden wenn man keine Menschen kennenlernt, insofern sind es nicht zwei Paar Schuhe sondern eins folgt dem anderen. Und damit jemand Deine Ansprüche an Freunde erfüllen will, solltest Du es auch tun. Und gerade mit schlechter Kontaktpflege – warum sollte jemand die Verantwortung auf sich nehmen eine Freundschaft mit Dir aufzubauen wenn du keine Lust oder Zeit auf Kontaktpflege hast?

        Das ist auch der Grund weshalb es nur sehr wenige sehr gute Freunde geben kann. Und man sie nicht sofort findet. Denn eine richtige Freundschaft ist eine große Verantwortung auch.

        Arbeite weiterhin an Dir und es wird sicherlich klappen!

  2. Ja Freundschaft ist ein heikles Thema! Und diese entsprechend zu pflegen ebenso!
    Auch ich bin meist so beschäftigt das ich vergesse zu antworten und wenn’s mir dann doch wieder einfällt (meist Wochen später) ist mir das unangenehm, obwohl echte Freunde auch diese kleine Patzer ignorieren oder selbst mal nachfragen ob alles in Ordnung ist!
    Jeder ist halt nur Mensch.
    Und ich bin selbst auch niemandem böse wenn auf meine Nachrichten nicht geantwortet wird! Meist „trifft“ man sich eh in irgend einem sozialen Netzwerk wieder!

    • Ja, da bin ich ähnlich: Wenn sich bei mir jemand erst nach Wochen zurückmeldet und ich weiß, dass diese Person eben auch sehr beschäftigt ist und das nicht aus Gleichgültigkeit heraus tut, ist das für mich okay – und dieses Verständnis erhoffe ich mir eben auch vom Gegenüber (und ja, richtige Freunde haben das). Man muss nur den anderen wissen lassen, dass er einem etwas bedeutet – unabhängig davon, wie oft man sich meldet.

      LG
      Liath

  3. öhm. also, mir fällt schon das „rausgehen und leute kennenlernen“ total schwer. die meisten schauen mir eigentlich nur vor den rollstuhl oder die gehbehinderung, dann geht die klappe runter und ende.

    aber liath, bei mir ist das auch gerade thema, so seit dem späten sommer. es fällt mir grundsätzlich schwer, auf leute zuzugehen, habe mich das jetzt aber getraut und sozusagen „samen“ gepflanzt, u.a. in verbindung mit meinem hobby. ich habe nur begrenzt einfluß darauf, ob diese saat aufgeht oder was für pflanzen sprießen werden, aber meinen teil will ich tun. wenn ich merke, daß samen fruchtlos bleiben, dann werde ich aber auch nur begrenzt energie reinstecken, weil ich – bei aller sehnsucht und bereitschaft für freundschaft – nicht bereit bin, einseitig „reinzubuttern“, wenn nichts zurückkommt. „vorleistung“ (auch vertrauen, sich melden und so) ist ok, aber tragfähig wird das ganze nur, wenn mehr als eine person dran interessiert ist.

    • Ich hoffe, dass deine Samen aufgehen! 🙂

      Früher habe ich sehr sehr viel reingesteckt, unabhängig davon, was ich zurückbekomme. Ich habe faule Kompromisse gemacht, mich verbogen, mich gekümmert, immer zugehört, geholfen, gegeben – aber irgendwann habe ich die Sinnlosigkeit dessen erkannt. Es muss einfach (irgendwann) einen Austausch geben, sonst ist man am Ende leer und verbittert.

  4. Sehe ich auch so. Man muss eben zuerst einmal den Personen begegnen, die einen ein Leben lang begleiten wollen/dürfen/können. Dafür muss wohl jeder auch das ein oder andere Mal eine weniger schöne Erfahrung machen.

    Bei mir hatte sich zeitweise das ganze Freundschaftsumfeld auf einen Schlag geändert, dazwischen war eine Zeit, in der ich niemanden als richtig guten Freund bezeichnet habe. Doch dann trifft man auf Menschen, oft in unglaublichsten Situationen und man merkt, dass man sich, obwohl verschieden, sehr ähnlich ist. Sicher ist, jede Art von Beziehung bedeutet eine Menge Arbeit. 😉

    Bei mir spielen da Vertrauen und Humor eine sehr wichtige Rolle, habe ich herausgefunden. 🙂

    Ich wünsche dir, dass die dir erhoffte Freundschaft bald findest!

    Liebe Grüsse
    Nicky

  5. Ich glaube, Freundschaften kann man genau so wenig erzwingen wie Liebesbeziehungen. So wie man sich in einen anderen Menschen verliebt, oder eben nicht, so ist das mit Freundschaften auch irgendwie. Die Chemie muss einfach stimmen. Für mich ist ein Freund einfach jemand der mir sehr viel bedeutet, den ich auf eine platonische Art und Weise liebe. Jemand von dem ich weiß das ich mit ihm über alles sprechen kann, dass er loyal ist und ich ihm vertrauen kann. Eine Freundschaft zu pflegen setzt vorraus das ich bereit bin zu investieren. Gerade am Anfang einer Freundschaft muss ich Zeit und Zuwendung reinstecken, damit sich überhaupt eine so starke Bindung aufbaut (da ist es wieder wie bei den Liebesbeziehungen, wenn man verliebt ist verbringt man auch viel Zeit miteinander). Bei einer gefestigten Freundschaft ist esmanchmal sogar okay wenn man sich wochenlang nicht sieht, weil halt grade viel passiert im Leben, aber wenn man sich wiedersieht ist die Freude um zu größer.
    Angst enttäuscht und verletzt zu werden kennt ja jeder von uns. Aber da zitiere ich immer gerne meine frühere Lieblingsband „nur wer sich öffnet für den Schmerz läßt auch die Liebe mit hinein“ 🙂
    Und mit Freundschaften ist es wie mit anderen Beziehungen auch, wenn wir sie einfach beenden ziehen wir nur neue Menschen in unser Leben mit denen wir genau das gleiche Problemmuster durchleben können. Im Endeffekt sind ja all unsere Beziehungen nur Spiegel unserer Selbst, unserer Glaubenssätze, alten Verletzungen, Ängsten usw.

    LG
    Karmi

    • Nä, erzwingen kann man nix. Ich weiß oft sehr schnell, ob ich jemanden „riechen“ kann bzw. ob die Chemie stimmt. Wenn nicht, dann kann mir diese Person noch so ähnlich oder prinzipiell sympathisch sein – eine enge Freundschaft wird daraus einfach nicht. Insofern ist Freundschaft, genau wie Liebe für mich auch etwas, das manchmal sehr irrational ist und damit schwer erfassbar.

      Die Textstelle kenne ich auch – gar nicht so unpassend, in der Tat. 🙂

      LG
      Liath

  6. Ja, dieses große und wichtige Thema… Ich sage meist die wahren Freunde kannst Du an einer Hand abzählen. Bekanntschafte, auch richtig gute, kann man viele haben. Aber ein echter Freund ist wirklich etwas sehr besonderes, ein kostbares Geschenk.
    Da ich selbst immer viel um die Ohren habe und mir auch ständig neue Baustellen (Hobbies ect.) baue, kommen meine Freunde kontakt-mäßig häufig zu kurz. Das tut mir auch leid, muss ich zugeben. Allerdings bin ich auch der Meinung dass ein echter Freund Verständnis hat und Dich bzw. Deine Marotten mit einem Augenzwinkern zu nehmen weiss. Du solltest natürlich da sein, wenn Du wirklich gebraucht wirst (bwz. Dein offenes Ohr, ein guter Rat, ect.). Jedenfalls sehe ich sie oft längere Zeit nicht, auch weil die Lebensumstände (Entfernungen, Arbeitszeiten usw.) es nicht häufig zulassen.
    Aber diese Liebe überdauert dennoch. Ist das nicht schön?

    • Ich denke auch, dass man wenige wahre Freunde hat – und das ist natürlich auch gut so, denn für mich gehört es auch dazu, für einen wahren Freund da zu sein, wenn er mich braucht, mitzuleiden oder mitzulachen, wenn es nötig ist, zu helfen wo ich kann und wenigstens zuzuhören, wo ich nicht helfen kann. All diese Dinge kann man aber nicht für dutzende Menschen tun, sondern eben nur für ein paar wenige Auserwählte, deren Glück einem genauso wichtig ist wie das eigene.

      LG
      Liath

  7. Es gibt noch einen anderen Weg ^^ Zu HarryPotter-Partys kommen, ganz wilde und verrückte Frauen kennen lernen, und ihrem Lachen verfallen 😉

    Aber ich kann dich da verstehen – und ich ahbe das Gefühl, je älter man wird, desto schwieriger wird es, Freundschaften zu schließen, weil die meisten schon in festen Freundeskreisen stecken. Ich denke aber, dass man die Menschen, nach denen du dich sehnst, sich auch nach dir sehnen – und du sie in dein leben einladen kannst… Und da Freundschaften wie zarte kleine Blumen sind, benötigen sie auch Zeit zum wachsen…

    ich schenke dir ein wenig Zeit…

    • Das ist auf jeden Fall ein Plan. ^^

      Mit den festen Freundeskreisen hast du recht. Manchmal hat man Glück und kommt in diesen Freundeskreis herein, weil man sich mit allen gut versteht, aber ich fürchte, allzu oft kommt das nicht vor.

      Und ich danke dir, für die Zeit – ich werde sie nutzen. 🙂

      • Komisch, ich bin eher der Meinung dass man auf seine Freunde „durch Zufall“ (glaube ich natürlich nicht dran) trifft, egal in welchem Alter. War bei mir bisher immer so. Ohne zu suchen, sondern einfach aus der Situation heraus begegnet. Bei der Arbeit, damals noch in der Schule, Nachbarschaft, oder weil man einander von jemandem vorgestellt wird, sowas…?

  8. Ich starre gerade ganz fasziniert auf den Bildschirm – dieser Beitrag könnte Wort für Wort von mir stammen. ^^ Und „geh doch einfach raus und triff irgendwen“ ist ein Ratschlag, den ich ganz sicher nicht mehr befolge und der einfach für manche Menschen auch nicht funktioniert. Ich habe es versucht, aber rauszugehen aufs Geratewohl bedeutet für jemanden wie mich, der ebenfalls sehr introvertiert ist, letztlich in einer Menschenmenge alleine dazustehen. Das ist nicht Sinn der Sache.
    Ich habe aber die Erfahrung gemacht, wie Athena (die ich zu meinen Freunden zählen darf und die ein Glühwürmchen in meinem Herzkämmerlein ist), daß echte Freundschaften von sich aus ein so tiefgreifendes, intensives Niveau des Umgangs miteinander mit sich bringen – ob man will oder nicht -, daß man sich um Dinge wie „hab ich diese Woche schon angerufen?“ keinen Kopf mehr machen muß.

    Ich habe sehr wenige Freunde, in meinem Sinne von Freundschaft, der sehr ausschließlich ist, und jeder von ihnen wohnt mehrere hundert Kilometer weit entfernt. Einige sehe ich jahrelang nicht – und dennoch sind wir bei jedem Treffen sofort vertraut miteinander, als wären wir eine WG oder Geschwister. Das habe ich viele Jahre gesucht und nicht gefunden und mich einsam gefühlt, doch jetzt, da ich es kenne, bin ich mit den netten Bekanntschafen in meiner Nähe, die über eine gewisse Oberflächlichkeit im Miteinander nie hinauskommen werden, dennoch dankbar zufrieden und freue mich darauf, ein- oder zweimal im Jahr meine ganz besonders Vertrauten zu treffen. Den Rest müssen eben Telefon, Emails, Postkarten und gelegentliche Chats erledigen.

    • Allein rausgehen und Menschen treffen kann ich auch nicht. Das habe ich ein- bis zweimal gemacht und war dann auch wirklich den ganzen Abend allein irgendwo gesessen – inmitten von Menschen, aber irgendwie doch außen vor. In extrovertierter Gesellschaft ist das was anderes, da lerne ich durchaus neue Leute kennen, aber das geht dann eben nicht von mir aus (und ich fürchte, ich bleibe dann auch weniger im Gedächtnis als die extrovertierte Person, die mich begleitet hat …).

      Das, was du erzählst, hatte ich auch mal. Zwei sehr wichtige Menschen, die unheimlich weit entfernt wohnten, einer nichtmal in Deutschland, aber denen ich dennoch immer nah war. Leider habe ich mich so verändert und sie sich ebenso, dass wir in unterschiedliche Richtungen gegangen sind und zu der räumlichen Distanz eine emotionale dazukam. Trotzdem bin ich dankbar für diese Erfahrung der Liebe und Verbundenheit, die alles überwindet.

      LG
      Liath

  9. Hey Liath,
    schöner Beitrag und sehr wahr. Sprichst mir aus der Seele und ich denke auch den Auslöser für deine Unzufriedenheit zu kennen. Zumindest einen Teil davon. Aber zwei Dinge möchte ich noch loswerden. Erstens hoffe ich, dass du dich nicht ganz alleine fühlst freundschaftlich gesehen, denn das bist du nicht 😉 *hüstel* Ich bin ja auch noch da! Und ich für meinen Teil fühle mich dir sehr verbunden und habe auch ähnliche Vorstellungen und Werte in Bezug auf Freundschaften.

    Zweitens habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass ware Freunde bleiben – auch wenn man sich lange nicht meldet. Das ist ja was beidseitiges meistens – und wenn nicht zeigen manche Menschen dafür sogar Verständnis. Meine beste Freundin, die ich seit zehn Jahren kenne, wohnt in einer anderen Stadt. Wir haben nur die ersten 1,5 Jahre in derselben Stadt verbracht, bevor ich quer durch die Republik gezogen bin. Mittlerweile sehen wir uns höchsten jedes Jahr mal. Manchmal telefonieren wir nur alle paar Monate. Und trotzdem ist da ein Verstehen, eine Sympathie und ein Vertrauen, das geblieben ist. Das ist natürlich selten. Gerade hier in dieser Stadt sind Freundschaften so kurzfristig wie bei anderen Leuten die Liebschaften…Da kann man einfach nur draus lernen und weitermachen. Vertrauen wird klar immer schwerer – aber wie bei gescheiterten Liebes-Beziehungen bringt es ja nix, jetzt sich nie wieder auf jemanden einzulassen. Du machst auch nix falsch -gehst raus und triffst Leute, die du vielleicht sogar im Internet kennengelernt hast. Wir haben uns ja auch so kennengelernt. Und hättest du damals gedacht, dass wir uns mal so gut verstehen?

    Liebe Grüße

    Lia

    • Nein, liebe Lia, ganz allein fühle ich mich natürlich nicht – ich bin froh, in dir eine so wundervolle Freundin und Schwester (im Geiste & Herzen) gefunden zu haben, die viele Ansichten gerade in Bezug auf Zwischenmenschliches teilt. 🙂 Auch wenn ich es tatsächlich so nicht erwartet hatte, aber der Göttin sei Dank findet man auch auf unkonventionellen Wegen verwandte Seelen.

      Fühl dich umarmt,
      Liath

  10. Hey Liath.

    Mit diesem Beitrag hast Du mir aus der Seele geschrieben. Deine Probleme und Ängste kenne ich zu gut, ebenso wie den Wunsch, eine tiefe, loyale und feste Freundschaft zu pflegen.
    Auch mir hat man oft geraten, „einfach mal raus zu gehen“ und „neue Leute zu treffen“. Die meisten dieser Versuche endeten äusserst unbefriedigend – nein, eigentlich alle.
    Denn leider sind ja nicht „nur“ Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Loyalität, Geduld etc. ausschlaggebend und wichtig für eine Freundschaft, sondern auch und/oder besonders Dinge wie Einstellung, Humor, Interessen – und genau dort hat es bei mir grundsätzlich nie gepasst.

    Ich kann und möchte zum Beispiel mit niemandem befreundet sein, der Ignorant gegenüber dem Leid anderer (insbesondere dem von Tieren) ist.
    Ebenso kann ich nichts mit Leuten anfangen, die nicht bereit sind, sich selbst, ihre Fehler, ihre Lebensweise zu reflektieren und sich weiterzuentwickeln. Leider schließen schon diese zwei Punkte viele, viele Menschen aus der Umgebung aus.

    Es ist tatsächlich so, dass ich die meisten Menschen, die mir (abgesehen von Partner und Familie) etwas bedeuten, im Internet kennen gelernt habe.
    Da steht allerdings immer die Entfernung im Weg – zwar nicht der Freundschaft als solches, aber eben doch gemeinsamen Unternehmungen und ähnlich schönen Dingen, die man so unter Freunden teilt..

    • Hallo Vaka,
      ja, das mit den Internetfreundschaften ist auch für mich so eine Crux – auch diese Menschen sind mir natürlich unheimlich wichtig, aber wenn man letztlich allein ins Kino geht, allein Spaziergänge macht oder allein sonstetwas macht, das gemeinsam viel mehr Spaß bringen würde, dann wünscht man sich ja doch zumindest auch einen Freund/eine Freundin ohne räumliche Distanz.

      Und ja, so ein paar Dinge gehen für mich auch gar nicht – Sexismus (und es ist erschreckend, wie viele Männer und Frauen das tatsächlich schon ausfallen lässt), Rassismus, Apathie gegenüber Mensch, Tier und Umwelt … und wenn man nicht gemeinsam lachen und weinen kann, dann wird’s in der Tat auch nix.

      Schwierig, aber ich glaube, irgendwann findet man schon jene, die zu einem gehören.

      Alles Liebe,
      Liath

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