Spiritualität und Geld

Ich überlege schon eine Weile diesen Artikel zu schreiben – ursprünglich wollte ich ihn als privaten Artikel veröffentlichen, weil das Thema doch eher kontrovers ist, aber eigentlich würde das auch dem widersprechen, worum es mir geht, wenn ich diese Probleme nun doch anschneide.

In den letzten Jahren ist mir vermehrt die Haltung aufgefallen: „Was spirituell ist, das soll auch nichts kosten.“ Wer für Kartenlegen, Reiki, Seminare und spirituelle Arbeiten Geld nimmt, bekommt mindestens verbal ordentlich auf den Deckel, wird als gieriger, betrügerischer und natürlich gänzlich unspiritueller Mensch verurteilt. Besonders von jenen, die natürlich selbtslos in Unmengen und ungefragt Licht und Liebe auf die Leute lossenden und täglich irgendwelche Engel-, Einhorn- oder Regenbogenglitzerkarten für Fremde ziehen.

Dabei weiß ich gar nicht, wie auch viele sonst vernünftige Hexen, Heiden und andere Leute darauf kommen, dass man keinen Pfennig für spirituelle Arbeit nehmen darf, denn seit jeher war es doch so, dass auch diese eine war, die entlohnt wurde – nicht immer monetär, aber vielleicht wurden dann Gefallen, Gegenleistungen, Tauschgegenstände eingefordert. „Du willst diese Kräutertinktur gegen Warzen? Gut, dann fang mal an die Küche zu schrubben!“ Wer immer ohne Gegenleistung hilft, kommt schließlich irgendwann in die große Not, selbst Hilfe zu brauchen, denn von irgendetwas muss man ja leben (es sei denn, man hat eine Gemeinschaft, die einen versorgt). Ein Reikimeister kann nicht jeden Monat an mindestens einem Wochenende ein insgesamt zehnstündiges Seminar geben, dafür Zeit für sich selbst, seine Familie und Hobbies opfern und dann außer einem „Dankeschön“ rein gar nichts zurückbekommen – es muss ein Gleichgewicht vorhanden sein, damit man nicht irgendwann leer und frustriert endet.

Magisches oder spirituelles Arbeiten basiert in der Regel auf einem Talent und auf Übung dieses Talents wie viele andere Berufe – warum soll die Kartenlegerin umsonst arbeiten, der Anwalt aber nicht? Haben nicht beide an ihren Fähigkeiten gearbeitet? Hören sich nicht beide die Sorgen ihrer Klienten an und geben ihr Bestes, um ihnen zu helfen? Müssen nicht beide für ihre Wohn- und Geschäftsräume, ihre Mahlzeiten, vielleicht ihre Familien aufkommen? Ich sehe keinen nennenswerten Unterschied, es sei denn natürlich, es handelt sich um Scharlatane, die eine Leistung verkaufen, bei der sie nichts „leisten“, sondern nur betrügen.

Zugegeben gibt es so ein paar Dinge, die auch ich mit einem kritischen Auge sehe. Wunderheiler, die mit der Angst und Verzweiflung anderer Gewinn machen. Partnerrückführungen, die meist nicht nur unmoralisch, sondern auch irreal sind und wo ebenfalls starke Gefühle und Verzweiflung ausgenutzt wird. Zwielichtige Wahrsager, die psychische Abhängigkeiten schaffen. Reikiseminare mit mehr als 10 Teilnehmern pro Kurs und einer Gebühr pro Person, die im hohen dreistelligen Bereich liegt. Es gibt leider viele schwarze Schafe, vielleicht wird das Thema Spiritualität und Geld deshalb sehr kritisch gesehen.

Ich habe früher auch mal gedacht, dass es doch besser wäre, wenn man seine spirituellen Fähigkeiten ganz umsonst zur Verfügung stellen würde, um anderen zu helfen und als Teenager habe ich reihenweise Schulbekanntschaften, die ich teilweise nur vom Sehen kannte, die Karten gelegt und alles Mögliche. Das Problem dabei ist allerdings zum einen, dass viele Leute Dinge nicht wertschätzen, die nichts kosten (traurigerweise) und wieder andere sich gierig auf alles stürzen, was sie gratis bekommen – ungeachtet dessen, ob sie es wirklich brauchen. Und als Teenager hatte ich natürlich auch nicht unbedingt das lebensnahe Verhältnis zum Thema Geld, war ich doch nicht zwingend darauf angewiesen, welches zu verdienen.

In meiner Studentenzeit wurde es dann zum ersten Mal sehr, sehr eng finanziell gesehen. Hinzu kam eine 55h-Uniwoche, die einen richtigen Nebenjob unmöglich machte (oder mich zumindest endgültig ausgelaugt hätte). Was tun? Ich beschloss, auf gut Glück spirituelle Dienste gegen Spende anzubieten.  Ich sagte explizit, dass jeder geben soll was er möchte und entbehren kann – und wenn das nur eine warme Mahlzeit ist, ist das auch okay, denn schließlich ging es mir um’s Überleben und nicht um Profit. Und tatsächlich musste ich in dieser schwierigen Zeit keinen Tag hungern – manche Menschen waren großzügig in ihrer Spende, andere konnten wirklich nur ein Essen entbehren, aber letztlich waren immer beide Seiten zufrieden und es herrschte für mich ein schönes Gleichgewicht und sobald es brenzlig wurde, kam auch schon der nächste Auftrag. Es war alles wesentlich angenehmer und runder als zu Teeniezeiten und hat mein Denken sehr verändert.

Momentan helfe ich nun einer Freundin dabei, ein eigenes hexisches Unternehmen aufzubauen. Und auch das fühlt sich nicht nur gut an, sondern nahezu gesegnet. Wann immer Unsicherheiten oder Mutlosigkeit aufkommen, gibt es plötzlich ein Zeichen weiterzumachen. Diese Woche hatten wir einen Auftrag, den uns eigentlich nur Fortuna persönlich zugesandt haben kann, so derart großartig war der. Und was die Götter selbst derart segnen, kann ja nicht falsch sein, oder?

Letztlich bin ich der Meinung, dass jeder das Recht haben sollte, das zu tun, was er liebt und für richtig hält – und davon auch leben zu können. (Wobei ich trotzdem lieber eines Tages im Gericht als im Hexenlädle arbeiten möchte. ;)) Genauso wie es natürlich jedem unbenommen sein muss, spirituelle Dienste zu verschenken, solange man sie nicht ungefragt aufdrängt.

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34 Gedanken zu “Spiritualität und Geld

  1. hmmmmm ich finde es krass wie viele Leute mit „spirituellen Dienstleistungen“ Geld verdienen, die einem nur nach dem Maul reden und sagen was man hören will… schau dir mal die ganzen Kartenleger-Sendungen im TV an. Da rollen sich einer seriösen Kartenlegerin die Zähennägel auf. Letztlich ist es dann aber so, dass die Betrüger meist mehr verdienen als die echten.

    • Ja, gut, sowas wie AstroTV finde ich auch sehr, sehr fragwürdig (es wäre lustig, würden die Anrufer nicht teilweise derart abgezockt), daher nahm ich die ganzen schwarzen Schafe auch von meinen Überlegungen aus.
      Sicher gehört eine gewisse Einfühlsamkeit zum Kartenlegen dazu, sodass man niemandem unangenehme Einsichten total kaltschnäuzig an den Kopf klatschen sollte, aber sobald man nur noch das Gegenüber bestätigt steckt ja keine Leistung mehr dahinter …

  2. hallo meine liebe,
    ich habe darüber auch schon mehrfach geschrieben, mir wird es auch immer wieder “ vorgeworfen“..I.ich sehe das genau wie du. Danke für diesen Artikel!
    Gesegnete Grüße
    Minerva

    • Da hilft nur: Sich nicht von seinem Weg abbringen lassen und die anderen reden lassen. Oft sind es ja auch gerade die, die mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurden, die es für verwerflichen halten, wenn man Geld verdienen will/muss – vom hohen Ross kann man halt leicht auf andere herabschauen. Mach weiter so und viel Erfolg!

  3. Ich halte es gar nicht für verwerflich, für spirituelle Arbeit Geld zu nehmen. Problematisch ist ja meist nur, die Scharlatene von den wirklichen Lebenshelfern zu unterscheiden. Da hilft vermutlich nur, sich über Mundpropaganda einen guten Ruf zu erarbeiten und für etwaige Kritik am Umgang von Spiritualität und Geld nur taube Ohren zu haben.

  4. Das kann ich nicht verstehen, weshalb soll erbrachte Leistung nicht entlohnt werden?

    Am schwierigsten erscheint mir aber auch in der Tat, jemand vertrauenswürdigen zu finden. Wird doch wirklich recht viel Schindluder mit einem Hilfesuchendem getrieben. Schließlich sind die Menschen nicht selten auf ihrem langen Weg der Suche schon an etlichen „Stationen“ enttäuscht oder abgelehnt worden. Meißt öffnet sich auch erst dann der Geist und ist geneigt zu glauben, an Hexen und Schamanen, die Magie, die Karten etc..

    Ich stelle es mir aber auch schwierig vor, Preise zu benennen. Wieviel kann ich für was verlangen, auch so, das es dem Klienten, das es mir als einleuchtend und „wert“ erscheint?
    Wie schon weiter oben erwähnt, früher wurde mit Eiern, Kaminholz oder schlicht Arbeitskraft bezahlt, heute eben mit Geld – leben und leben lassen – eine Hand wäscht die andere…….

    Mundpropaganda ist für mich häufig bzw. immer entscheidend. Manchmal kann es dann auch einmal etwas länger dauern, bis ich jemanden für mein aktuelles Vorhaben gefunden habe. Aber finde ich genau das, was ich suchte, so bleibe ich treu und berichte anderen Suchenden gern von meinen Erfahrungen.

    Sicher ist frau auch je nach Verzweifelungsgrad schon gefährdet, den Scharlatanen in die Fänge zu geraten…….Da hilft nur geduldig zu recherchieren, auch wenn´s schwer fällt.

    Oh, ist jetzt doch etwas länger geworden, mein Gedanke…..^^

    LG
    Silberweide

    • Hm, bei der Frage nach dem Wieviel würde ich eine ganz klassische Kalkulation wählen. Schließlich funktioniert eine spirituelle Arbeit wirtschaftlich gesehen ja auch nicht anders als eine „normale“. Die Frage ist also immer: Was benötige ich, um meine Kosten zu decken? Natürlich macht es hier wieder einen Unterschied, ob man das aus Spaß an der Freude macht oder davon leben will…

      • Nun, ich gehe davon aus, es wird ernsthaft betrieben und das der Erwerb schon den Unterhalt sichern soll.
        Könnte das nicht auch ein Kriterium für Ernsthaftigkeit sein?

      • Chefsekretärin Ursel, die das Kartenlegen von ihrer Oma erlernt hat, kann so etwas ja auch nebenberuflich betreiben 🙂 Ursel verdient sich also nur etwas dazu; ihr Lebensunterhalt ist ja durch ihre Stelle als Chefsekretärin gesichert.
        Waltraut ist hauptberuflich Medium. Sie muss gut kalkulieren. Pi mal Daumen einen Mindeststundensatz um die 30 Euro, um ihre Kosten (Versicherungen, Steuern, Materialien, schlechte Auftragslage, Urlaub, Krankheit) zu sichern.
        Deshalb meine ich ja: ist auch nicht anders als eine „normale“ Selbstständigkeit.
        Und Waltraut und Ursel können beide ihrer Berufung fröhnen 😉

  5. 30,-€ das ist doch mal ein Betrag, und mal unabhängig von Waltraut und Ursel, hatte ich bisher keine Vorstellung über die etwaige Höhe der Entlohnung. Vielen Dank 🙂
    Natürlich gehe ich mit dir konform, was die Selbstständigkeit angeht, eine Dienstleistung sozusagen. Deswegen versteht es sich doch von selbst, dafür etwas zu bezahlen bzw. zu verlangen. In meinen Überlegungen tauchte auch eher Waltraut auf, die ihre Dienstleistung angemeldet hat (also nicht schwarz ein wenig Taschengeld dazu verdient 😉 ) und die bereits von Dir genannten Auslagen.
    Vielleicht ist es für mich auch zu selbstverständlich,für erbrachte Leistungen zu zahlen bzw. eine Gegenleistung zu erbringen 😀

    • Als Selbstständige kann ich sagen: Nein, das ist nicht unbedingt selbstverständlich! Viele vergleichen den Stundenlohn eines Selbstständigen mit ihrem eigenen als Angestellter… Da wirkt das natürlich astronomisch. Daran, dass man ja auch seinen Arbeitsplatz finanzieren muss und eben die Arbeit macht plus das, was sonst der Chef und die Buchhaltung erledigen, denken die meisten nicht.
      Ursel kann ihre Nebentätigkeit auch anmelden und ganz legal betreiben. Sie ist da auch eher der ehrliche Typ, voarausgesetzt ihr Chef duldet eine solche Nebentätigkeit 😉 Dennoch hat sie dann weniger Abgaben als Waltraut und ihr sicheres Einkommen.

      • Kann es aber auch daran liegen, das einfach die „Kurse“ zu unbekannt sind? Es gibt ja wahrscheinlich keine Art einheitliche oder richtungsweisende Preisliste für magische Dienstleistungen?
        Wobei ich davon ausgehe, Waltraut ist eher im Freudes und Bekanntenkreis sowie Familie (und deswegen Preislich verhandelbar) und Ursel „freischaffende“ Selbstversorgerin.

      • Die Preise sind nicht so bekannt. Wer weiß schon, wie viel sein Arbeitsplatz insgesamt kostet? Aber unabhängig von der Branche geht der Mindeststundensatz in Richtung 30 Euro, wenn man davon leben will und Vollzeit arbeitet. Da man im spirituellen Bereich aber eher nicht acht Stunden hintereinander ackert, ist er vermutlich noch höher.
        Meine Freundin war bei einer Heilerin, die wohl auch gut war: 140 Euro für eine einstündige Sitzung.

  6. Das ist bestimmt auch mit so ein Punkt: Die Heilerin war gut…..und dann ist frau doch sowieso bereit zu zahlen oder nicht? Meißtens hat schon vieles Andere im Vorfeld soviel Geld verschlungen, da ist die Bereitschafft ohnehin höher, sich auf eher ungewöhnliche Pfade zu begeben…..Und wenn deine Freundin von der Heilerin angetan war, hat Sie doch auch sicher gern das Geld „investiert“ und eben im Nachhinein als gute Anlage gewertet, oder nicht?
    Und dann kommt wieder die Mundpropaganda, o.k. 140€ sind kein Pappenstil aber wenn die Leistung den Hoffnungen entspricht…

    • Das sollte eher mal ein Beispiel für so einen Stundenlohn in der Branche sein.
      Mine Freundin hat es zumindest nicht bereut… Aber bei 140 Euro schluckt man eben auch mal kurz.

    • Hui, 140 Euro finde ich doch sehr stark, aber tatsächlich kann man sich sowas leisten, wenn man gut ist und wenn man tatsächlich gut ist, weiß man eben auch, dass man keine 8h am Tag spirituell arbeiten kann und muss dann eben sehr großzügig rechnen.

      Spannende Diskussion habt ihr übrigens. 🙂

      • Ich wollte schon vorschlagen, dass wir deine Kommentarfunktion vielleicht nicht so spammen 😉
        Ich denke auch, dass es unrealistisch ist bei solchen Berufen von einem Achtstundentag auszugehen bzw. von einer so hohen Zahl von Klienten und Fequentierung wie zum Beispiel ein PR-Berater hat.
        Da hilft nur, mit nem spitzen Bleistift nachzurechnen…

  7. Für mich hat die magische Arbeit, die Arbeit mit Energien oder Karten etc. immer auch etwas im Vergleich mit Handarbeiten; es ist so schwer das Vollbrachte in Zahlen zu wandeln, steckt doch auch immer viel von einem selbst drin, egal ob Kraft, Zeit, Geist etc.

    Liebe Kathrin, ich danke Dir für das interessante Gespräch…
    und Dir liebe Liathano, dass Du uns die Plattform dafür geboten hast…..

    Wünsche Allen eine schönen Abend
    Silberweide

  8. Sehr interessanter Post und danke, dass Du ihn öffentlich gemacht hast! Ich habe mir zu diesem Thema selbst schon einige Gedanken gemacht.
    Was mich an den Leuten, die glauben spirituelle Arbeit dürfe nichts kosten, am meisten stört ist, dass diese Leute ohne zu mucken ihre Kirchensteuern zahlen und brav Geld in den Opferstock stecken. Ist im Grundsatz – nicht von der spirituellen Ebene, oh nein, aber grundsätzlich – das Gleiche oder?

    • Da hast du Recht!

      Dass Kirchenmenschen nichts verdienen ist in der Tat illusorisch, obwohl es gern als positives Gegenbeispiel angeführt wird – natürlich ist es (hoffentlich) so, dass sie ihre Tätigkeit als Berufung ansehen und gerne den Menschen geistigen Beistand leisten. Aber entlohnt werden sie doch trotzdem, wenn auch nicht so direkt wie selbständige Dienstleister.

  9. hallo ihr lieben,
    viele vergessen dabei aber auch, das „wir hexen“ dann ein gewerbe anmelden müssen und dem finanzamt rede und antwort stehen , das heist, von all meinen verkäufen, meinen spirituellen arbeiten gehen immer 19% ab, dann kommt noch die krankenversicherung dazu, noch die betriebsversicherungen ( einzelhandel) und noch steuerberater und und und …viele kleinigkeiten .

    unter dem strich bleibt dann nicht mehr viel für mich, das sehen viele wiederum nicht. arbeitszeit oder gar stundenlohn darf ich dabei nicht berechnen. es gibt dann noch abzüge wie gez gebühren, für ein ladenlokal, strom, wasser, miete…

    klar kann frau sowiso die im büro arbeitet oder harz 4 bekommt und alles nebenbei macht, da lockerer mit umgehen und das kostenlos oder über spende anbieten.

    meinen hexenladen mit mir als dienstleisterin gibt es nun 10 jahre und wir hatten am jahrsanfang so arge probleme zu überleben…und dann gibt es menschen, die einem vorwerfen, man wäre zu teuer oder man nehme für jede beratung geld ( was aber nicht stimmt)…das macht dann schon mal ärgerlich, vorallem wenn man eine familie hat, die auch essen haben will…

    liebe grüße
    minerva schwarz elster blog

  10. Hallo Liathano,
    Spiritualität ist nicht bezahlbar. Spiritualität ist eine Geisteshaltung.
    Mit der Vermittlung spiritueller Behauptungen wird andererseits viel Geld verdient. Kirchen, Sekten, Gurus und Weise verkaufen ihre „Wahrheiten“.
    Zauber, Heilung, Kartenlegen und ähnliches sind Dienstleistungen, die man gegen Geld in Anspruch nehmen kann. Sie sind okkulter Krimskrams und nur wenig spirituell.
    Ich verkaufe meine Bücher. Manche sind magische Rezeptbücher, manche legen spirituelle Sichtweisen dar und führen in die nicht religionsgebundene Mystik ein. Sie sind Ware.
    Manchmal werde ich für Zauber angefragt. Meistens gebe ich kostenlos Rat, wie man für sich selbst etwas arrangieren kann. Sehr selten mache ich selbst einen Zauber für andere. Solcher Zauber soll vergolten werden, mal mit Geld, mal mit einem Dankeschön. Die Umstände bestimmen den Ausgleich.
    Licht und Liebe
    Matthias Mala

    • Hallo Matthias,
      ja, da hast du natürlich insofern Recht, als dass ich mich etwas ungeschickt mit dem Titel ausgedrückt habe, Spiritualität ist in der Tat eine Geisteshaltung, die nicht bezahlbar ist – die Frage ist eher, wie steht ein spiritueller Mensch dazu, sich seine Dienstleistung bezahlen zu lassen?
      Davon Wahrheiten zu verkaufen halte ich auch nichts (wohl aber bei der Findung der eigenen Wahrheit zu helfen).
      Bei der Differenzierung von „okkultem Krimskrams“ und Spiritualität gehen unsere Meinung vermutlich auseinander. 😉 Ich finde, das sollte man nicht zu eng sehen – viele Menschen sehen heutzutage ohnehin nur als spirituell an, was aus dem fernen Osten kommt, während alles andere für sie Esoterik im negativen Sinne ist. Dabei sollte es jedem selbst gestattet sein zu bestimmen, was er in seiner Spiritualität aufnimmt, was ihn darin unterstützt.

      Alles Liebe,
      Liath

  11. Hallo,
    was für ein interessanter Beitrag, Liath.
    Ich bin auch der Meinung, dass man sich für spirituelle Leistung bezahlen lassen darf. Und das das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen sein sollte. Gerade die Scharlatane sind sicherlich eher an ihren exorbitanten und völlig überzogenen Forderungen zu erkennen, als die ernsthaften Anbieter. Und selbstverständlich besteht ein Unterschied, ob man freiberuflich oder hauptberuflich diese Dienstleistung anbietet. Ich finde aber eine Entlohnung richtig und auch wichtig, denn genau wie du es bereits schreibst: es geht dabei auch um die Wertschätzung einer Leistung oder Sache. Was nichts kostet ist nichts wert und wird auch nicht geschätzt. So schade, wie ich es finde, leider geht in unserer Zeit die Bewusstwerdung einer Sache häufig mit einem Geldwert einher. Das ist wie mit dem Anschnallen im Auto: so lange es nur das Leben gekostet hat, sich nicht anzuschnallen, wurde es nicht geschätzt und eher nicht gemacht. Seit es nicht nur das Leben, sondern auch noch Geld kostet schnallen sich fast alle an.
    Herzliche Grüße
    Branwen

    • Ja, leider verstehen viele Menschen das Wort „wertvoll“ nur noch in einem monetären Sinne, wo es doch so viele Eigenschaften, Güter, Erfahrungen und anderes gibt, was man nicht in Geld aufwiegen kann. Das mit dem Anschnallen, was ja der Lebenserhaltung dient, ist ein gutes Beispiel.

  12. das mit dem GERICHT verstehe ich nicht…
    aber ansonsten nimm und gib soviel du magst…
    habe immer bettelgroschen dabei…
    ich finde deinen artikel klasse…
    ich lege mein geld abends in den selbstgemachten TONTOPF mein GEldvermehrer
    ebenso die Kreditkarten…gleich am ALtar…
    ich finde es mehr als richtig,von meiner arbeit zu leben…
    meine Magie ist überall mit drin…
    studierst du JURA?wegen dem GERICHT…
    also immer einen groschen mehr als du brauchst,das ist mein wunsch fürs nächste jahr für dich…

    • Ich habe mir, angeregt durch eine Freundin, die das schon vor langer Zeit so gelernt hat, 2 weiße Mäuse gebastelt und in die Brieftasche gepackt. Eine männliche und eine weibliche, die sich vermehren können – sodass ich immer viele Mäuse habe. 😉 Und manchmal parfümiere ich auch Geld und es kommt zu mir zurück. Geld ist weder böse noch unspirituell, denn Magie kann in allem stecken, das vergessen viele.

      Und ja, ich studiere Jura, daher das Gericht – das ist meine Berufung.
      Danke ganz herzlich für den lieben Wunsch!

  13. Das Problem ist hier, dass es einfach viele Scharlatane gibt, die mit den Sorgen und Nöten der Menschen spielen und ihnen ganz bewusst das Geld aus der Tasche ziehen. Dazu kommt, dass spiriuelles Arbeiten in unserer immer noch sehr materialistisch geprägten Welt mit Skepsis betrachtet und gerne ins Reich des Aberglaubens verbannt wird – woran oben erwähnte Scharlatane auch maßgeblich beteiligt sind.
    Für mich persönlich käme es nicht in Frage, für spirituelle Dienste Geld zu verlangen bzw. überhaupt spirituelle Dienste als Dienstleistung anzubieten. Der spirituelle Bereich ist meiner Meinung nach einfach eine persönliche Angelegenheit und ein Bereich, zu dem auch jeder gleichermaßen „Zutritt“ hat, auch ohne „Dienstleister“. Aber wenn jemand tatsächlich seinen Lebensunterhalt mit ehrlicher, spiritueller Arbeit verdient, dann ist das für mich auch in Ordnung – zumindest solange man sich nicht daran bereichern möchte und Leute über den Tisch zieht.

    LG, Varis

    • Ja, die Scharlatane sind leider so eine Sache. Was den Leuten so alles verkauft wird, das ist wirklich unverschämt.

      Du hast natürlich recht, wenn du sagst, dass jemand auch ohne Dienstleister Zutritt hat – nur finde ich, dass es darauf oftmals gar nicht ankommt. Ich bin in Reiki eingeweiht und kann mir selbst ohnedies Energie zuführen. Trotzdem nehme ich auch gern einmal eine Reiki-Anwendung durch jemand anderen entgegen, weil das noch ein Stückchen entspannender ist. Oder lasse mir (wenn auch eher von Freunden/Bekannten) die Karten legen, um mal einen komplett anderen Standpunkt zu sehen (andere wiederum kommen zu mir, weil sie einen blinden Fleck in einem Thema haben). Genauso wie ich gerne ins Restaurant gehe, obwohl ich kochen kann oder mir schöne Handarbeiten kaufe, obwohl ich genau weiß, wie ich sie selbst herstellen könnte. Manchmal lässt man eben auch gerne andere für sich arbeiten, aus welchem Grund auch immer. 😉

  14. Wenn jemand Zeit und Material aufwendet und dazu auch noch „etwas kann“, dann finde ich einen Ausgleich auf welche Art auch immer schon gerechtfertigt. Muss ja nicht immer Geld sein, kann auch ein Geschenk oder ein von Herzen kommendes Danke sein.
    Aber dann gibt es diese Leute, die mal in einem Buch etwas gelesen haben und das dann gleich gegen Bezahlung anbieten – die Scharlatane eben, die sich selber oft gar nicht als solche sehen… Das finde ich furchtbar.

  15. Ich finde es auch unsinnig, in diesem Bereich zu arbeiten, ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Das Problem daran – die Scharlatanerie – existiert ja auch in jedem anderen Bereich; sei es die Humanmedizin, der Häuserbau… beliebig lange Liste. Es hat jeder Mensch bei Dingen, die er für sich haben möchte, immer noch die Möglichkeit und auch die Verantwortung, abzuwägen, ob er jetzt wirklich diese Summe für jene Leistung entrichten möchte oder nach Alternativen sucht.
    Es scheint mir nur, daß es im Spirituellen leichter ist, Leute abzuzocken, weil da ganz oft Menschen nach etwas nicht Greifbarem suchen, denen das Selbstbewußtsein fehlt, sich mit zwielichtigen Angeboten auseinanderzusetzen. So wie es meines Erachtens abartig ist, welche Summen teilweise von Bestattungsunternehmen oder für Brautfrisuren oder -kleider genommen werden, nicht, weil der Aufwand so groß ist, sondern weil man in einer Situation wie dieser emotional neben sich steht und praktisch alles unterschreiben würde – so kommt es mir in Glaubensdingen auch vor.

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