Lesefutter

Ich habe die Feiertage (besonders die Tage, wo ich krank war und jene, die ich bei meinen Eltern ohne Internetanschluss verbrachte) vor allem damit verbracht einige Bücher zu lesen. Um die Weihnachtszeit krame ich gern wieder meine Harry Potter Bücher hervor – die ersten vier Bücher mag ich am meisten, sie verzaubern mich immer wieder und versetzen mich in meine Kindheit zurück. Die 700 Seiten des vierten Bandes habe ich tatsächlich in einem Rutsch am 2. Weihnachtsfeiertag durchgelesen, weil ich gar nicht mehr aufhören könnte. Allerdings fiel mir auf, dass man in Hogwarts als Veganerin einen schweren Stand hätte – in den Zauberstäben sind Drachenherzfasern oder Phoenixfedern, für Zaubertränke braucht man Molchaugen oder Florfliegen, in Verwandlung muss man aus Igeln Nadelkissen machen und der reich gedeckte Tisch bietet auch eher was für die Fleischesser. 😉

Weil ich dann immer noch in der Stimmung für Hexen und Zauberer war, habe ich auch ein wundervolles Buch von Terry Pratchett wieder hervorgeholt, und zwar „Total verhext“. Ich lese es gerade dem Freund vor, denn es ist wundervoll geeignet, besonders bei den Szenen mit Oma Wetterwachs, um zu erklären was Hexen so machen und nicht machen. 😉

Außerdem habe ich auch ein anderes, schönes Buch das gut zum Winter passt hervorgeholt, nämlich „Northern Lights“ (Deutsch: „Der goldene Kompass“) von Philip Pullman. Ein wirklich ideenreiches, spannendes Jugendbuch, das in einem Paralleluniversum spielt, in dem jeder Mensch einen Daemon hat, der mit ihm untrennbar verbunden ist. Die Übersetzung ist stellenweise leider nicht so gut und die religionskritischen Aspekte des Romans sind vielleicht auch nicht jedes Lesers Geschmack.

Momentan knöpfe ich mir die Reihe „Der magische Zirkel“ von Lisa J. Smith vor. Bisher nicht überragend, aber doch ganz nett, erinnert mich ein bisschen an den Film „Der Hexenclub“. Dass wirklich alle Hexen und Hexer ausnehmend schön sind und dies auch jedes Mal extra erwähnt wird (außer natürlich die Heldin, denn der fällt ihre eigene Schönheit nicht auf, bis ihr Schwarm sie darauf hinweist, ehem…), ließ mich aber recht schnell mit den Augen rollen …

An magischer Sachbuch-Lektüre liegt derzeit „Utterly Wicked“ von Dorothy Morrison auf dem Bücherstapel. Dorothy ist Wicca, aber sicher keine flauschige Hohepriesterin – sie raucht und trinkt und flucht im verbalen wie auch im magischen Sinne. Irgendwie ist sie mir sympathisch. 🙂 Das Buch wurde mir mehrmals empfohlen und es ist wirklich überraschend gut und interessant. Und vor allem auch sehr witzig – den „Toilet Paper Hex“ musste ich gleich dem Freund vorstellen. ^^

Zitate:

„Narben können recht nützlich sein. Ich selbst habe eine oberhalb des linken Knies, und die ist ein tadelloser Plan der Londoner U-Bahn.“
(Harry Potter und der Stein der Weisen)

„Wir sind alle dem Schicksal unterworfen“, sagte die Hexe, „aber wir müssen so tun, als seien wir es nicht, sonst würden wir vor Verzweiflung sterben. Diesem Mädchen geht eine merkwürdige Prophezeihung voraus: Es ist ihr Schicksal, das Ende des Schicksals herbeizuführen. Sie muß das jedoch tun, ohne zu wissen, was sie tut, als sei es in ihrer natur angelegt und nicht von Schicksal bestimmt. Sagte man ihr, was sie tun muß, wäre alles Vergebens; es wäre der Sieg des Todes in allen Welten und der Triumph der Verzweiflung für alle Zeiten. Die Welten wären nur noch ein Räderwerk, blind und ohne Geist, Gefühl, Leben…“

(Philip Pulman – Der goldene Kompass)

„That’s the duty of the old“ said the Librarian, „to be anxious on behalf of the young. And the duty of the young is to scorn the anxiety of the old.“

(Philip Pulman – Northern Lights)

„Die Yen-Buddhisten sind die reichste Sekte im Universum. Für sie ist das Streben nach Reichtum eine Sünde, die schwer auf der Seele lastet. Deshalb nehmen sie die unangenehme Pflicht auf sich, möglichst viel Geld zu sammeln, um das Risiko für unschuldige Leute zu verringern.“

(Terry Pratchett – Total verhext)

„Auf dem Berggipfel fand ein eher ruhiger Sabbat statt.
Maler und Schriftsteller geben sich häufig recht übertriebenen Vorstellungen in Bezug auf die Geschehnisse bei einem Hexensabbat hin. Das passier, wenn man zu lange in kleinen Zimmern mit zugezogenen Vorhängen hockt, anstatt nach draußen an die frische Luft zu gehen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Es wird nicht nackt getanzt. Das durchschnittliche gemäßigte Klima beschert nur selten Nächte, die warm genug sind, um jemanden zu einem Tanz ohne Kleidung zu bewegen. Hinzu kommen Steine, Disteln und plötzlich erscheinende Igel.
Dann die Sache mit den ziegenköpfigen Göttern. Die meisten Hexen glauben nicht an Götter. Natürlich wissen sie, dass Götter existieren, und gelegentlich erfolgen auch Kontakte zwischen ihnen. Aber Hexen glauben nicht an sie. Sie sind zu sehr mit ihnen vertraut. Ebensogut könnte man an den Briefträger glauben.“

(Terry Pratchett – Total verhext)

buecherstapel

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8 Gedanken zu “Lesefutter

  1. Super Zitate aus „Total verhext“! Gehört das zu der Scheibenwelt-Reihe?
    Hört sich total klasse an, würd ich gern lesen. Aber nur wenn ich dafür nicht die vorangegangenen kennen muss…
    Bisher hab ich nur einen Pratchett gelesen: „Ein gutes Omen“ und das war super genial!
    Und sag mal „utterly wicked“, gibt´s nicht zufällig auf Deutsch auch?
    LG Athena (WordPress spinnt bei mir mal wieder, deshalb schreib ich´s gleich dazu)

    • Ja, das gehört zu den Scheibenwelt-Romanen, aber es kann wunderbar für sich selbst stehen. Trotzdem sind auch die anderen Romane mit den Hexen ganz köstlich!

      „Utterly Wicked“ gibt es nur auf Englisch, leider.

  2. Tolle Bücher liest du, die ersten drei Zitate habe ich gleich erkannt!!
    Ich habe mir gestern Eragon vorgenommen und bin heute Mittag fertig geworden ^^
    Das schönste ist doch immer, wenn man komplett in so eine Welt versinken kann…

    • Eragon habe ich vor laaanger Zeit auch gelesen. 🙂
      Ich mag dieses Gefühl auch – das hat nicht einmal viel mit Eskapismus zu tun, ich liebe es einfach, so viele verschiedene Welten und Abenteuer erleben zu dürfen.

  3. Bei Terry P. kann man so schöne Zitate über Hexen finden, ich glaube ich sollte mir die Hexen Bücher von ihm auch mal wieder durchlesen…

    Wenn du praktische Hexen und Magie Bücher lesen möchtest, die aus der Reihe fallen, kann ich dir auch folgende empfehlen: Die Bücher von Jason Miller und A Witches Bag of Tricks von Melanie Marquis.

  4. Merkst du dir diese Zitate, oder schreibst du sie nach dem lesen gleich auf?
    Ich finde es immer faszinierend, wenn Leute aus Büchern zitieren. Meist kann ich mir kluge Sätze nicht lange merken – oder ich lese einfach zu viel 😉

    • Also lange Zitate kann ich mir auch nicht merken (oder jedenfalls höchstens sinngemäß), aber kürzere gehen gut, besonders wenn sie eingängig sind – Faust kann ich beispiels stellenweise ganz gut zitieren. 😉

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