Wer sich selbst hilft …

… dem helfen auch die Götter. In der letzten Woche gab es so einige schlechte Nachrichten. Ich habe gejammert. Ich habe gezetert. Ich war verzweifelt, habe mich gefragt, was ich jetzt machen soll, wie es weiter gehen soll? Habe mich an meine Götter gewandt. Und was haben sie gesagt? „Hör auf zu jammern!“

Nicht wortwörtlich, aber es war der Subtext, und er kam an. Und es stimmt ja auch – natürlich geht es immer irgendwie weiter, der Unterschied ist nur: Entweder jammert man und hadert mit dem Schicksal und es geht weiter bergab oder man nimmt sich zusammen, bewegt sich und damit das Leben und dann geht es vielleicht wieder bergauf. Nachdem sich diese Erkenntnis gesetzt hat, ich die Schwierigkeiten und Herausforderungen angenommen habe und Pläne schmiedete, wie sie zu bewältigen wären, kam auch neue Kraft, neue Hoffnung und Zuversicht. Und auch eine ganz bestimmte Göttin war stolz – und half nun, da ich mir zuerst selbst geholfen hatte.

Magie, Spiritualität und Co – das sind keine Allheilmittel. Götter, Spirits, Ahnen, sonstige Entitäten stehen nicht auf Abruf bereit, um jemandes Probleme zu lösen und schon gar nicht, wenn man vorher nie mit ihnen irgendeinen Kontakt gepflegt hat (alles im Leben hat seinen Preis) und nicht willens ist, selbst etwas dafür zu tun oder zu opfern, um sein Ziel zu erreichen. Irgendwie scheint das ein hartnäckiger Irrglaube zu sein, dass man nur ein paar Kerzen anzünden und dann abwarten müsse, das alles besser wird, während Ganesha dein Konto magisch auffüllt, Kali deine Feinde verprügelt, Aphrodite deine Beziehung kittet und Fortuna dich mit einem Haufen Glück segnet. So einfach ist es wohl nicht – man muss schon seinen Weg selbst gehen, statt zu hoffen, dass einen schon irgendwer ins Ziel trägt, während man die Augen schließt und betet.

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19 Gedanken zu “Wer sich selbst hilft …

  1. bin ich jetzt böse, wenn ich sage, dass mich genau diese haltung, also beten und gott wirds schon richten, am christentum immer derart gestört hat… wo war denn dein gott? die frage kam, wenn was gravierendes passiert ist. und ich war nicht fit genug um zu sagen: einkaufen, wo sonst! Aber es hat mir den ausstieg erleichter. und den einstieg in einen anderen glauben mit mehr verantwortung, aber auch mehr spass.

    irka

    • Wobei ich diese Frage „Wo war dein Gott?“ auch ganz schön gemein finde, die dann gern von Atheisten kommt. Man muss ja nicht das Leid anderer nutzen, um sich noch in seinem Denken zu bestätigen. Allerdings ist auch die Standardphrase „Gott hat einen Plan“, wenn schreckliche Dinge geschehen, nicht besser …

      Das Prinzip der Selbstverantwortung ist definitiv etwas, das mich auch für das Heidentum gewonnen hat. Auch wenn es manchmal natürlich ganz schön wäre, Probleme abzugeben. 😉

      • vielen Dank für Deine Worte, irkaxx, Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich werd jeweils echt wütend, wenn jemand die Verantwortung auf seinen – in der Regel christlichen – Gott schiebt.
        Das Prinzip der Selbstverantwortung war eines der Dinge, die bei mir eine Schleuse geöffnet haben und ich hatte das Gefühl angekommen zu sein. Angekommen im Heidentum, das mir so viel mehr entspricht als diese seltsame Wüstenreligion.

  2. Ach ich kenne es nur zu gut. 2012 war schon ein sehr anstrengendes Jahr und ich habe das Gefühl das geht 2013 so weiter. Ich lag also gegen Neujahr im Bett und dachte so….einfach das Jahr überschlafen wäre ja mal toll, aber sehr realistisch ist es ja nicht gerade. Also aufgestanden, die Ärmel hochgekrempelt und auf gehts in die Schlacht. Wie sagte schon Bear Grylls (ehem. Elitesoldat) : „Durch Aufgeben hat noch niemand was erreicht“! Dies ist somit auch mein Motivations- Motto für das Jahr 2013.

    Aber ab und zu können kleine Unterstützungen von göttlicher Seite (und ja auch mal Kerzenzauber 😀 ) nicht schaden 😀

    • Die richtige Einstellung – mir geht es da für dieses (und wohl auch das darauf folgende) Jahr sehr ähnlich. 😉 Wenn im richtigen „Flow“ ist, dann erscheinen die Dinge oft auch leichter als wenn man sich von vornherein dagegen sperrt.

      Und ja, ich schätze diese Unterstützungen und wirksamen Hexereien natürlich auch (sehr!) und so manches Mal wurde mir da tatsächlich der steinige Weg erleichtert und verkürzt – nur gehen muss man ihn halt immer noch selbst. 🙂

  3. Ich denke diese Erfahrung machen die meisten irgendwann. Und ist es nicht schön zu sehen was man „gemeinsam“ alles schaffen kann? Eine sehr wichtige Erkenntnis – von nichts kommt eben auch nichts 😉 Eine Sache übrigens mit der ich momentan auch mal wieder hadere, weshalb Dein Text mich wieder daran erinnert hat dass ich mich auf Veränderungen bewußt und willentlich einlassen MUSS.

    • Eigentlich habe ich die Erkenntnis ja schon so manches Mal gemacht, nur muss ich sie in harten Zeiten wohl manchmal wieder neu erlernen, weil ich sie verdränge. 😉
      Und ja, das muss man. Was für den Mensch als Gewöhnungstier oft nicht so leicht ist …

      • Ihr sprecht mir aus dem Herzen! Manchmal ist es echt nicht leicht, wenn man sich wieder bewusst wird, dass jetzt der Moment ist um zu handeln. Doch wenn man sich überwindet, es in die Hand nimmt, dann finde ich, ist der Lohn auch dafür fast doppelt so schön. 🙂

        Alles Liebe,
        Nicky

  4. Jetzt gleich wieder eine Forke aufs Christentum zu richten ist ja auch irgendwo blöd. Das ist ein Gebet auch oft genug ein gespräch, ein Dank und natürlich genau wie überall anders auch eine Bitte. Ein Gebet ist ja nie die Entschuldigung, die Hände in den Schoß zu legen.

    Aber an davon und auf den Blogeintrag bezogen – ich habe auch schon „von oben“ gehört, dass jammern noch nie jemandem geholfen hat und den Blick auf Lösungen oder das Wesentliche verstellt. 🙂
    „Wir können Wege bereiten oder Türen öffnen helfen – gehen musst Du schon selbst.“

    • Ich denke mal, diese Haltung „Ich klage jetzt und irgendwer wird’s scho für mich richten“ ist mehr abhängig von den Menschen als von deren Religion und man findet sie sowohl bei den Christen als auch bei den Heiden oder ganz anderen Glaubensrichtungen, genauso wie man überall Gegenbeispiele dafür findet.

      Ja, das ist wohl wahr. Wer nur betrübt zu Boden blickt, sieht vielleicht nicht die offenen Türen, die vor einem liegen.

  5. Ich benutze jammern gerne als Mittel zum Zweck. Zeigt es mir ja in erster Linie „halt stop“ da ist etwas so gar nicht in Ordnung, auch manchmal als Signal an Andere, moment mal, da geht etwas nicht mit rechten Dingen zu, aber ich hab´s gemerkt…..Manchmal fühle ich mich sicherlich wie ein weiblicher Don Quijote und meine Windmühlen werden übergroß, aber ich gehe SIE an, mit aller zur Verfügung stehenden Kraft (natürlich aber erst nach vorhergehendem ausführlichen Jammerns). Seit kurzem erst nähere ich mich den Göttinnen an und fühle mich aber jetzt schon gut aufgehoben. Sicher werden Sie für mich nicht mal so eben meine Baustellen in Ordnung bringen, aber mit mir sehr wohl, so meine kurzzeitige Erfahrung. Sei es als Mutmacherin, Ratgeberin, sozusagen als „Geh-hilfe“, habe ich sie sehr schätzen gelernt und bin äußerst dankbar. Ich glaube, frau kann allem ein wenig Zeit einräumen, auch dem jammern, denn danach packen wir´s doch sowieso an, wer sonst…..;-)

    • Da hast du wohl recht – wenn ich jammere, dann muss schon richtig was schief laufen, normalerweise reiße ich mich immer sehr zusammen und versuche, positiv zu sein. Insofern ist es natürlich manchmal nötig und wichtig zu Jammern, um sich und anderen was bewusst zu machen. Und auch, um negative Gefühle nach außen zu bringen statt nach innen.

      „Geh-hilfe“ ist auch ein sehr schönes Bild. 🙂

  6. Ich sehe es so, das Leben ist dafür da, dass wir uns entwickeln, wir können nicht immer nur glücklich und zufrieden mit einem Glas Eistee, auf der Veranda, in einem Schaukelstuhl in der Sonne sitzen. Hindernisse helfen einen dabei sich zu entwickeln und das Leben in neue Bahnen zu richten. Die Götter können einen zwar Türen öffnen und einen Kraft geben, aber durch diese Türen muss man schon selbst gehen.
    Und der Kontakt zu den Geistern kann durchaus dafür sorgen, dass Probleme und Schwierigkeiten abgemindert werden, das einen Lösungsmöglichkeiten zufallen und man Führung erhält aber das heißt ja nicht, dass sie einem alle Probleme und Sorgen vom Hals halten können.
    Ich wünsche dir viel Kraft- und im Moment scheinen überall Umbrüche und Veränderungen zu sein…

    • Ich denke, man kann sich auch in guten Zeiten entwickeln (es wäre auch schlimm wenn nicht), aber du hast natürlich recht: Gerade an Schwierigkeiten kann man immens wachsen.

      Danke dir für die guten Wünsche! Und ja, die Beobachtung mache ich auch. Deshalb war es mir auch so wichtig, wieder positiv zu werden – denn so kann ich Hoffnung und Glück teilen mit denen, die gerade auch ihre Kämpfe austragen.

  7. Ich gebe dir völlig recht – jammern ist so einfach – un d es ist verdammt anstrengend und schwer, sich aus seiner „Comfort-Zone“ heraus zu bewegen… da möchte man ja am liebsten bleiben… das kennt man und man ist „sicher“

    Ich finde es klasse, dass du die Herausforderung angenommen hast – und sobald man einen schritt gemacht hat, ist der nächste gar nicht mehr so schwer.. beginnen ist (meiner Meinung nach) häufig das schwerste…

    Wofür auch immer du gerade Energie brauchst – hier hast du ein paar Enrgiebällchen *rüberschieb*

    Du kannst alles schaffen – ich glaube an dich!

    • Da hast du so recht – der Anfang ist das schwierigste, weil er Überwindung kostet. Aber ist der Stein erstmal ins Rollen gekommen, dann lässt er sich manchmal gar nicht mehr bremsen. 🙂
      Ich danke dir für die Energiebällchen und wünsche auch dir, dass du immer den Mut findest, dich Herausforderungen zu stellen und Abenteuer zu erleben (aber als baldige Mutter hast du ja schon ein großes Abenteuer begonnen)! 🙂

  8. Manchmal tut es ja sogar gut, zu jammern und in Selbstmitleid zu zerfließen – nur zu lange andauern sollte das nicht. Dann in die Hände spucken und das Problem angehen und Lösungen suchen, und schon kommt oft unerwartete Hilfe 😉
    Seit letztem Jahr ist wahnsinnig viel im Umbruch. Im Freundes- und Bekanntenkreis gibt es Trennungen, Krankheiten, Psychosomatisches und andere einschneidende Dinge, bei mir selber innere Veränderungen. Ich glaube, dass auch dieses Jahr noch einiges mehr zu bieten haben wird.
    Wir schaffen das alle – tschakka!

    • Genau, Tschakka! Ich bin ja immer noch der Meinung, dass das Schlangenjahr unser Glücksjahr wird. 😉 Man muss das Beste machen, selbst aus unschönen Umbrüchen.

  9. Ist das nicht schön? Wenn man voller Stolz sagen kann „ich habe die Verantwortung für mich übernommen“? =) Ein Luxus, den wir uns viel zu selten gönnen.

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