Rezension: Utterly Wicked von Dorothy Morrison

UWCoverDer Untertitel dieses Buches lautet „Curses, Hexes and Other Unsavory Notions“, zu deutsch etwa „Flüche, Verhexungen und andere unangenehme Ansichten“. Ein Buch also, das in der fluffigen Wicca-Welt eher die Ausnahme darstellt, aber nachdem ich durch Diandra (hier schreibt sie auf Englisch, hier auf Deutsch) und eine sehr positive Rezension von ihr darauf aufmerksam wurde und auch im englischen „Traditional Witch Forum“ viele Hexen begeistert davon waren, musste es in mein Regal einziehen, denn ich bin grundsätzlich ein neugieriger und aufgeschlossener Mensch.

Dorothy selbst schreibt schon in der Einführung, dass dies kein Buch für jene ist, die glauben, jede Krise könne mit Verständnis und Liebe gelöst werden und die sich sorgen um so etwas wie Karma, das dreifache Gesetz und ähnliche Konzepte. Das Buch ist für jene, die sich – auch magisch – wehren, nichts auf sich sitzen lassen wollen, die für sich selbst einstehen wollen.

Es ist allerdings nicht so, dass Dorothy dazu raten würden, jedem einen Fluch aufzuhalsen, der einem auf die Füße tritt. Sie ruft durchaus zu moralischem, vernünftigem Verhalten auf, dazu Fehler erst bei sich zu suchen, statt andere dafür zu Verantwortung zu ziehen, wenn das Leben nicht richtig läuft und niemandem magisch eins mitzugeben, wenn man selbiges nicht auch auf der realen Ebene tun würde. Da merkt man durchaus, dass auch Dorothy Morrison eben die Ausbildung zur Wiccapriesterin genossen hat, wenn sie es auch nicht allzu eng sieht mit deren Kodex.

Nach einigen Worten über’s Fluchen oder Nichtfluchen und anderen grundsätzlichen Gedanken zu diesem Thema geht es auch ans Eingemachte. Dorothy bedient sich bei vielen Kulturen – bei der traditionellen Hexenkunst, beim Hoodoo, bei den Runen, beim Quilten, bei der Knotenmagie und natürlich gibt es auch ganz moderne Alltagsmagie. Dabei beweist sie neben Kreativität oft einen ganz köstlichen Humor, der Kartoffelchip-Hex, der Toillettenpapier-Hex und der „Pants a’fire Spell“ haben mich doch sehr zum Schmunzeln gebracht. Natürlich geht es unter anderem auch darum, wie man sich selbst schützt, reinigt oder unerwünschte Energien abwehrt/umwandelt.

Frau Morrison schreibt einfach so locker und sympathisch, dass ich das Buch wirklich liebgewonnen habe, auch wenn der Inhalt mitunter auch ganz schön grenzwertig ist. Es sind auf jeden Fall viele interessante Praktiken, Gedanken und Rezepte (auch für Räuchermischungen, Bäder, Hoodoo-Öle) enthalten und für jeden, der sich nicht nur für die helle und harmlose Seite der magischen Medaille interessiert, sondern eben auch die Schattenseite akzeptiert und näher (wenn auch nur theoretisch) kennenlernen will, ist das Buch durchaus eine Empfehlung wert. Wer allerdings ganz und gar Licht und Liebe verschrieben (was sicher auch nicht schlecht ist), der wird hieran kein Vergnügen haben.

Edit: Es gibt leider keine deutsche Übersetzung dieses Buches, aber ich fand das Englisch ziemlich gut verständlich.

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16 Gedanken zu “Rezension: Utterly Wicked von Dorothy Morrison

  1. Hallo Liath,

    Schade, dass es nicht auf deutsch erscheinen wird. Ich brauche immer so ewig (naja definitiv doppelt so lange) um ein Buch auf englisch zu lesen. Aber wenn es sehr empfehlenswert ist, werde ich es mal lesen. Dann liegts halt etwas länger auf dem Nachttisch 😀

    lg grüne Muse

    • Mit ein bisschen Übung lesen sich englische Bücher ja eh immer besser und dieses ist zum Glück wirklich nicht zu schwer. 🙂 Ich finde es wirklich toll, auch wenn man niemanden verfluchen will, finden sich ganz tolle Exkurse drin, z.B. Verwendungen für Friedhofserde für die unterschiedlichsten Zwecke, Freundschaft knüpfen mit Spirits, usw.

      „The Craft“ habe ich mal angelesen, aber es ist eher was für Anfänger, die speziell Wicca lernen wollen. Da ich mich inzwischen auch ein bisschen von Wicca wegbewege, weil ich in den nächsten Jahren eh nicht initiiert werden könnte/wollte und mich auch andere spirituelle/magische Zweige mehr interessieren, war es für mich so oder so uninteressant.

      Was ich aber von Frau Morrison noch sehr spannend fand beim Reinlesen: „Everyday magic: Spells and rituals for modern living“, „Everyday Moon Magic“ und „Everyday Tarot Spells“.

      Du kannst in die meisten Bücher online auf Google Books oder dem englischen Amazon.com reinlesen.

    • Ja, das könnte ich mir gut vorstellen, da bekommt man eine gute Lektion, wie man Negativität von sich weghält und anderen einen ordentlichen Tritt verpasst. 😉 Wenn ich mich recht erinnere, würde Athena aber auch vor der englischen Sprache zurückweichen …

      • Ha, die Ash – die weiss sofort bescheid 😉 Ja, ich hab sofort geschaltet – auch bein ersten Mal schon, als ich bei Dir darüber las, Liath. Was soll´s: Mal schauen wie gut es um mein Englisch bestellt ist (mein erstes Englisches – außer in der Schule natürlich, tatatataaaa)! Es ist mein Thema derzeit! Wenn ich schon lese Friedhofserde (genau in der Richtung experimentiere ich momentan – mal als ein Stichpunkt), sich nichts mehr gefallen lassen ect. – ich bin dabei! 😉

      • Manchmal ist ein neues Lernthema halt gleich in mehrerer Hinsicht eine Herausforderung. 😉 Wenn du Fragen oder Probleme hast, kannst du mir auch gern schreiben, aber ich denke, mit einem Wörterbuch und etwas Geduld kommt man bestimmt gut hin. Viel Spaß! 😉

      • Ah ja, genau – Du hast es ja schon gelesen und kannst mich notfalls unterstützen 😉 Vielen Dank für das Angebot, bei Bedarf komme ich sehr gerne darauf zurück 🙂 Und wie Du schon sagtest: So strecke ich meine Fühler gleich mal in mehrere Bereiche aus…

  2. Hallo Liath und auch Hallo an die Anderen!

    Für magische Abwehrtechniken kann ich auch dieses Buch empfehlen: „Lass dich nicht behexen – Die besten Abwehrtechniken gegen negative Kräfte“ von Lumira. Einiges wird einem bestimmt bekannt vorkommen, aber ab und zu entdeckt man auch was neues darin.
    Und das Gute: es ist auf deutsch 😀

    Liath, du hast natürlich Recht. Wenn man öfters mal ein Buch auf Englisch liest, dann geht das auch gut von der Hand. Ich hatte aber vor kurzem versucht die Bücher von Jane Austen auf Englisch zu lesen und war irgendwie total deprimiert, weil ich nur etwa dreiviertel verstand…..

    Liebe Grüße und Euch allen noch einen Schönen Sonntag!!!
    grüne Muse

    • Also bei Jane Austen wird es bei mir auch schwierig, obwohl ich sie oft genug in der Übersetzung gelesen habe. 😉 Ich habe als Einstieg die Harry Potter Bücher gelesen, dann andere überwiegend phantastische englische Kinderbücher und seit ein paar Jahren ungefähr alle 6-8 Wochen einen „normalen“ Roman oder ein nicht zu wissenschaftliches Sachbuch in einer Fremdsprache.

      Dir auch einen schönen Sonntag und danke für den Buchtipp!

  3. die bücher von frau morrison (also nicht nur, aber auch dieses) stehen schon seit einer weile auf meiner wunschliste, da sollte ich sie wohl mal ein wenig nach oben verschieben 😉

  4. was ich ja nett finde- die autorin wurde vorher immer als licht-und-liebe-hexe verschrien, bevor sie dieses buch rausgebracht hat.

    bei englischen büchern muss man einfach regelmäßig lesen, dann klappt das. zum üben kann man sich ja erst mal viele der guten englischen hexen-seiten im internet durchlesen. jeden tag ein bisschen.

    auch wirklich gut ist: protection and reversal magick von jason miller.

    es gibt viele sehr gute bücher auf dem englischen markt- die leider wohl nie übersetzt werden.

    • Das stimmt, der englische Buchmarkt bietet richtig viel Gutes und Interessantes, was es hier nicht gibt – gerade auch im Bereich Hoodoo, Santeria, usw. Gibt natürlich auch ganz viel Murks, aber das ist hier ja nicht anders. 🙂 Leider ist das Thema „Hexerei“ in der deutschen Verlagswelt gerade sowieso ziemlich tot, es gibt so gut wie keine Neuerscheinungen, außer von Kleinstverlagen … dafür boomen Engel, Eso-Heilung und Co …

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