Balance

Es gibt einige nicht greifbare Dinge im Leben, die sind mir sehr wichtig: Liebe, Freundschaft, Gerechtigkeit zum Beispiel. Und Balance beziehungsweise Gleichgewicht ist mir wichtig, prägt mein Leben entscheidend, weil ich immer versuche auszugleichen.

Weil ich einen Ausgleich zum Spirituellen, zum Andersweltlichen, zum schwer Erklärbaren brauche, studiere ich Gesetze und Recht, die so feststehend sind, so rational (und umgekehrt brauche ich, weil ich manchmal so rational und unbeweglich in meinem Denken bin, das Spirituelle).

Weil die Menschen um mich herum oft trübselig, hektisch, gestresst aussehen, schenke ich ihnen gerne ein Lächeln.

Weil die Religionen der meisten Menschen heutzutage patriarchal sind, mit einem eindeutig männlichen Gott/Gottessohn, mit männlichen Priestern, Propheten und sonstigen überwiegend männlichen Repräsentanten, lebe ich meine Göttinnenspiritualität aus.

Weil die Welt voller Menschen ist, die unbekümmert in ihr Schnitzel beißen, ohne einen Gedanken an das Tier zu verschwenden, das sie da gerade nährt, seine Seele, Persönlichkeit, sein Recht zu leben, habe ich aufgehört, Tiere zu essen.

Weil es zu viel Stillstand und Rückschritt gibt, bin ich die positive Veränderung.

Weil Frauen unterdrückt, belächelt, beleidigt werden, weil ihnen Gewalt und Unrecht angetan wird, bin ich Feministin.

Weil die Welt entmystifiziert wird, verzaubere ich sie.

Weil Mutter Natur ausgebeutet, vergiftet und ignoriert wird, bewahre und verehre ich sie.

Weil die Realität manchmal ein trostloser Ort ist, reise ich nach Narnia, Hogwarts, Mittelerde oder Phantásien.

Weil die Leute allzu oft voller Hass sind, sind Liebe und Verständnis mein erstes Gebot.

Gleichgewicht in mir und in der Welt zu finden ist nicht einfach und so ist das Streben nach Balance sicher manchmal ein Anstrengendes. Und dennoch möchte ich es nicht missen.

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12 Gedanken zu “Balance

  1. Ja, die Menschen entfernen sich immer mehr von dem Natürlichen und zur Natur gehören nunmal Mann UND Frau. Zur Natur gehören die Tiere, die nicht weniger Anspruch auf sie haben als wir. Wir Menschen nehmen nur noch. Wir nehmen das, was wir brauchen und sagen nicht einmal mehr danke. Ich brauche Fleisch? Ich brauche einen männlichen Gott? Alles kein Problem-nimm’s dir einfach…
    Von daher kann ich deine Gedanken sehr gut nachvollziehen und sehe mich in einer ähnlichen Position wie du.

  2. Hallo Liath,

    Mir ist diese Balance auch sehr wichtig. Als ich noch jünger war, wollte ich unbedingt Spiritualität und Beruf vereinen, heute merke ich wie unausgeglichen ich dadurch wäre. Die Welt von verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, erlaubt einem Dinge zu sehen, die man nur von einer Seite alleine nicht sehen könnte. Ich persönlich halte diese Balance für sehr gesund.

    Apropos Balance, es dauert gar nicht mehr so lange bis zur Frühlings Tag- und Nachtgleiche. 🙂

    Liebe Grüsse
    Nicky

  3. @wildekatze und sea: Danke euch!

    @Sofia: Es ist allerdings auch manchmal schwer zu sagen, was wirklich natürlich ist. Ist Mann und Frau natürlich? Sicher. Aber auch Mann und Mann ist natürlich. Oder Zwitter. Fleisch essen, sagen viele, sei natürlich für den Menschen und dass der Mensch die Tiere essen darf, weil er die Krönung der Schöpfung sei. Wobei ich diese „Krönung der Schöpfung“-Exemplare ja gern mal Auge in Auge mit einem wütenden Stier oder Löwen sähe, aber sei es drum. 😉

    @Nicky: Mit den Blickwinkeln hast du sicher recht – man sieht und erlebt die Dinge so ganzheitlicher. 🙂 Und die Tagundnachtgleiche, stimmt, die ersehne ich auch schon!

  4. Wunderschön und direkt in mein Herz geschrieben – und genau das, was ich heute morgen ganz besonders brauchte: Balance.
    Du bringst es wunderbar auf den Punkt. Ich bin auch häufig zu verkopft und gerade dann brauche ich die Verzauberung und die Spiritualität um mich wieder ganz zu fühlen.

  5. Eine Balance zwischen allem zu finden (und zu halten), was alltäglich so auf uns zu kommt, das finde ich mit das Schwierigste im Leben. Beruf, Familie, Umfeld (Freund/innen, Bekannte, Nachbarn, gänzlich Fremde), TV, Internet, etc. etc. alles und jeder zerrt und zieht und fordert ein bisschen an uns, der eine will das, der andere dies, und dann möchte man ja auch noch seine eigenen Bedürfnisse leben, eigene Gefühle, Ansichten, Meinungen, Weltanschauungen vertreten. All das in Einklang miteinander zu bringen, ohne sich dabei völlig zu verausgaben, das ist schon ein Kunststück, finde ich. Ich versuche das auch, und ich freue mich jedes Mal, wenn es mir tatsächlich mal gelungen ist. 🙂

    Liebe Grüße, Lailokeny

  6. Danke euch für eure lieben Worte!

    @Lailokeny: Ja, es ist wirklich nicht leicht und oftmals muss man letztlich Prioritäten setzen, weil man eben doch nicht alles in Einklang bringen könnte, es sei denn man macht manche Dinge nur halbherzig. Aber ich freue mich auch immer, wenn ich am Ende des Tages sagen kann: Heute habe ich alles unterbringen können, was mir wichtig ist. 🙂

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