Lammas mit Freunden und Gästen

Die ganze Woche über ging’s mir schlimm: Kopfweh, Herzrasen, Müdigkeit und so viel zu erledigen, trotz allen Unwohlseins. Lammas? Schon? Ich fühlte mich noch nicht bereit, obwohl ich gerade viel ernte von dem, was gesät wurde, aber auch noch viel „ackern“ muss, bis die allerletzte Ernte eingebracht ist für dieses Jahr.

Der Tag kam jedoch, an dem wir in der Gruppe mit vielen Gästen, bekannten wie unbekannten, Lammas feiern wollten.

schnitterin

 
Bevor ich das Haus verließ, griff ich noch meine Sichel und packe sie in die reichlich volle Tasche. Auf dem Weg zu dem privaten Waldgrundstück, das uns an diesem Tag zur Verfügung stand, erinnerte mich die Schnitterin mit einem Schatten aus der Vergangenheit, der unverhofft auftauchte, auch gleich daran, was sie mir genommen hat, was sie nehmen kann und wird. Am Ritualplatz angekommen begrüße ich meine lieben Schwestern und warte dann gemeinsam mit einer von ihnen am Tor, um die Neuankömmlinge willkommen zu heißen und sie durch einen versteckten grünen Pfad zu unserem Naturtempel zu geleiten.
Der Altar wird geschmückt, Decken werden ausgebreitet, Räucherwerk entzündet, bis sich alle eingefunden haben, 12 Frauen insgesamt, im Alter von Anfang 20 bis Mitte 50, alle ganz unterschiedlich und doch zu einem gemeinsam Ziel vereint: Lammas zu feiern!

lammasaltar

Während wir uns ansehen, berühren, einander und den Platz erkunden, wird aus Fremden eine Gruppe, wird aus wildem Wald ein geschützter Ort. Wir erden uns mit wildem Tanz, indem wir trampeln, stampfen, uns schütteln, unsere Füße in die Erde unter uns graben, ganz in unserem Körper und auf dem Boden ankommen. Erde, Wasser, Feuer, Luft laden wir ein in den Kreis, in das Stückchen Wald, das langsam ein Tempel wird. Wir freuen uns über die erste Ernte und wir erinnern uns der Arbeit und den Erfolgen, die noch bevorstehen. Wir säen und wir opfern und wir genießen, was bereits reif ist in unserem Ritual. Wir singen gemeinsam, tanzen auf ein Neues, um wilde Energien zu beschwören. Wir segnen uns mit der Kraft der eigenen Weiblichkeit.

greenman

Magie macht hungrig! Und deshalb segne ich nach dem Ritaul die reichlich gedeckte Tafel, zu der alle 12 Frauen etwas beigesteuert haben. Nachdem den ganzen Tag lang gnadenlose Hitze herrschte, fängt es plötzlich an zu regnen. Essen unter Regenschirmen, lachen, reden, verstehen. Ein schöner Tag. Danke!

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12 Gedanken zu “Lammas mit Freunden und Gästen

  1. Oh, wie wundervoll! ♡
    Wenn ich sowas bei Dir lese und die tollen Bilder anschaue, dann packt es mich auch jedesmal und ich würd so gern mal ein Ritual im Freien mit Gleichgesinnten Frauen abhalten… Aber so lange begnüge ich mich mit mir selbst, dem Wissen dass anderen Ortes meine Freundinnen und andere Leute ebenfalls feiern und erfreue mich an Deinen Berichten.
    Ich hatte übrigens auch eine Woche mit Migräne, Herzrasen, Schwindel und überhaupt… Ja, es ist wohl die Hitze.
    Alles Liebe weiterhin für DIch und eine reiche Ernte )o(

    • Hast du denn mal geguckt, ob es bei dir in der Nähe vielleicht heidnische Gruppen, Stammtische oder Feste gibt? Im Hexenzirkelforum gibt es beispielsweise ein Kontaktforum, wo man nach der Postleitzahl Gleichgesinnte suchen oder Veranstaltungen entdecken kann: http://www.hexenzirkel.info/bb/viewforum.php?f=95

      Für dich auch alles Gute (und ein bisschen mehr Kühle für uns beide) und eine gesegnete Erntezeit!

      • Vielen Dank ♡
        Ich weiß auch nicht, hab schon ein paar Mal überlegt…
        Ich kenne ja inzwischen genügend liebe Leute, die ähnlich ticken. Nur leider wohnen sie / wohnt Ihr 😉 immer alle gleich so weit weg.
        Ich weiß noch nicht ob ich einfach so irgendwo auflaufen wollen würde, wo ich noch so gar niemanden kenne. Also nicht mal aus einer längeren Internetbekanntschaft oder so… Ich denke mal es wird sich schon ergeben, dass ich irgendwann auch mal mit mehreren feiern kann, die ich kenne und lieb habe 🙂 Muss z.B. nur auch endlich mal einen geeigneten Termin mit Ash und Feona finden, aber zeitlich ist das ja auch immer nicht ganz so einfach.
        Danke Dir jedenfalls für den Tipp und den Link, ich denk mal drüber nach.

  2. Das klingt nach einem ganz wunderschönen Lammas Fest. Bei mir war es auch ganz, ganz toll. Ich habe mit einer lieben Freundin gefeiert und es wirkt noch ganz stark in mir nach. Lammas ist ein tolles Fest!

    • Ja, in mir wirkt es auch noch nach und ich erkenne es jetzt ein paar Botschaften aus dem Ritual so richtig. Ich beachte das Fest eigentlich gar nicht so sehr wie Beltane oder Samhain, wo ich immer viel plane oder dekoriere, aber es macht sich schon selbst stark bemerkbar.

  3. Da habt ihr ja einen wunderschönen Platz gefunden.Ein schön gedeckter Altar mit
    lecker Essen.Schön,dass ihr auch getanzt habt.Das fehlt mir sehr,aber hier in der Mietswohnung mag ich das gar nicht machen.Jedenfalls träume ich davon,mal bei
    einem Fest wild mitzutanzen.

    • Ich tanze auch in der Wohnung viel, aber das Aufstampen und Hüpfen spare ich mir. Draußen unter dem Blätterdach zu tanzen ist aber schöner, nur fehlt es da oft an Musik – zumindest an solcher, die nicht nur in meinem Kopf ist. 😉
      Bestimmt findest du auch mal ein schönes Fest, ich wünsche es dir!

  4. Ich will auch einmal in eriner größeren Gruppe feiern. Leider sind die Jahreskreisfeste dieses Jahr beinahe unbedacht an mir vorbei gezogen – es war so viel zu tun und mit meinen Gedanken war ich schon in Australien. Jetzt bin ich dort angekommen und es gibt noch weniger Möglichkeit dazu… Ich hoffe dass ich, wenn ich ab November alleine reisen werde, wieder ein bisschen in mich gehen kann. Denn Australien ist ja ein sehr spirituelles Land, die Aborigines haben einen sehr starken Bezug zu Mutter Erde.

    Die Bilder sind toll!! Das letzte Bild gefällt mir besonders gut – darf ich es bei Gelegenheit mal verwenden? 🙂

    Liebe Grüße
    Jacy

  5. Ich mag dieses Fest/diese Zeit sehr gerne,aber ich weiß auch nicht genau warum.
    Obwohl ich so deprimiert war,habe ich den Altar neu geschmückt,Kerzen angezündet
    und ein wenig geräuchert,mit der Göttin etwas geplauscht,Karten gezogen.
    Ich habe Kornähren von Fehmarn(einige Jahre alt),aus der neuen und der alten
    Heimat dabei.

  6. Bei mir kommt auch immer so eine Sehnsucht auf, wenn ich von Gruppenritualen lese. Aber dieses Jahr durfte ich ja schon wieder ein paar meiner Lieben aus dem Internet persönlich kennenlernen, so dass ich jetzt auch gar nicht jammere 😉
    Eine sehr schöne Sichel hast du da!

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