Die Fäden sind zu dünn

Einst war da eine junge Frau, die schon immer die Natur liebte, die schon immer das Geheimnisvolle erkunden, hinter die Schleier blicken und die Magie in der Welt entdecken wollte. Und weil sie es so sehr wollte, konnte sie es irgendwann auch. Sie sah die dünnen Fäden, die alles mit allem verbinden und sie erkannte, dass sie manchmal an diesen Fäden zupfen, sie vielleicht sogar ein bisschen verweben konnte, wenn sie es musste. Sie erkannte, dass sie ein bisschen eine weise Frau war und zu einem großen Teil ein Narr auf einer langen Reise ohne Anfang und Ende.

Doch irgendwann stolperte die Närrin auf ihrem Weg. Sie fiel in ein dunkles Loch. Die Fäden wurden zu dünn, als dass sie sich daran hätte aus diesem Loch herausziehen können. Sie sah die Geheimnisse hinter den Schleiern nicht mehr. Irgendwann sah sie nicht einmal mehr Schleier. Sie fühlte auch nicht mehr die Göttinnen und Götter. Sie sah den Lauf von Sonne und Mond, sah die Erde ihr Jahreszeitenkleid stetig wechseln und dies war ihre einzige Freude, der einzige Faden, den sie nicht loslassen konnte.

Es stimmte sie unendlich traurig. Sie hatte ihre Magie verloren, die Kraft zu sehen und zu fühlen auf diese besondere Weise. Sie hatte sich selbst verloren. Sie fühlte sich leer und wusste sich nicht zu helfen. Doch irgendwo, inmitten von reißenden Flüssen, steilen Bergen, eisblauem Wasser, moosigen Steinen, auf einer Reise fiel ihr ein, dass sie eine Närrin war und ist – nie am Ende des Weges, immer bereit für einen neuen Anfang. Sie beschloss, die Reise zur weisen Frau nochmal zu machen, neu zu lernen, die unsichtbaren Fäden zu sehen und zu weben, die Magie wiederzufinden.

Wollt ihr mit ihr reisen?

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14 Gedanken zu “Die Fäden sind zu dünn

  1. An diesem Punkt kommt so ziemlich jede unserer Hexenschwestern mal an. Leider! Wichtig ist wohl, dies zu erkennen. Hekate weiß die Antwort des Weges. Deine Fotos sind ein Traum! Wald-und Wiesengrüsse !

  2. Irgendwann lichtet sich das Unterholz und der dunkle Wald wird heller. Man sieht den Pfad wieder, der zum eigenen Weg führt. Und aus dem dunklen Wald bringt man kleine Fundstücke (Erkenntnisse) mit, die sich angehaftet haben.
    Alles Gute für die weitere Reise!

  3. Hi, Ich habe gerade deinen Blog gefunden und bin begeistert. Leider fand ich auch den rechten Blog in deiner Leseliste. Die antisemitische, antimuslimische und einfach nur unmögliche Art der AutorX wäre für mich ein Grund den Blog zu löschen.

    • Hi Luisa,
      wen meinst du denn? Ich gebe zu, dass die Leseliste schon länger nicht mehr wirklich aktuell ist, aber früher war da niemand drin, der irgendwie erkennbar rechts gewesen wäre, sowas hätte ich nie verlinkt.

  4. Aber gerne doch, Du Liebe… ❤ Ich glaube solche Phasen kennen wir alle im Leben. Vor Allem, wenn andere Bereiche mehr von uns fordern, unsere Aufmerksamkeit und ganze Kraft. Dieses Jahr hat auch von mir sehr viel gefordert, hat mir viel genommen… Vielleicht auch was gegeben, wer kann das schon so genau sagen. Ich lecke meine Wunden und finde glaube ich langsam zurück zu mir… Daher möchte ich auch endlich wieder mehr schreiben, offener schreiben und vor Allem bei Euch Allen mitlesen. Ich hoffe es geht Dir gut… und wünsche Dir trotz Allem weiterhin eine gesegnete Ahnenzeit. Bis bald, hoffentlich…!

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