Samhain / Neustart

Samhain! Es ist wieder soweit. Das alte Hexenjahr geht zu Ende, das neue beginnt. Für die einen ist es natürlich erst zu Neujahr tatsächlich gefühlsmäßig soweit. Für mich ist es genau jetzt so – Samhain ist und war eine Zeit der (manchmal heftigen, manchmal sanften) Übergänge. Die Studenten können es vielleicht auch besser nachvollziehen – im Oktober beginnt schließlich auch das neue Semester, das Wintersemester, und die Zeit der Dunkelheit. Genau wie auch im April ein neues Semester beginnt, zur Walpurgiszeit, wenn das neue Leben geboren wird. Interessant, wie das Studentenjahr mit dem alten Hexenjahr korrespondiert, oder?

Für mich ist Samhain für gewöhnlich eine intensive Zeit, eine Zeit der Schatten, Träume, Entscheidungen. Eine Zeit, wo ich häufig an eine Wegkreuzung komme und nicht weiß: soll ich diesen Weg wählen oder jenen oder doch lieber ein paar Schritte zurückgehen?

Dieses Jahr war es vor allem eine Zeit der Prüfungen: 7 Klausuren liegen hinter mir,samhaintree das waren 10 harte Tage und 30 anstrengende Stunden, in denen ich mehr als 140 Seiten mit hoffentlich klugen Gedanken zu Papier gebracht habe. Es war keine spirituelle, magische Zeit, sondern eine voller Panik, Stress, Verzweiflung und angespannten Nerven, eine Zeit, in der ich nicht gelebt, sondern funktioniert habe, manchmal auch im Autopilot. Und jetzt ist diese Zeit vorbei, das gehetzte Gefühl bleibt aber wohl noch.

Trotzdem stellt sich auch heute das Gefühl ein, dass etwas endet und etwas beginnt. Ich habe heute, wie jedes Jahr an Samhain, eine Karte für das neue Jahr gezogen. Der Teufel. Nun – es hätte besser sein können, aber sehen wir mal, was er mir bringt. Vielleicht ja auch ein verteufelt gutes Jahr. 😉 Ich habe auch eine schwarze Kerze auf dem Altar erzündet, AhnInnengespräche geführt, Bilanz gezogen. Und festgestellt, dass ich einen Neustart brauche. Ein neues Ziel. Neue Gefühle. Neuen Mut. Neue Erfahrungen.

Um diesen Cut zu untermalen, habe ich heute begonnen zu fasten.  Ich möchte einige Tage Nahrung fasten, um danach wieder von Null anfangen zu können mit einer gesunden, glücklich machenden Ernährung. Und ich möchte einen Tag Worte fasten, also Schweigen, wofür ich den Grund in einem anderen Blogpost noch erklären werde. Ich werde auch die Schwäne ab morgen weiterführen und freue mich sehr darauf und auch darauf, wieder regelmäßiger zu bloggen. Und der Rest gibt sich dann hoffentlich von ganz allein.

Ich wünsche euch allen eine zauber-hafte, wunder-volle Samhainnacht!

Einladung: In unserem Kreis Lammas feiern

Liebe Leserinnen, ganz besonders aus der näheren Umgebung (Berlin/Brandenburg),

ich trage euch heute mal ein Gesuch für neue Mitglieder des Frauenzirkels weiter, in dem ich seit Februar aktiv bin. Bevor ich die offzielle Einladung teile, ein paar persönliche von mir: Einige Gruppen habe ich ja nun schon durch und so manches Mal dachte ich mir, genau wie Terry Pratchett es so schönsommeraltar formuliert hat, „The natural size of  coven is one. Witches get only together if they can’t avoid it.“ 😉 Aber letztlich kommt  es wohl darauf an, die richtige Gruppe zur richtigen Zeit zu finden: momentan liebe ich die Gemeinschaft sehr, die aus ganz unterschiedlichen – und doch ist die Gruppe auch sehr homogen – spirituellen, liebenswert-verrückten Frauen besteht. Ich mag es, dass die Rituale und gerade Feste auch wirklich festlich sind – und doch nicht bierernst, das macht die Magie mit aus. Das gemeinsame Altarschmücken, Chanten, Ritualisieren, Essen, das Erkunden von Stärken, Schwächen, Schatten, Wünschen, das gibt viel Kraft, Hoffnung und Liebe.

Und um noch eine sehr treffende Bemerkung meiner lieben Zirkelprima und Küchengöttin vom letzten Jahreskreispicknick zu zitieren: „Wir sind zwar eine extrem chaotische Hexengruppe, aber ich glaube, wir sind die mit dem besten Essen!“ Wer also magischen, kulinarisch wertvollen Anschluss sucht, melde sich einfach an! Alles weitere nun hier:

Liebe Berliner Hexen, wir sind ein eklektischer Frauen-Coven, der gemeinsam die Jahreskreisfeste feiert, Rituale praktiziert, lehrt und lernt. Unsere Schwesternschaft sehnt sich nach weiteren engagierten Frauen, die unseren Kreis bereichern wollen und daher laden wir interessierte Damen zu unserer nächsten Feier ein, einem Sommer- und ersten Erntefest (Lammas/Lughnasadh), am 3. August. Wir treffen uns alle zwei Wochen an Orten in ganz Berlin, um magisch zu arbeiten, veranstalten Workshops und bieten viele Möglichkeiten zum Einbringen der eigenen Wünsche.

Wenn du deine Naturverbundenheit und Spiritualität in einer Gemeinschaft ausleben und dich ernsthaft weiterbilden möchtest, dann schreib uns(tempeldersophia@gmx.de), um uns bei einer unverbindlichen Feierlichkeit am 3. August kennenzulernen.

(Du solltest über 18, weiblich und offen sein, (am besten keine Tierhaarallergie,) ansonsten gibt es keine Vorgaben.)

Wir freuen uns auf dich!

Sommersonnenwende

Ihr Lieben, ich hoffe ihr hattet oder habt eine wundervolle Sommersonnenwende oder werdet sie vielleicht am Wochenende noch haben! Nach einem unglaublich eindrucksvollen Gewitter gestern Nacht, welches einem einen guten Eindruck davon gegeben hat, warum die Menschen früher Gewitter als ein ziemlich magisches, von Göttern beeinflusstes Geschehen betrachtet haben, ist es heute zwar nicht mehr gar so drückend heiß wie die Tage zuvor. Aber über meiner Betriebstemperatur liegt das Wetter dennoch, sodass ich mich eher schlecht als recht durch den Tag und die Arbeit quäle. Ich sehe es also mit einem weinenden und einem lachenden Auge, dass die Nächte nun wieder länger werden und die Sonne sich ganz, ganz langsam wieder verabschieden wird.

waterhouse16Am Sonntag wird im Kreis der Frauen gefeiert – wir nehmen gleich den „Super-Vollmond“ mit, der so plakativ betitelt wurde, weil er etwas näher an der Erde ist als üblich und damit auch etwas größer erscheint. Tatsächlich ist er nur 1% näher als im vergangenen Monat – dass dies ungeheure Auswirkungen auf Magie und Spiritualität haben soll (geschweige denn auf Gezeiten) wage ich zu bezweifeln, aber es sorgt zumindest für esoterische Aufregung. 😉 Trotzdem ist so ein Vollmondjahreskreisfest natürlich voller Wunder, Magie und Freude – wenn man sich bewusst dafür entscheidet, dass es so sein soll!

Viel Sonne und Feuer im Herzen, auch in der schwärzesten Nacht euch allen,

Liath ❤

Wochenrückblick in Wort und Bild

Picknick-Altar mit Aphrodite

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Auch die Umgebung wurde fröhlich bunt geschmückt

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[Wetter]: Vor allem Sonne, aber auch mal kühler Wind.

[Gemacht]: Gelernt, Klausur geschrieben, Picknick, Beltane-Tanz, Beltane-Ritual, Workshop gehalten, viel unterwegs gewesen, Kleiderschrank ausgemistet und bei Kleiderkreisel verkauft

[Gehört]: tolles paganes, tanzbares Gedudel im Duncker

[Gelesen]: Diana Wynne Jones – „Castle in the Air“

[Gesehen]: Lie to me

[Getrunken]: Wasser, Grüntee, Rotbuschtee, Yogitee, Met, Wein, Waldmeisterbowle (Beltane halt *hüstel*)

[Gegessen]: Rucolasalat mit marinierten Balsamico-Erdbeeren, Couscous, Polenta (die wie Falafel schmeckte, hmpf), grünes Hummus mit Fladenbrot,  bunte Gemüsespaghetti, asiatische Gemüsepfanne, Samosas, Rotkohlsalat, viel frisches Obst und Gemüse

[Gekauft]: Das Nötigste und ein paar Ohrringe, weil ich von so gut wie allen alten Ohrringen nur noch ein Exemplar habe …

[Gedacht]: Ich glaube, manchmal bin ich eigentlich zu nett, wenn mir gerade Unfreundlichkeit vorgeworfen wird.

[Gefreut]: Über nachträgliche Geburtstagsgeschenke, ein wunderbares Beltane mit viel ausgelassenem Tanz (und zu viel Wein) und gutes Wetter.

[Geärgert]: Über unfreundliche Gäste und über eine Ameise, die beim Picknick in ein Loch in meine Strumpfhose gekrabbelt ist, dann nicht mehr rausfand und mich vor Stress einfach ein paar Mal gebissen hat, bis ich mir fix die Strumpfhose auszog.  Autsch, da hat mein Oberschenkel noch eine Weile schön gebrannt! Die Spinne allerdings, die bei der Beltane-Meditation munter über meinen Rücken krabbelte und nur von der Ritualleiterin bemerkt wurde, weil alle anderen so versunken waren, hat zum Glück keinen Weg UNTER mein Kleid gefunden … Draußen-Rituale sind dennoch toll!

[Gelernt]: Neue Göttinnen beim Beltane-Ritual kennen gelernt und wie die Stapelbearbeitung von Bildern funktioniert.

[Spirituelles]: Viel Beltanespirit in der Woche erlebt.

[Ausblick auf die nächste Woche]: Schon wieder echt viele Termine und lange To-Do-Listen.

Nachträgliche Geschenke – da kann das nächste Schnitterinnenfest ja kommen und Amalas wunderbares Kochbuch! (Die Schenkerin ist keine Hexe und meinte, sie sei sich beim Bestellen des Buches sehr komisch vorgekommen und konnte förmlich die hochgezogene Augenbraue der Buchverkäuferin am Telefon spüren, als sie den Namen der Autorin buchstabierte. *kicher*)

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Blütenzauber und Wasserspiegel:

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Beltane, Tanzmagie und mehr

Ah, Beltane! Eines meiner Lieblingsjahreskreisfeste, weil es berauschend, bezaubernd und befreiend zugleich ist, weil die Natur sich gerade von ihrer schönsten, buntesten Seite zeigt (ich kann mich auf dem Weg zur Uni gar nicht sattsehen an allen Blüten und Blättern!), weil man sich an Waldmeisterbowle, frischen Erdbeeren und Rhabarberkuchen gütlich tun und mit Feen, Göttern und Menschen durch die Nacht und zwischen den Welten tanzen kann. Ah, Beltane! Die Sonne steht heut strahlend am Himmel, Liebe und Erwartung liegen in der Luft.

In der Gruppe feiern wir das Fest mit Ritual und allem erst am Wochenende, heute ist eher ein sehr bodenständiges Feiern angesagt. Ich gehe mal wieder in einen bestimmten Club in Berlin, der zu den heidnischen Festen auch gern mal pagane Musik und Jahreskreisdeko/-speisen einbringt. Von lieben Freundinnen begleitet, nutze ich die Nacht, um Stress, Termine und Alltagssorgen in einem wilden Tanz abzuschütteln und mich Musik und guter Energie hinzugeben.

Natürlich kann man auch das Ausgehen magisch gesehen ein bisschen unterstützen. Eine Frau erzählte mir einmal, dass sie vor dem Tanzen gehen (zumindest wenn sie auf Partnersuche war) gern einen kleinen Zauber in ihr Haar webte, wenn sie es zu einem Zopf geflochten hat, der ihre Anziehungskraft und Ausstrahlung verbessern sollte. Hat sie den geflochtenen Zopf dann im Club aufgelöst (eine, wie ich finde, ohnehin schon subtil erotische Geste), wurde der Zauber aktiviert. Ich mag diese Idee, leider bin ich nicht gut im Zöpfe flechten.Duval_La_Naissance_de_Venus 😉 Aber ein paar Tropfen Rosenöl in den Nacken (oder woanders hin) wirken auch schon Wunder!

Eine andere Möglichkeit ist es zudem, Runen zu tanzen – das habe ich schon gemacht, um mich ihnen zu nähern und festgestellt, dass Thurisaz mit seiner phallischen Form auch gewisse, sehr … potente Energien ausstrahlt, die man durch’s Tanzen nähren und ausstrahlen kann.

Um die guten Geister anzulocken und zufrieden zu stellen, stelle ich heut ein kleines Schälchen mit Honigwein und süßem Brot heraus. Außerdem räuchere ich noch ein wenig für Aphrodite, bevor ich mich aufmache, denn heute ist auch ihre Nacht.

Und was macht ihr?

Grüß Göttin, April!

Ah, April, neben dem Oktober mein Lieblingsmonat. Im April liegt Liebe in der Luft, Fruchtbarkeit, Wachstum, Freude, Lebendigkeit und Schönheit. Grasmond, Wandelmond, Saatmond, Ostermond, Launing – du hast so viele Namen, April! Und ich hoffe, du machst deinem Namen alle Ehre – April kommt (wohl) vom lateinischen „aperire“ (öffnen – in diesem Falle der Knospen) oder auch von „apricus“ (sonnig). Auch eine Verbindung zu Aphrodite wurde behauptet – ich kann das durchaus nachvollziehen, für mich ist sie im April immer besonders präsent.

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Im April muss ich:

einen neuen Nebenjob finden/Geld verdienen

einen Arzt besuchen

lernen, Hilfe anzunehmen

 

Im April werde ich:

eine Hausarbeit fertig stellen und abgeben

Geburtstag haben

fast eine ganze Woche lang Strohwitwe sein

weiter mit den 12 wilden Schwänen arbeiten

 

Im April will ich:

50 Seiten für Geheimprojekt A schreiben

ausgelassen Beltaine feiern

wieder mehr Yoga machen

einige Dinge verkaufen

meine neue alte Nähmaschine ausprobieren

einen kleinen Maibaum mit Kranz basteln

 

Im April wünsche ich mir:

Zeit für mich

mehr Licht als Schatten

Gesundheit

viel Sonnenschein

Was erwartet euch im April?

Jahresrückblick in Wort und Bild

Die Rauhnächte haben gestern begonnen. Doch bevor ich begann, für das neue Jahr zu orakeln, habe ich auf das alte Jahr zurückgeblickt.
„Wenn du auf das vegangene Jahr schaust und nicht lachen und nicht weinen kannst, dann war es ein verlorenes Jahr.“ Und wie ich so die Momente vor dem geistigen Auge wieder erlebe, wird klar, es war ein bewegtes, bewegendes Jahr – und damit gewiss nicht verloren.

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Ich war viel draußen, um magische Orte in Berlin und Brandenburg zu erkunden. Ich lernte die Magie der Stadt kennen und schätzen. Meine Batterien jedoch musste ich immer wieder auf dem Land aufladen. Ich möchte es nicht missen, diesen Rückzugsort, wo die Bäume freundlich zur Begrüßung mit den Blättern rascheln, weil man sich kennt.

Leider bin ich dieses Jahr nur einmal gereist, dafür aber in sehr schöne Stadt: Weimar. Fernweh jedoch plagte mich allzu oft und ich hoffe, im nächsten Frühling ein bisschen rumzukommen.

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Ich habe dieses Jahr sehr an meinem Selbstbewusstsein gearbeit, am Mut zur Schön- und Offenheit. Nicht immer leicht und es gab sie manchmal wieder, die Tage, wo ich mich am liebsten gar nicht rausgewagt hätte, wo ich mich zu dick, zu unansehnlich, zu nonkonform fand.

Es half, sich durch die Augen anderer zu sehen. Ich danke besonders ein paar ganz lieben FotografInnen, die die Seelen ablichten statt der Körper, die mich inspirieren. Ich hoffe, mir selbst bald eine gute Kamera zulegen zu können und mich der Menschenfotografie zu widmen.

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Ganz neue Wege warteten dieses Jahr darauf, zaghaft beschritten zu werden. Ein neues Projekt, das mal kinderleicht, mal voller Schwierigkeiten daher kam. Viele neue Begegnungen – manche entwickelten sich zu wunderbaren Freundschaften, auf andere hätte ich gern verzichtet.

Viele Menschen habe ich dieses Jahr ziehen lassen. Manche haben sich derart zum Negativen verändert, dass sie mehr Feind denn Freund zu sein schienen. Andere konnte ich nicht mehr ertragen, weil ich mich verändert habe – gerade die Einstellung „Massentierhaltung ist doch okay, weil sie mir mein günstiges, tägliches Fleisch erlaubt“ oder „Frauen sind nunmal das schwächere Geschlecht, das erlaubt mir auch, sie so behandeln“ kann ich einfach nicht mehr mit genügend Toleranz ertragen. Einerseits macht mich das traurig, so viel Distanz herbeigeführt zu haben. Andererseits weiß ich, dass jene Menschen, die mir geblieben sind, mir auch ähnlich genug sind in den wirklich (mir) wichtigen Dingen, sodass ich ein inniges Band zu diesen aufbauen kann. Und ich bin froh, dass mein Partner auch immer wieder mein bester Freund war.

Die Karten, die mich dieses Jahr wohl am Häufigsten begleitet haben, waren „Die Hohepriesterin“, „Der Ritter der Stäbe“ und die „9 der Schwerter“. Sie stehen für spirituelle neue Herausforderungen und einen verbesserten Zugang zu meiner Intuition, ein manchmal recht feuriges, aggressives Klima und so manche durchwachte und durchdachte Nacht voll Kummer. Aber auch die Münzen waren oft vertreten, denn es war ein Jahr voll innerer Reichtümer und kleiner, wundervoller Geschenke. Und natürlich hatte auch „Die Sonne“, meine Jahreskarte, großen Einfluss.

Jetzt geht also auf ins Jahr 2013. Ich bin sicher, es wird abenteuerlich und schön. 🙂