Jahreskarte: Ziehen oder Berechnen?

Ich weiß, dass einige Tarotfreunde ihre Jahreskarte lieber berechnen als ziehen und damit gut fahren. Ich habe sie eigentlich immer lieber gezogen, habe jetzt aber auch mal nachgerechnet.
Geboren wurde ich am 27.04. – meine Jahreskarte für 04/2012-04/2013 hätte sich also (nach einer sehr gebräuchlichen, aber nicht der einzigen Methode) so berechnet: 2+7+0+4+2+0+1+2 = 18 Die XVIII, das ist „Der Mond“. Die Karte passte gut auf das vergangene Jahr, in dem Sinne, dass ich viel Schattenarbeit betrieben und mich Ängsten gestellt habe, mich viel mit dunklen und/oder eher der Nacht und dem Mond zugeordneten Göttinnen beschäftigt habe und oftmals sehr emotional war. Ich habe auch so manchen Abgrund entdeckt – und das nicht nur in mir.

jahreskarten

Trotzdem war die Qualität dieser Karte nicht so dominant wie die der gezogenen Jahreskarte, „Die Sonne“ (was auch gut war) und das Gleiche empfinde ich, wenn ich mir die berechnete und gezogene Karte des Jahres davor ansehe – die gezogene Karte wiegte immer schwerer, die berechnete war mehr für das Hintergründige zuständig. Ich denke, letztlich kann sich also beides gut ergänzen.

Interessanterweise ist ab April dann also „Die Sonne“ wieder mit von der Partie, diesmal als berechnete Jahreskarte. Mal schauen, wie sie sich da macht. 😉

Hier gibt es für die Faulen die Jahreskarte nach den zwei bekanntesten Methoden berechnet (außerdem auch noch die Persönlichkeits- und Wesenskarte, wen es interessiert) und mit einem Kurztext gedeutet.

Zieht ihr, berechnet ihr oder kombiniert ihr beides?

Der Hierophant

Eine Karte aus dem klassischen Rider-Waite-Tarot ist „Der Hierophant“ – wenn ich meine Top 3 Karten benennen müsste, die mir die größten Schwierigkeiten bei der Deutung bereiten, wäre diese auf jeden Fall darunter. Neulich dachte ich, ich könnte die Karte ja mittels einer Trance- oder Traumreise bereisen. Aber irgendwie fühlte ich mich bei der Vorstellung unbehaglich – und darin liegt vermutlich auch der Grund für mein Problem mit dieser Karte. Sie bereitet mir Unbehagen. Ich mag den Hierophant einfach nicht. Er erinnert mich zu sehr an eine kalte männliche christliche Autorität, an hierarchische Strukturen, die ich nicht besonders schätze. Die anderen Aspekte der Karte, gerade die des Vertrauens oder Schutzes, erschließen sich mir irgendwie nicht. Vielleicht werde ich erst einmal über der Karte meditieren.

Habt ihr auch Karten, die Ihr oft nicht recht deuten könnt oder die Euch Unbehagen bereiten?

Suchen und Antworten III

Wieder einmal ein paar Suchbegriffe durch die Leute auf meinen Blog fanden und die ich amüsant, interessant oder verwirrend finde und beantworten möchte:

„schnaps rezepte magisch für männer“ – Dieser Suchbegriff kommt erstaunlich oft vor, jedenfalls mehrmals die Woche. Fragt sich nur, was der Schnaps bewirken soll? Ich glaube, eine enthemmende Wirkung tritt selbst ohne magische Zusätze ein. 😉 Ansonsten: Einfach mal den Schnaps den Göttern mit einer Bitte um Hilfe opfern, die sind da auch nicht abgeneigt …

„der herr lenormand“ – Ist normalerweise der männliche Fragende oder der Gatte/Freund/Schwarm, ansonsten auch allgemein das männliche Prinzip oder das Ego. In gleichgeschlechtlichen Beziehungen ist das manchmal etwas tricky, entweder behält man das Paar „Die Dame“ und „Der Herr“ bei und überlegt, welche Karte dann die passende für einen (bzw. den Fragenden) ist, oder man wählt als zweite Frau „Die Schlange“ und als zweiten Herren den „Bär“. Oder man macht es ganz anders, wenn die Intuition es sagt. 😉

„energie durch handfläche“ – Ja, das geht und das können nicht nur Heilige! Energie durch die Hände (bzw. die Handchakren) fließen zu lassen kann heilsam, stärkend, beruhigend oder magisch wirken und es ist nicht nur Heiligen und Hexen möglich oder jenen, die sich in Reiki haben einweihen lassen. Jeder kann es mit etwas Übung und Feingefühl.

„wie wendet man rosenweihrauch an“ – Man räuchert ihn, nehme ich an. 😉 Thematisch geht’s hier natürlich vor allem um die Liebe.

„junge aproditen“ – Öhm … also meines Wissens gibt es nur eine Aphrodite, aber wie ich gerade herausfand, ist das ein Filmtitel. Man lernt nie aus!

„magie: krankheiten und flüche vertreiben, erfolg, gesundheit und liebe anziehen“ – Eines nach dem anderen, bitte! Krankheiten vertreibt besser der Arzt oder Heilpraktiker, Flüche vertreibt ein schallendes Lachen und die Gewissheit, dagegen immun zu sein. Der Rest kommt mit der Zeit meist von ganz allein.

„genauso“ – Hm, wie??

„kann man in den tarot karten meine eigenschaften sehen“ – Oh ja, die guten wie die schlechten! Die Karten sind wie ein Spiegel, in den man blickt, und man sollte wohl bedenken, von wem man sich in die Karten schauen lässt.

„11 freunde winterpause“ – Hm, ist das nicht eine Fußballzeitschrift?

„schafgarbe geldzauber im juni“ – Der Sommer ist sicher gut für Zauber, in denen es um positive Fülle geht. Die Schafgarbe verbinde ich persönlich (!) aber nicht mit Geld, sondern eher mit Weiblichkeit und Freundschaft.

„mein liebeszauber hat funktioniert“ – Gratuliere? Oder vielleicht auch nicht, das zeigt dann die Zeit.

„wie berechne ich die personenkarte“ – Warum nicht einfach eine verdeckt ziehen oder bewusst die auswählen, die einem am meisten gefällt? Oder anhand von Legungen herausfinden, welche Karte es ist, die einen immer wieder selbst darstellt?
Wenn es eine Berechnung sein muss, dann die Quersumme des Geburtsdatums bilden (z.B. 28.2.1980 = 28+2+1980 = 2010 = 2+0+1+0 = 3) und die Karte der Großen Arkana wählen, die diese Nummer trägt (III = Die Herrscherin). Es gibt noch viele andere Möglichkeiten der Berechnung, aber ich ziehe es doch lieber vor, die Karten selbst sprechen zu lassen.

„gehaltserhöhung zauber“ – Ich glaube, in der „Göttin im Büro“ von Z Budapest gab es da einen …

„welches magische kraut unterstützt beim vorstellungsgespräch?“ – Lavendel beruhigt jedenfalls die aufgeregten Nerven.

Tarot der Veränderung

Vor einiger Zeit hat mich eine Freundin auf ein Video aufmerksam gemacht, in dem eine Dame einen sehr interessanten Ansatz zum Kartenlegen hat, sehr dynamisch und (scha)magisch. Ich habe es selbst auch schon ausprobiert – und festgestellt, dass es klappt. 🙂 Auch bei mir kehrten übrigens gewisse Karten immer wieder, aber teilweise in veränderten Positionen, man hat richtig gespürt, wie sich was bewegt, was für eine Energie da mitwirkt.
Eine schöne, unkomplizierte und intuitive Art, Veränderungen mithilfe von Wünschen und Tarotkarten zu manifestieren. Man muss sich übrigens nicht an das Legemuster im Video halten, auch wenn ich es sehr passend finde, aber es gibt da noch viele andere Möglichkeiten. Sehr viele Menschen, die mit den Karten arbeiten (mich eingeschlossen), haben ja – sofern sie nicht ganz frei ohne Muster legen (was auch sehr schön ist) – ihre 2-3 bevorzugten Legeschemata. Da es hier auch um Schnelligkeit geht statt um stundenlanges Brüten über den Karten, würde ich also definitiv ein Kartendeck sowie eine Legeweise anraten, die bzw. das schnell, einfach und klar zu einem spricht – das kann dann natürlich auch Kipper, Lenormand oder ein Skatblatt sein.

Tarotspiel in der Gruppe

Gestern habe ich mit meinen zauberhaften Freundinnen ein Tarotspiel für Gruppen ausprobiert, das uns so gut gefallen hat, dass ich es nur weiterempfehlen kann. Es funktioniert folgendermaßen:
Die Gruppe sitzt im Kreis. Eine der Teilnehmerinnen (oder Teilnehmer) zieht zuerst eine Karte und beginnt, anhand dieser Karte eine Geschichte zu erzählen. Das kann beispielsweise zu der Person sein, die auf der Karte abgebildet ist oder zu dem Ort/der Landschaft auf der Karte oder auch vielleicht auch eine Hinführung, wie es zu der Szene kam, die auf der Karte dargestellt ist. Die nächste im Kreis zieht dann ebenfalls eine Karte und spinnt die Geschichte mithilfe dieser neuen Karte weiter und so geht es im Kreis weiter, bis die Geschichte zu einem Ende kommt oder auch nur die Lust auf das Spiel vergeht.

Das ganze bringt einen spielerischen und ganz neuen Zugang zu den Karten und eine Menge Spaß, interessante Geschichten und kreative Entfaltung. Man muss dazu auch nicht unbedingt ein klassisches Tarot auswählen – wir alle hatten ganz unterschiedliche Decks, von Crowley-Tarot bis Zigeuner-Lenormand, und es hat dennoch gut geklappt.

Meine Reise des Narren

Im Tarot wird die große Arkana gern als Reise des Narren erklärt oder dargestellt, der mit den einzelnen Karten wie dem Herrscher, dem Wagen, dem Gericht oder dem Eremit auch verschiedene Stationen seines Lebens durchläuft, Personen trifft, Entwicklungen durchmacht, sowohl auf körperlicher, geistiger wie spiritueller Ebene. Man kann auch selbst gut sehen, wo man steht, wenn man sich als Narr auf die Reise durch das Tarot begibt. Hierzu eine Legung, die auf den ersten Blick sehr einfach erscheint, die aber in der Deutung manchmal etwas tricky ist:

Zuerst nimmt man den Narr aus den 78 Karten heraus, danach mischt man wie gewohnt und zieht 12 Karten. Der Narr wird nun unter diese 12 Karten gemischt. Nach Gefühl wird dann, wenn man mit dem Mischen fertig ist, entschieden, in welcher Reihenfolge die 13 Karten ausgelegt werden (also z.B. von der unteren oder oberen Seite des Stapels gezogen), dann legt man die Karten in einer geraden Reihe vor sich aus. Die Deutung ergibt sich quasi von selbst: Was links vom Narr liegt stellt idR die Vergangenheit dar, was rechts von ihm liegt, zeigt die Zukunft, manchmal zeigen die beiden Karten direkt um den Narren auch die Gegenwart. In dieser Chronologie mögen auch einmal zwei oder drei Karten zusammenhängen, die zeitlichen Abständen können variieren und sicher werden nicht alle Ereignisse, Personen, Gefühle der Vergangenheit oder Zukunft zu finden sein. Hier muss man geschickt deuten. Die Legung eignet sich besonders für Fragen wie „Wo stehe ich beruflich“ oder „Wo stehe ich auf meinem spirituellen Lebensweg“ u.ä. Sie bietet viel Stoff, um darüber zu grübeln und zu meditieren, daher mag ich sie sehr gern.

Tarot im Jahreskreis

Nochmal Jahreskreisfest-Content – diesmal aber etwas allgemeiner und bis Mabon vermutlich auch erstmal der letzte Beitrag dazu. 😉 Bei den letzten Jahreskreisfesten habe ich mir schon Gedanken dazu gemacht, welche Tarotkarte das Fest am besten repräsentiert und gestern habe ich nochmal insgesamt darüber gegrübelt. Warum das Ganze? Nunja, zum einen ist es eine schöne Übung, um sich weiter mit dem Tarot vertraut zu machen und vielleicht neue Aspekte zu ergründen, man kann die jeweilige Tarotkarte außerdem auf den Festaltar legen, darüber meditieren oder als Ausgangskarte für eine Jahreskreisfestlegung nutzen.

Meine Zuordnungen bisher sind folgende:
SamhainDer Tod (Aspekt des Endes, der Ahnen) oder Der Eremit (Aspekt des Rückzugs)
JulDer Stern (Aspekt der Hoffnung, Tage werden länger, das Licht kehrt bald zurück)
ImbolcDer Narr (Aspekt des Beginns)
OstaraDer Wagen (Aspekt des Aufbruchs der Kräfte in der Natur) Weiterlesen