Magischer Julkalender: Tag 1

Ab heute gibt es jeden Tag ein bisschen Magie, Stille, Freude, Energie, Wissen – bis zur Wintersonnenwende. Ich würde mich freuen, wenn ihr gemeinsam mit mir in eure Herzen seht, Kraft schöpft und neue sowie alte Pfade erkundet, um die langen und dunklen Nächte gut zu überstehen.

Tag 1: Räucherwerk

Im Winter bist du viel häufiger drinnen als in den wärmeren Jahreszeiten. Umso wichtiger, dass du dich zuhause wohl fühlst, dass sich die Wohnung rein, gemütlich und gut anfühlt, nicht nur oberflächlich. Räuchern kann dabei wunderbar helfen. Vielleicht reicht dir schon ein Räucherstäbchen, vielleicht möchtest du mit Weihrauch auf Kohle, der in der Erkältungszeit wegen seiner desinfizierenden Wirkung übrigens doppelt empfehlenswert ist, deine Wohnung mal ordentlich durchräuchern. Oder du probierst die folgende Wintermischung, die ich mag:

2 Teile Fichtennadeln
2 Teile Vanille oder Tonka
1 Teil Zedernholz
1 Teil Weihrauch

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Fake it ‚til you make it oder: So tun als ob

Fake it ‚til you make ist eine englische Phrase, die dafür steht, so zu tun als ob man etwas wäre oder könnte, bis man es ist oder kann. Als ich das zum ersten Mal hörte, fand ich es blöd. Aber eigentlich ist das auch ein bisschen Magie und inzwischen nutze ich diese Einstellung relativ oft.

„So, du musst jetzt total seriös, selbstsicher und kompetent wirken, obwohl du unsicher bist, keine Ahnung hast und am liebsten weglaufen würdest.“ In solche und ähnliche Situationen kommt man wohl häufiger mal – neuer Job, wichtiges Praktikum, ein Prüfungsgespräch. Wichtig ist dabei, nicht nur zu schauspielern und doch die ganze Zeit seine Unsicherheiten zu vergegenwärtigen, sondern wirklich mit einer inneren Überzeugung so zu tun, als ob man es drauf hätte. Nicht so leicht, aber am Ende bringt es einen tatsächlich oft dahin, dass man nicht nur selbstsicher tut, sondern es wird.

IMG_704Das Ganze klappt durchaus auch manchmal bei privateren Themen. Wenn ich tiefunglücklich bin und aus dieser Spirale kaum mehr rauskomme, dann tue ich irgendwann auch so, als sei ich glücklich – mit Überzeugung! Ich lächle herausfordernd, ich singe und summe, ich laufe beschwingt, ich sehe mich um und registriere alles, was irgendwie schön ist, von der Fliederblüte bis zum kleinsten Sonnenstrahl, von einer vorbeisummenden Hummel bis zu hübsch lackierten Zehennägeln. Und oftmals stellt sich dann wirklich gefühlte bessere Laune ein.

Sogar in der spirituellen Praxis kann man das nutzen – du spürst beim Meditieren, beim Hexen, beim Kreis schlagen und Elemente rufen nichts? Fake it – und irgendwann kommt es zu dir.

Neues Jahr, Neumond, Neubeginn

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr voller Gesundheit, Liebe, Glück, Magie und Reichtum im Inneren und Äußeren. Mögen sich eure Wünsche erfüllen, eure Träume wahr werden, euer Weg sich euch zeigen und das Jahr zu einem machen, an das ihr immer gern zurück denkt.

Heute ist der erste Tag des Jahres und das ist ein Tag, der in vielen Kulturen besonders gefeiert wird. Während wir gestern die alten Geister mit lautem Knallen vertrieben haben, einander Glückssymbole schenken oder damit dekorieren und gute Wünsche austauschen, geht man beispielsweise in Japan am Neujahrstag in den Tempel, opfert einige Münzen, klatscht zweimal in die Hände für die Aufmerksamkeit der Götter und trägt seine Neujahrswünsche vor. Danach kann man noch ein Horoskop für das Jahr erwerben, das dann in einen Baum auf dem Tempelgrund geknüpft wird. In manchen Kulturen beginnt das neue Jahr auch mit dem Mond, nicht nach dem Sonnenkalender.

Aber auch der Mond ist heute neu: das erste Mal seit fast 2 Jahrzehnten, dass Neumond und Neujahr aufeinanderfallen. Wenn das nicht ein wunderbares Datum ist, um etwas Neues zu beginnen, zu wünschen, zu erschaffen? Etwas jenseits halbherziger Wünsche/Vorsätze, die einem von der Gesellschaft schon fast diktiert werden, wie zum Beispiel „3 kg Abnehmen“ – wünscht heute groß, aus vollem Herzen, mit ganzer Kraft!

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Ritualpannen

„Ah, wie wunderbar verbreitet sich der balsamische Geruch der Räucherharze! Wie rein und klar fühlt sich die Luft an, wie entspannend und befreiend die Dämpfe wirken und – oh Göttin, dieser verdammte Rauchmelder schon wieder, warum vergesse ich immer, den auszumachen? Mist, die Nachbarn rufen noch irgendwann die Feuerwehr, verdammtes Räucherzeug!“

Kennt ihr das? Man ist in feierlicher Stimmung, ritualisiert fröhlich vor sich hin – und plötzlich geht was total schief. Immer wieder beliebt ist bei mir der vergessene Rauchmelder in Kombination mit einer Myrrhe-Orgie. Zum Glück ist meine Nachbarin 98 Jahre alt und fast taub, sodass noch nie jemand die Feuerwehr gerufen hat. Ein bissl blöd ist es auch, wenn man die Wohnung hübsch ausräuchert (diesmal ohne Rauchmelder), überall Kerzen anzündet, Trommelmusik auflegt, sich in fesche Ritualkleidung oder -bemalung wirft, laut zu chanten beginnt – und dann klingelt die Tür. Weil man vergessen hat, dass man vor einer Stunde beim Sushi-Lieferservice bestellt hat. Nagut, dann gibt es eben etwas mehr Trinkgeld, um den Schock des Boten zu mindern.

Das Tanzen um’s einen kerzenerleuchteten Kreis mit langen Röcken kann ich auch nicht empfehlen – das wird nämlich erst sehr heiß, dann hat man aber ein paar erfrischende Brand- bzw. Luftlöcher. Ich erinnere mich auch an Meditationen im Wald, die ganz vollkommen waren. So sehr, dass ich gar nicht die drei Dutzend Mücken bemerkt habe, die sich während dessen ganz gemütlich auf meiner Haut niedergelassen und ein Blutopfer gefordert haben.

Nicht zu vergessen auch die inbrünstigen Wasser-Anrufungen draußen, denen ein heftiger Regenschauer folgte. Und wo wir schon beim Thema Wasser sind: Wenn man rituell etwas verbrennen möchte, sollte es auch gut durchgetrocknet sein, sonst könnte sich das sehr, sehr, seeeehr lange hinziehen, bis es Feuer fängt.

Ritualpannen können manchmal ein guter Indikator dafür sein, dass man sich vielleicht etwas mehr konzentrieren sollte – oder sich selbst nicht zu ernst nehmen. 😉 Denn darüber zu lachen und weiterzumachen ist in der Regel das Beste, was man daraus machen kann.

Welche Pannen habt ihr schon erlebt?

Sieden für die Götter (1): Aphrodite-Seife

seifeaphroditeInspiriert von Lavarie (die hier auch bloggt) habe ich mich an eine ganz andere Form der Götterverehrung gemacht: ich habe für eine Göttin gesiedet. Aphrodite – wer kennt die Göttin der Liebe, Schönheit und anderer Aspekte nicht? – war es, der ich die erste Göttinnenseife widmen wollte. Ich habe mir lange Gedanken darüber gemacht, was hinein soll – und so manchen Gedanken mit einem Blick auf meine Vorräte und mein Budget wieder verworfen.

Die Laugenflüssigkeit bestand letztlich aus einem Tee aus Myrte (hinter dieser verbarg Aphrodite ihre Blöße nach ihrer Geburt, daher ist sie ihr zugeordnet) und Patchoulie. So ein düsteres, schweres und erdiges Kraut für eine solche Göttin? Für mich passt es, da Venus bzw. Aphrodite ja durchaus auch mit dem Tod in Verbindung gebracht wird und ebenso eine Erdgöttin ist, wenngleich diese Aspekte heute nicht mehr so bekannt sind.

Bei den Ölen hätte ich gern eine luxuriöse Variante mit Shea- oder Avocadobutter gemacht, aber da das Geldbörsel das nicht hergab, besteht sie aus sehr einfachen Ölen wie Raps und natürlich viel Olive.

Beduftet habe ich sie mit ätherischen Ölen aus Rosenholz (die Rose als Sinnbild für Liebe und Schönheit gehörte einfach mit hinein), Ylang-Ylang (für mich ein Duft nach Liebe, Geborgenheit und Sinnlichkeit) und Orange. Eigentlich sollte es Zypresse sein, wegen der Verbindung von Zypern und Aphrodite, aber ich hatte mich total geirrt, was meinen Vorratsschrank angeht und dann habe ich als Notlösung halt Orange genommen. 😉

Gefärbt habe ich den Seifenleim mit grüner Tonerde – grün als Farbe der Venus schien mir einfach passend.

Mit den passenden Chants als Hintergrundmusik wurde dann gesiedet, als der zunehmende Mond in der Waage stand (Stier hätte ich auch passend gefunden, denn beide Zeichen sind der Venus zugeordnet, aber die Waage war eher dran ;)).

Das nächste Projekt wird Hekate sein, aber da warte ich noch auf den Neumond. Und über einem Rezept für Dionysos brüte ich auch schon länger. Das einzige Problem am Sieden ist nur: So viel kann man sich meist gar nicht waschen, dass man alle Vorräte aufbraucht, bevor die nächste Seife fertig ist.

Fliederbotschaft und Kesselmagie

Letzte Woche am Mittwochabend ging ich, wie so oft in jeder Woche, den Weg zur Tram. Und wie so oft schaute ich, ob der Fliederbusch auf dem Weg endlich blüht, denn ich liebe den Anblick und noch viel mehr den Duft des Flieders und jedes Jahr wieder beobachte ich den Strauch sehnsüchtig. Es war eine harte, teils niederschmetternde Woche und ich war traurig, dass auch an diesem Tag der Flieder wohl nicht erblühen würde. Ich hatte mich verabredet, um Freunde wiederzusehen, die ich ein ganzes Jahr nicht mehr getroffen hatte – so viel war passiert, hatte sich bewegt, es gab viel Stress und letztlich verlor man sich aus den Augen. Würde ich mich unter diesen Menschen wohlfühlen, fragte ich mich, oder eher wie eine Fremde? Nach 10 Minuten war es jedoch, als hätten wir uns alle vor 2 Wochen zuletzt gesehen. Man tauschte Geschichten aus, wie es einem ergangen war, gute und schlechte, man lachte viel und niemand grollte dem anderen, weil man sich nicht gemeldet hat oder keine Zeit hatte. Wir waren nur froh, es endlich wieder geschafft zu haben, uns an einen gemeinsamen Tisch zu setzen.

fotos 061Die Stunden vergingen wie im Flug und spät, spät in der Nacht ging ich wieder heim mit einem Herz voller Glück. Und dieses Herz fühlte sich ganz plötzlich noch leichter, noch freudiger an – und da nahm ich ihn wahr: den betörenden Geruch von Flieder. Ich sah zu dem Busch und mir kamen, ich weiß nicht mal warum, die Tränen – der Flieder hatte die sternenklare Nacht genutzt, um plötzlich voll zu erblühen. Irgendwie dachte ich, er würde nur für mich so schön blühen und duften, um mir etwas zu sagen: Was auch passiert, wie schlimm es auch manchmal ist, du bekommst immer wieder die Chance, in Schönheit und Liebe zu erblühen, solange du verwurzelt bist und lebst.

Und vor kurzem, nachdem ich mir in letzter Zeit viele Gedanken darüber gemacht habe, dass ich etwas in meinem Leben transformieren will – muss – und wie ich das mit Ritualunterstützung schaffen kann, bekam ich noch ein wunderbares Geschenk von der lieben Nymphenkussautorin, ein magisches Transformationswerkzeug par excellence – einen Kessel. Und ich wusste sofort, was nun zu tun ist …

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